Magazin Forsttechnik

Malwa :

Schwedische Power-Zwerge für die Forstarbeit

Die Firma Malwa baut kleine Harvester und Rückezüge. Das Beuteschema sind Schwachholz bis gut 30 cm und Kunden, die wegen Bedenken bezüglich Bodenverdichtung bisher gar keinen maschinellen Einschlag in Erwägung gezogen haben. Seit 2019 sind die Maschinen auch in Deutschland verfügbar, der Generalimporteur sucht dafür aktuell noch weitere Partner.

Malwa: Schwedische Power-Zwerge für die Forstarbeit

Der Malwa-Harvester 560H ist auf schwaches Holz spezialisiert und muss daher selbst nicht viel auf die Waage bringen – der Boden dankt es ihm.

Das LogMax-Aggregat fällt maximal 42 cm, mit 
412 kg passt es gut zum kleinen Kran.

Das LogMax-Aggregat fällt maximal 42 cm, mit 412 kg passt es gut zum kleinen Kran.

Forstdienstleister Albert Maack und sein Sohn Oliver hatten sich bereits 2011 für die Maschinen von Malwa begeistert. Das erst ein Jahr zuvor in Schweden gegründete Unternehmen stellte damals auf einer Messe in Deutschland aus, wo dem Familiengespann Maack die Vorteile der kompakten Maschinen auch für die hiesigen Gefilde schnell klar wurden. Ein Kollege von ihnen übernahm dann den Vertrieb in Deutschland, konnte sich aber nicht so sehr darum kümmern, wie es wohl nötig gewesen wäre, um die Marke zu etablieren. Malwa selbst nahm das jedoch nicht übel, da man als Newcomer den Export nicht überstürzen wollte. Das auch heute erst 20 Mann starke Team sollte durch einen zu stark expandierenden Außenhandel nicht überlastet werden, was sicherlich zu unzufriedenen Kunden geführt hätte. Inzwischen läuft das Geschäft aber, der Name ist in Schweden und Osteuropa bekannt. Insgesamt laufen etwa 190 Maschinen der aktuellen 560er Serie, ca. 40 davon im Ausland. Daher sprang Anfang 2019 Oliver Maack mit auf und übernahm den Generalimport von seinem Freund, der Draht zum schwedischen Gründer Magnus Wallin und dessen CEO Hans Lindberg passte sofort. Auf der Forst Live 2019 stand man bereits zusammen als neue Partner auf dem Messestand. „Das war Neuland für mich, da ich ja bisher nur als Forst-Dienstleister unterwegs war und Messen nur als Besucher kannte. Ich habe aber sofort Blut geleckt und freute mich sehr auf den Handel als neuen Geschäftszweig mit allem was dazugehört“, so Oliver Maack. Vorführungen organisieren und Kunden werben liegt dem im niedersächsischen Dohren (zwischen Hamburg und Bremen) ansässigen Unternehmer, der nun als FHT Forst Holz Technik auftritt.

Als neuen Kunden konnte er beispielsweise Thomas Launer und seinen Sohn Simon gewinnen, sie betreiben im fränkischen Dinkelsbühl ein kleines, motormanuell arbeitendes Forstunternehmen im Nebenerwerb. Nun wagen sie den nächsten Schritt und steigen in die maschinelle Holzernte ein. Dafür haben sie den Markt in ihrer Region betrachtet und festgestellt, dass vor allem im mittelschwachen bis schwachen Nadelholz eine Lücke vorherrscht: Hier seien die verfügbaren Maschinen der Dienstleister eigentlich zu groß, die Stundensätze mit den Erträgen kaum zu kompensieren. Daher war man auf der Suche nach einem kleinen Harvester – und stieß schlussendlich als einzige Lösung auf Malwa. Der 560H entspricht genau ihren Vorstellungen. Seinen ersten Einsatz bekam er in einem Nadelholzschlag, der genau dem Beuteschema des standardmäßig verbauten Log-Max928A-Aggregats entsprach. Dessen Schwert kommt auf einen maximalen Fälldurchmesser von 42 cm, am besten arbeitet es sich damit aber bis etwas über 30 cm. Der Mowi400-Kran mit +-22° Tilt hat eine maximale Reichweite von 6,2 m, womit nach spätestens der dritten Baumreihe neben der Gasse Schluss ist: „Natürlich komme ich damit nicht durch den kompletten Bestand, unser Betriebskonzept fußt aber auf der teilmechanisierten Ernte“, erklärt der 23-jährige Simon Launer. „Ich übernehme dabei den Harvester, mein Vater das Beifällen.“ Dem 51 Jahre alten Senior kommt diese Arbeitsteilung ebenfalls entgegen, denn er überlässt den neuen Betriebszweig mit der komplexen Maschine bewusst seinem jungen Kompagnon und bleibt selbst sehr gerne an der Motorsäge. „Dass die Aufarbeitung aber künftig in vielen Fällen der Harvester übernimmt, ist natürlich ein großer Vorteil, der mich stark entlastet“, so Thomas Launer.

