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Das Mitas Werk Otrokovice umfasst 4,3 Hektar Hallenfläche. 631 Mitarbeitende sind hier beschäftigt.
Mitas, eine führende Marke im Bereich der Agrarreifen, investiert massiv in die Modernisierung und Automatisierung seiner Produktionsanlagen. Im Fokus steht das Werk in Otrokovice in der Tschechischen Republik, das im Besitz von Yokohama TWS ist.
In den letzten Jahren hat Yokohama TWS, der Mutterkonzern von Mitas, erhebliche Summen in die Produktion und Modernisierung dieses Werks investiert. Bereits zwischen 2019 und 2021 wurden Millionen Euro in die Erweiterung der Produktionskapazitäten gesteckt. Der Fokus liegt auf der Automatisierung und Einführung neuer Technologien.
Eine der bemerkenswertesten Investitionen ist die Installation einer neuen, hochautomatisierten Roboterlinie für die Wulstkernfertigung. Josef Křemeček, Leiter des Produktionswerks in Otrokovice, erklärt: „Der Wulstkern ist ein entscheidender Bestandteil des Reifens, der sicherstellt, dass der Reifen fest in der Felge sitzt. Durch die Automatisierung der Fertigung in einem einzigen Prozessschritt konnten wir die Qualität und Einheitlichkeit unserer Reifen weiter verbessern.“ Bisher wurden diese Arbeitsschritte manuell und einzeln durchgeführt, was mehr Zeit und Ressourcen in Anspruch nahm. Die Umstellung auf einen automatisierten Prozess habe nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die Qualität der Endprodukte erheblich verbessert.
Neue Kalandrieranlage steigert Produktivität um bis zu 30 Prozent
Eine weitere wichtige Neuerung ist die Inbetriebnahme einer neuen Kalandrieranlage, die zur Gummierung von Stahl- und Textilkorden genutzt wird. Diese Korde sind von entscheidender Bedeutung für die Stabilität und Haltbarkeit der Reifen. Durch die Einführung dieser hochmodernen Anlage konnte die Produktivität um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden, wie Křemeček erklärt: „Die neue Kalandriertechnologie ist einzigartig und ermöglicht die gleichzeitige Gummierung von Textil- und Stahlkorden. Bisher wurde diese Technologie nur von wenigen globalen Reifenherstellern genutzt. Wir sind stolz darauf, diesen Prozess in nur sieben Monaten implementiert zu haben.“

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Die neue Kalandrieranlage im Mitas-Werk Otrokovice verarbeitet Stahlkord (Foto) und Textilkord als Festigkeitsträger.
Die Bedeutung der neuen Anlage zeigt sich bereits in beeindruckenden Zahlen: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 wurden rund 900.000 Quadratmeter Textilkordgewebe und fast 265.000 Quadratmeter Stahlkord in der neuen Kalandrieranlage gummiert. Vor dieser Investition mussten gummierte Halbfertigprodukte über 300 Kilometer weit von einem anderen Werk nach Otrokovice transportiert werden. Die Modernisierung der Produktion hat diesen Transportbedarf drastisch reduziert und damit die Effizienz gesteigert.

