Magazin Telemetrie und Logistik

Management :

Die ganze Maschinenflotte auf einen Blick

Zur Koordinierung seiner 13 Fastrac-Maschinen bei der Güllezubringung und im Winterdienst nutzt das Lohnunternehmen LDH Langenau das Softwaresystem LiveLink. Welche Vorteile bringt das System in der Praxis?

Management: Die ganze Maschinenflotte auf einen Blick

Die Agrartechnik Vertrieb Sachsen GmbH ist seit 2014 Vertriebspartner von JCB. Das Telematiksystem LiveLink gehört zur Grundausstattung aller Maschinen dieses Herstellers.

Über das Telematiksystem LiveLink wird die aktuelle Position von JCB-Maschinen in einer Straßenkarte auf dem PC oder dem Display des Smartphones angezeigt.

Über das Telematiksystem LiveLink wird die aktuelle Position von JCB-Maschinen in einer Straßenkarte auf dem PC oder dem Display des Smartphones angezeigt.

Die Ländliche Dienstleistungs- und Handelsgesellschaft mbH (LDH) mit Sitz im Stadtteil Langenau des mittelsächsischen Brand-Erbisdorf betreut im Auftrag von zahlreichen Agrarbetrieben in der Region eine Fläche von etwa 40.000 Hektar. „Die Geschichte unseres Unternehmens begann 1974 mit der Gründung eines Agrochemischen Zentrums (ACZ) durch mehre LPGen. 1991 wandelten die Gesellschafter die zwischenbetriebliche Einrichtung in eine GmbH um. Seither wurde die LDH Langenau kontinuierlich ausgebaut und ihr Dienstleistungsangebot erweitert“, erläutert Geschäftsführerin Karla Ott-Schehack. Zu den Kerngeschäften gehören die auf Wunsch teilflächenspezifische mineralische und organische Düngung sowie der Pflanzenschutz.

Außerdem befinden sich auf dem Betriebsgelände eine freie Werkstatt für Land- und Baumaschinen, eine Tankstelle sowie ein Servicezentrum mit Verkauf und Verleih von Technik für den Agrar-, Bau- und Kommunalbereich. Neben dem Handel mit Betriebsmitteln für die Landwirtschaft gehört auch der Winterdienst für private, staatliche und kommunale Auftraggeber zum Dienstleistungsangebot der LDH, die noch einen weiteren Standort im Wintersportgebiet Rechenberg-Bienenmühle (Osterzgebirge) hat.

Telemetriesystem gehört zur Grundausstattung

Die Gülleausbringung erfolgt mit vier Selbstfahrern TerraGator von Challenger, die je nach Kundenwunsch mit Scheibenegge, Grubber, Schleppschlauch oder Duport-Schlitzgerät ausgerüstet werden. Als Gülle-Zubringer fahren 13 Fastrac mit Fassanhänger. „Zwischen der Befüllung des Güllefasses und dem Übergabeort an den Selbstfahrer liegen nicht selten 30 km und mehr. Da haben die Arbeitsmaschinen von JCB mit ihrem niedrigen Kraftstoffverbrauch und der möglichen Fahrgeschwindigkeit bis 80 km/h einen großem Vorteil“, sagt Mario Heym, der bei LDH für den Vertrieb der Land- und Baumaschinen zuständig ist. Ebenso könnten die universellen Arbeitsmaschinen beim Winterdiensteinsatz mit Vier-Rad-Lenkung, ABS-Bremssystem und Rahmenbauweise, die das gesamte Fahrzeug schützt, punkten.

Expertenrunde in Sachen JCB-Telematiksystem LiveLink (v. l.): Thomas Tillkorn (JCB Deutschland), Enrico Schure (Agrartechnik Sachsen) und Mario Heym (LDH).

Expertenrunde in Sachen JCB-Telematiksystem LiveLink (v. l.): Thomas Tillkorn (JCB Deutschland), Enrico Schure (Agrartechnik Sachsen) und Mario Heym (LDH).

Um den Einsatz der Fastrac-Flotte so kostengünstig wie möglich zu koordinieren, arbeitet das Lohnunternehmen mit dem JCB-Telemetriesystem LiveLink. Die Schnittstellenapplikation und die Software namens AEMP (Association of Equipment Management Professionals), auf denen LiveLink basiert, ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Hersteller Caterpillar, John Deere, Volvo Baumaschinen und Komatsu. Dabei sammelt der in allen JCB-Maschinen integrierte LiveLink-Computer die mittels Sensoren erfassten CAN-Bus-Daten und übermittelt sie alle zwei Minuten über eine Mobilfunkverbindung an das Datenzentrum von JCB. Dort werden die Informationen aufbereitet und den Nutzern auf einer Webseite am PC, per Smartphone oder als E-Mail-Nachricht bereit gestellt.