Der Motor ist durch verschiedene Klappen gut zugänglich.

Der Motor ist durch verschiedene Klappen gut zugänglich.

Thomas und Simon Launer (links) haben vor kurzem einen Malwa-Harvester gekauft.

Thomas und Simon Launer (links) haben vor kurzem einen Malwa-Harvester gekauft.

Um den gerade einmal 5,7 m langen und samt 500er Reifen 1,95 m breiten Schweden zum Einsatzort zu bringen, ist bereits ein Tiefladeranhänger für den Traktor vorhanden. Denn auf der eigenen Achse schafft der 560H lediglich 18 km/h. Den Antriebsstrang des 6-Rad-Antriebs bildet dabei ein hydrostatisch-mechanisches Viergang-Getriebe von Bosch-Rexroth, das getrennt von der Bordhydraulik versorgt wird. Da das Eigengewicht der Maschine nur 5.400 kg (6.700 kg mit wassergefüllten Rädern) beträgt, soll er bodenschonender arbeiten können als größere Maschinen. Damit wollen die Launers ebenfalls punkten und Kundschaft gewinnen, die der maschinellen Durchforstung sonst kritisch gegenübersteht.

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Die Kabine ist kompakt, selbst aber nicht drehbar – ...

... der Sitz aber natürlich schon.

... der Sitz aber natürlich schon.

Mischkalkulation wichtig

Die neuen Besitzer streben eine durchschnittliche Arbeitsleistung von 8 fm/Std an. Den Bestand, in dem wir den Einsatz begleitet haben, schätzen die Launers zwar nur auf potentiell mögliche 4 bis 5 fm/Std. ein, das sollen dann aber Einsätze im Käferholz andernorts wieder ausgleichen. „Dabei werden wir aber vor jedem Einschlag den Bestand zusammen mit den Eigentümern begehen und danach entscheiden, ob pro Festmeter abgerechnet werden kann oder ein Stundenlohn veranschlagt werden muss. Den kalkulieren wir mit unter 100 Euro pro Stunde, was auch attraktiv gegenüber größeren Maschinen ist“, erklärt Simon Launer. Das sei möglich, da der 3,4 l Caterpillar-Motor mit 75 PS pro Tag nur etwa 60 l Diesel benötige. Meist sollte daher der eigene Tank (65 l + 75 l im optionalen Zusatztank) ausreichen, zur Not ist jedoch auch eine Pumpe verbaut, durch die der Harvester sich am 200-l-Traktortank bedienen könnte. Dieser ist durch den Tieflader-Transport ja meist sowieso mit vor Ort.

Weitere Kompakte mit gleichen Wurzeln

Der Forwarder 560F verfügt wahlweise über einen 6,1 bzw. 8,2 m weit reichenden Kran.

Der Forwarder 560F verfügt wahlweise über einen 6,1 bzw. 8,2 m weit reichenden Kran.

Neben dem Harvester steht bei Malwa der Forwarder 560F im Programm. Beide Typen basieren auf der gleichen 75-PS-Grundmaschine. Der Rückezug kommt auf eine Lastaufnahmekapazität von 5.500 kg bei 2 m2 Ladequerschnitt. Werden die Rungen verschoben, können zwei 2-Meter-Stapel geladen werden, auch 5-m-Fixlängen seien laut Oliver Maack noch möglich. Durch einen zusätzlichen – antriebslosen – Anhänger kann die Kapazität auf 9.000 kg erhöht werden. Für diese Variante benötigt der Forwarder statt des serienmäßigen Cranab-Kran FC45 (6,1m) den Doppelteleskop-Ausleger FC45 DT, der mit seinen 8,2 m auch den T35-Anhänger erreicht. Die Arbeitshydraulik liefert dafür übrigens 148 l/min in die Schläuche, ebenso am Harvester 560H.

Die Ladekapazität beträgt 5.500 kg, kann aber mit einem Anhänger um 3.500 kg erweitert werden.

Die Ladekapazität beträgt 5.500 kg, kann aber mit einem Anhänger um 3.500 kg erweitert werden.

