Magazin Landwirtschaft

Maschinengemeinschaften :

Nicht immer wirtschaftliche Vorteile

Teilweise ist die Findung eines einheitlichen kostendeckenden Verrechnungssatzes nicht möglich

Die Bildung von Maschinengemeinschaften kann unter bestimmten Voraussetzungen aus ökonomischen Gründen unvorteilhaft sein. Das haben Wissenschaftler des Instituts für landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim nachgewiesen. In einem Beitrag, der auf der gemeinsamen Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (GEWISOLA) und der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie (ÖGA) jetzt in Weihenstephan präsentiert wurde, zeigten die Ökonomen, dass neben psychologisch-sozialen Hemmnissen auch ökonomische Gründe eigentlich rentable Maschinengemeinschaften verhindern könnten. Als mögliche Ursachen nannten sie schlechte Verkaufsmöglichkeiten für vorhandene Maschinen und Schwierigkeiten in der Abstimmung ihrer Ersatzzeitpunkte. Von besonderer Bedeutung sei dabei die unterschiedliche Zahlungsbereitschaft von verschieden strukturierten Betrieben für eine neue Maschine.

Die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Stephan Dabbert beschrieben Fälle, in denen eine Maschinengemeinschaft eigentlich rentabel wäre, bei denen es jedoch unmöglich sei, einen einheitlichen kostendeckenden Verrechnungspreis für den Maschineneinsatz zu finden. Da die Alternative der Preisdifferenzierung ebenfalls problematisch sei, könne in diesen Fällen nicht von einem irrationalen Verhalten der Landwirte gesprochen werden, wenn die Maschinengemeinschaft nicht zustande komme. Es sei daher insgesamt ratsam, sich bei der ökonomischen Beurteilung von Maschinengemeinschaften nicht nur an den Durchschnittskosten zu orientieren, sondern auch die Kosten der Altmaschinen und die zeitliche Abfolge der Ersatz-zeitpunkte einzubeziehen.


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