„Mit dem System können Besitzer ihre JCB-Maschinen per Fernüberwachung in Echtzeit kontrollieren und den Fuhrpark verwalten“, erläutert Thomas Tillkorn, Produktmanager Fastrac in der Kölner Zentrale von JCB Deutschland. Das System, das sich auch in die Telemetriesysteme anderer Hersteller, beispielsweise John Deere, einbinden lasse, sei standardmäßig verbaut, jedoch abhängig von der Maschinengröße in abgestuftem Funktionsumfang nutzbar. In den ersten fünf Betriebsjahren könne LiveLink kostenfrei für das Flottenmanagement verwendet werden. Danach sei die Verlängerung um jeweils ein Jahr möglich. Der Preis werde dann im Wesentlichen durch die Mobilfunkkosten von gegenwärtig jährlich etwa 125 Euro bestimmt.

Auch wenn die LiveLink-Box bei JCB zur Standardausstattung gehört, arbeitet das Telematiksystem nach Aussage von Tillkorn nur mit Einwilligung der Besitzer. „Wir weisen beim Kauf darauf hin, dass in der Maschine das System verbaut ist. Nur wenn der Kunde es nutzen möchte, erhält er einen Zugangscode und kann es nach Freischaltung über das LiveLink-Portal im Internet verwalten“, bestätigt Enrico Schure von Agrartechnik Vertrieb Sachen GmbH. Der Landtechnikhändler ist seit 2014 Vertriebspartner von JCB.

Bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Eilboten am Hauptsitz von Agrartechnik Sachsen in Ebersbach erläuterten Mario Heym, Thomas Tillkorn und Enrico Schure die wichtigsten LiveLink-Funktionen zur Verbesserung der Maschinenproduktivität:

Von der Tankfüllung bis zum Geofence

Das Kraftstoffberichtssystem registriert den aktuellen Kraftstoffverbrauch der Einzelfahrzeuge oder auch der gesamten Flotte und erleichtert so die Kontrolle und Planung der Kraftstoffbestände. Mit der Betriebsstundenüberwachung lässt sich die Wartungsplanung verbessern. Die turnusmäßigen Inspektionen können zu der für den Betriebsablauf günstigsten Zeit durchgeführt und Ausfälle in den Stoßzeiten vermieden werden. Die exakte Überwachung der Stillstandszeit ermöglicht das Ermitteln der tatsächlichen Maschinenproduktivität. Diese Funktion hilft Ressourcen effizienter zu verwalten und unwirtschaftliche Stillstandszeiten der Maschinen zu minimieren.

Weitere LiveLink-Funktionen liefern nahezu in Echtzeit Informationen über den Standort, die Bewegung und die Aktivität von Maschinen. Der damit verbundene höhere Diebstahlschutz findet in aller Regel seinen Niederschlag in günstigeren Versicherungsprämien. So kann mit dem Element Geofencing die zulässige Bewegungszone festgelegt werden. Verlässt die Maschine diesen Bereich, setzt das System eine Warnmeldung ab. Ähnliches lässt sich mit der Nutzungszeit über die Einstellung Curfew erreichen. Startet jemand die Maschine außerhalb des festgelegten Zeitrahmens erhält der Besitzer ebenfalls eine Warnmeldung. Ebenso lässt sich die derzeitige Position der Maschine auf einer Straßenkarte anzeigen. „Diese Sicherheitsfunktionen haben uns schon einmal beim Aufspüren eines gestohlenen JCB-Teleskopradladers gute Dienste geleistet“, berichtet Schure. Die Diebe waren sehr raffiniert vorgegangen und hatten die Maschine in einem mit Alufolie ausgekleideten Container abtranportiert. Dadurch konnte die Funktion Geofencing keine Warnmeldung über Mobilfunk senden. Doch als der Radlader in vermeintlich sicherer Entfernung im Ausland aus dem Container rollte, meldete er sofort seine Position an das System. So konnte das Gerät mit Hilfe der Polizei sichergestellt und zurück geholt werden.

Darüber hinaus liefert LiveLink den Besitzern, also auch Serviceanbietern, die Maschinen verleihen, aus der Ferne Informationen darüber, ob ihre Geräte gut gewartet und in funktionstüchtigem Zustand sind. Werden Routineinspektionen fällig, weist eine Meldung im System darauf hin. Die Wartungsaufzeichnungen dienen als Nachweis der durchgeführten Inspektionen. Dies ist auch für den Wiederverkauf zu einem guten Preis unerlässlich. Weisen Geräte während des Betriebes Probleme auf, erfolgt eine kritische Maschinenwarnung über die Website bzw. per SMS oder E-Mail. „Auf Grundlage der Fehlermeldung ist in der Werkstatt schon eine erste Diagnose möglich, ob es sich beispielsweise um ein typisches Verschleißteil handelt, und wir können uns durch die Ersatzteilanforderung auf die Reparatur vorbereiten“, verweist Heym auf einen Vorteil, mit dem sich unnötige Stillstandszeiten vermeiden lassen.

Typische äußere Merkmale des Fastrac-Konzepts von JCB sind die von einem normalen Schlepper abweichenden Radgrößen an der Vorder- und Hinterachse sowie die mittige Kabine.

Typische äußere Merkmale des Fastrac-Konzepts von JCB sind die von einem normalen Schlepper abweichenden Radgrößen an der Vorder- und Hinterachse sowie die mittige Kabine.


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