Da der Forwarder mit 6,3 m Länge ebenfalls vergleichsweise kurz baut, kommt er auch in engeren Beständen oder auf schmalen Rückegassen zurecht. Optional ist auch ein Energieholzgreifer von Biojack mit 180 mm Fälldurchmesser verfügbar. Da die Fahrgestelle weitestgehend identisch sind, kann der Forwarder selbst ebenfalls nur 18 km/h schnell fahren. „Im Schwachholz – der Paradedisziplin der Malwa-Maschinen – haben wir aber kaum Nachteile, was die Vorlieferleistung im Vergleich zu größeren Maschinen angeht. Denn wir müssen zwar etwas öfter fahren, sind aber flinker und sparsamer“, versichert Generalimporteur Maack. Am Ende des Tages hätten die kleinen Schweden schon des öfteren genau so viel Material aus dem Wald geschafft, wie ihre größeren Kollegen. Dabei sei aber weniger Diesel geflossen und die Investitionskosten seien natürlich ebenfalls wesentlich geringer. Sinnvoll seien die kleinen Forwarder laut Maack auch für größere Betriebe, etwa in Kombination mit größeren Maschinen: Während sich die kleinen Malwa-Forwarder um dünneres 2- und 3 m-Holz kümmern, können die stärkeren Maschinen die größeren Sortimente schultern. Dinge wie eine drehbare Kabine konnten allerdings aufgrund der kompakten Maße nicht realisiert werden.

Am Harvester 560H ist hinter dem Kran viel Stauraum verfügbar.

Am Harvester 560H ist hinter dem Kran viel Stauraum verfügbar.

Auch am Forwarder 560F gibt es viel Platz für Werkzeug und Co.

Auch am Forwarder 560F gibt es viel Platz für Werkzeug und Co.

Two in One

Eine weitere Besonderheit von Malwa ist die Kombimaschine 560C, die auf beide Einsatzszenarien umgerüstet werden kann. Sie kommt natürlich ebenfalls aus dem oben genanten Baukasten. Sie soll vor allem Kunden glücklich machen, die neben der Rückearbeit auch kleinere Durchforstungsaufträge oder das Aufarbeiten von Windwurfflächen übernehmen wollen. Ein Vorteil ist, dass durch einen Tieflader oder LKW-Abrollkipper „zwei Maschinen in einem Rutsch“ zum Einsatzort gebracht werden. Das Umrüsten von Forwarder auf Harvester dauere nach Herstellerangaben etwa 20 Minuten, geübte Hände würden das laut Oliver Maack aber auch noch schneller schaffen. Dafür muss beispielsweise das Stirngitter abgenommen werden, außerdem wird durch einen Riegel und mehrere Bolzen das Rahmenelement vor der Boogie-Achse entfernt, um eine möglichst kurz bauende Front zu erhalten. Da der Kran jedoch in der für Forwarder typischen Position direkt vor der Kabine verbleibt, ist der Harvester-Einsatz etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Einsatz kommen auch hier der 6,1 m weit reichende Cranab FC45 und das Log-Max 928A-Aggregat, das beim Harvester ebenfalls vom Log-Mate510 des Fällkopfherstellers gesteuert wird. Ein von Malwa entwickelter Schnellwechsler macht den Tausch von Greifer auf Fällkopf unkompliziert möglich. Ist dieser statt dem Rungenkorb im Einsatz, werden zusätzlich noch Gewichte mit je 1.100 kg auf den Rahmen gesteckt. So steht die Maschine sicher, was aber auch am kurzen Kran und dem 400 kg leichten Aggregat liegt. Da in der Harvester-Konfiguration nur der kurze Kran möglich ist, kann die Kombimaschine nicht mit dem am reinrassigen Forwarder möglichen, zusätzlichen Anhänger arbeiten. Auf dem Vorderwagen aller Maschinen können zudem wahlweise auch 600er oder 700er Reifen (ELS / TLS) gefahren werden, an den Boogieachsen sind lediglich 500er zu haben. Dort sind jedoch 685 mm breite Bänder in Kunststoff- und Stahlausführung verfügbar.

Oliver Maack von FHT Forst Holz Technik (links) ist seit 2019 Partner von Malwa-CEO Hans Lindberg.

Oliver Maack von FHT Forst Holz Technik (links) ist seit 2019 Partner von Malwa-CEO Hans Lindberg.