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Jeder Reifen unterliegt einer gewissenhaften Qualitätskontrolle.
Starke Marktposition im Agrarsektor
Mitas hat sich im europäischen Markt fest etabliert und nimmt eine bedeutende Rolle im landwirtschaftlichen Reifensegment ein. Besonders hervorzuheben ist der hohe Marktanteil im Segment der Erntemaschinen. Fast jeder zweite neue Mähdrescher oder Feldhäcksler in Europa ist mit Mitas Reifen ausgerüstet. Auch im Traktorenbereich ist Mitas stark vertreten und hält etwa 25 Prozent des Marktanteils in der Erstausrüstung.
Mitas blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Marke erlangte auf dem deutschen Markt erstmals größere Aufmerksamkeit, als der Markeninhaber von Mitas, die tschechische CGS Group, 2004 die Agrarreifenproduktion von Continental übernahm. Seitdem hat sich das Unternehmen weiterentwickelt. 2013 baute Mitas eine eigene Fabrik in Otrokovice, nur unweit der ehemaligen Continental-Produktionsstätten. Nach dem Ende der Lizenzvereinbarung mit Continental im Jahr 2015 baute Mitas seine eigene Marke weiter aus und erlangte in der Erstausrüstung (OE) zunehmend an Bedeutung.
Im Jahr 2016 erweiterte Trelleborg sein Portfolio durch die Übernahme von Mitas und positionierte beide Marken – Mitas und Trelleborg – als Akteure im Markt. Trelleborg nahm eine Spitzenposition im Premiumsegment ein, während Mitas als qualitativ hochwertige, aber preisgünstigere Alternative für viele Landtechnikhersteller interessant wurde. Beide Marken ergänzen sich in ihren Reifenprogrammen und treten in engem Schulterschluss auf internationalen Messen auf.

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Für hohe Lasten bei geringem Luftdruck: Der Mitas Agriterra.

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Die Reifenserie HC 1000 soll gut mit Lastwechseln, zum Beispiel bei Pflanzenschutzspritzen, zurechtkommen.
Neue Mitas Reifengrößen
HC 1000: VF 380/80R38, VF 270/95R32, VF 680/50R46
HC 2000: VF 380/95R38, VF 420/85R38, VF 480/95R50, VF 380/105R54
HC 3000: VF 900/60R42, VF 1000/55R32
Agriterra 02: VF 710/50R26.5 IMP 176D Soil Protector, 560/60R22.5 169D Agriterra 02 HD
SFT-Serie: 710/60R30 IMP, 900/60R32 CHO
AC 85: 420/85R38
HC 70: Mehrere neue Größen
Integration in den Yokohama TWS-Konzern stärkt globale Präsenz
Im Jahr 2023 übernahm der japanische Reifenhersteller Yokohama den Geschäftsbereich Trelleborg Wheel Systems (TWS) und damit auch Mitas. Auch die Marken Cultor und Maximo, eher im Budget-Segment angeordnet, gehören zum TWS Reifenportfolio.
Durch diese Übernahme wurde Mitas in einen globalen Konzern mit rund 6.000 Mitarbeitenden und einem jährlichen Umsatz von über 1,1 Milliarden Euro integriert. Der Konzern betreibt weltweit 14 Produktionsstätten, die strategisch in der Nähe von wichtigen Kunden wie John Deere, CNH, Agco und Same Deutz Fahr angesiedelt sind. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Lieferung und eine enge Zusammenarbeit im Erstausrüstergeschäft, wie Elio Bartoli, der künftige Präsident von Yokohama TWS, betont.

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Nischenprodukt: Mitas baut Reifen für Tractorpulling.
Bartoli, der ab dem 1. Dezember 2024 das Ruder bei Yokohama TWS übernimmt, hat eine klare Vision für die Zukunft der Marke Mitas. Als langjähriger Kenner des Marktes und der Anforderungen im OE-Geschäft setzt er auf das Konzept „Local for Local“: „Unsere 14 Produktionsstandorte weltweit sind strategisch so positioniert, dass sie in der Nähe unserer Kunden operieren. Dies ist ein großer Vorteil, insbesondere im landwirtschaftlichen Reifensektor, wo Flexibilität und schnelle Lieferzeiten entscheidend sind.“
Die Modernisierungen in Otrokovice und anderen Werken zeigen, dass das Unternehmen nicht nur auf Expansion setzt, sondern auch auf die kontinuierliche Verbesserung der Produktqualität und Produktionsprozesse.
Auf den bevorstehenden Messen, unter anderem auf der EIMA in Bologna, wird Mitas sein erweitertes Programm zeigen.