Durch den Vertrieb des neuen Händlers verspricht man sich aber einen neuen Absatzmarkt. Aktuell ist noch ein weiterer Malwa-Forwarder im Allgäu aktiv, zu dem gesellte sich nun der Harvester in Franken. Der neue Besitzer Simon Launer übernimmt auch gleich den Service für die Maschinen in Bayern und Baden-Württemberg. Er ist ausgebildeter Land- und Baumaschinenmechatroniker, fest angestellt bei einem entsprechenden Betrieb. Außerdem übernehmen die Launers den Service für Geräte von Unterreiner und Dolmar, betreiben einen Säge-Spalt-Automat und bieten zertifizierte Motorsägenlehrgänge an, Thomas Launer hat als Forstwirtschaftsmeister die dafür nötige Qualifikation. „Durch die hohe Kompatibilität der Maschinen untereinander – im Prinzip ist der komplette Vorderwagen von Motor über Hydraulik bis zur Kabine identisch – lassen sich Service und Reparaturen auch mit einem relativ kleinen Ersatzteillager sauber durchführen“, erklärt Händler Maack.

Durch Kunststoffbänder auf der Boogieachse läuft der Forwarder schonender, darunter sind 500er Reifen montiert. Am Vorderwagen sind auch 600er oder 700er möglich.

Durch Kunststoffbänder auf der Boogieachse läuft der Forwarder schonender, darunter sind 500er Reifen montiert. Am Vorderwagen sind auch 600er oder 700er möglich.

Derzeit sucht er weitere Partner, die ihn im Vertrieb und Service unterstützen. Dabei müsse man sich keine Maschinen auf den Hof stellen, sprich Erstinvestitionen entstehen durch den Einstieg nicht. Alle Maschinen werden nur auf Wunsch bestellt und dann von Malwa bereits verzollt zu Oliver Maack geliefert. Er organisiert anschließend den Transport zum Kunden. Vorführungen organisiert er entweder zusammen mit bestehenden Kunden oder der Hersteller aus Schweden stellt dafür Maschinen zur Verfügung. Die Nachfrage nach den kompakten Maschinen werde Maacks Ansicht nach steigen, da künftig mehr Durchforstungen gefragt sein werden, nachdem durch aktuelle Kalamitäten ein großer Teil des Starkholzes bereits aus dem Wald geschafft ist. Zudem spüre man eine höhere Nachfrage nach schlanken Maschinen, die auf engeren Wegen speziell im Bergland geschickt agieren können. „Wir haben schon viele Angebote geschrieben, durch Corona haben wir gerade aber sehr vorsichtig investiert. Wir denken aber langfristig und sind überzeugt, dass die Forstbranche die Vorteile der kleinen Profimaschinen auch hierzulande schon bald zu schätzen weiß“, so Maack. Denn Hersteller wie Händler verdeutlichen, dass man keinesfalls als kleine Hobby-klasse gelten möchte, sondern absolut für Profis taugliche Maschinen biete – nur eben kleiner.

Die Malwa-Maschinen setzen auf kompakte Maße und Profi-Technik.

Die Malwa-Maschinen setzen auf kompakte Maße und Profi-Technik.

Die Kombimaschine 560C kann durch wenige Handgriffe verkürzt und vom Forwarder zum Harvester umgebaut werden.

Die Kombimaschine 560C kann durch wenige Handgriffe verkürzt und vom Forwarder zum Harvester umgebaut werden.

Maack überlegt derzeit zudem, eine eigene Vorführmaschine anzuschaffen, mit der er selbst auch weitere Projekte umsetzen könnte. Er denkt etwa darüber nach, den Forwarder um einen flexibel in den Rungenhaltern einsetzbaren Hackeraufbau zu erweitern. Dafür steht er bereits mit der österreichischen Firma Bentele in Kontakt, die ein passendes Gerät mit eigenem Motor im Programm hat. Damit sollen bis zu 40 cm dicke Stämme verarbeitet werden, die Steuerung erfolgt per Funk, was die Anbindung sehr einfach macht. Er könnte sich zudem vorstellen, den Maschinen auch außerhalb des Forsteinsatzes weitere Arbeit zu verschaffen, etwa im Sandsack-Handling beim THW. Dazu will er einen Streuer-Trichter als Befüllvorrichtung umbauen, der Kran könnte schließlich direkt zum Dämmestapeln eingesetzt werden. Auch hier spiele die schlanke Technik auf dem Deich ihre Vorteile direkt aus. Zudem überlegt Maack, am Kran einen Mulchkopf und eine Astschere zu montieren, wodurch weitere Auftragsfelder erschlossen werden könnten. Dadurch soll das Potential der Maschine weiter steigen und diese möglichst ganzjährig wirtschaftlich arbeiten können.

Kontakt:

FHT Forst Holz Technik

Albert Maack

21255 Dohren

Telefon (0 41 82) 8 06 27 40

info @ forstholztechnik.de

www.forstholztechnik.de