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Lovol Arbos :

Die Longline wächst in Etappen

Junges Unternehmen kündigt Vertriebsoffensive an – Hauptquartier jetzt in Migliarina di Carpi (Modena) – Enge Zusammenarbeit mit chinesischer Mutter

Lovol Arbos: Die Longline wächst in Etappen

Auf der EIMA zog der Lovol Arbos Stand viele Interessenten an. Gezeigt wurden in Bologna neben Arbos Traktoren auch Schmalspurschlepper von Goldoni sowie Drill- und Pflanzenschutztechnik von MaterMacc.

Es ist ein kontinuierlicher Prozess. Schritt für Schritt stellt sich die Lovol Arbos Gruppe für die Zukunft auf, wobei die Schaffung einer kompletten Longline im Zentrum der Unternehmensstrategie steht. Ein weiterer Schritt zum Erfolg soll eine neue Vertriebsstrategie sein, die die Unternehmensführung jetzt auf der EIMA in Bologna vor internationalen Fachjournalisten vorstellte.

Kooperation mit Chinesen

Wie CEO Andrea Bedosti erläuterte, umfasst das Geschäft der Lovol Arbos Gruppe in Europa derzeit vier Tätigkeitsschwerpunkte, darunter die Industrieproduktion sowie MaterMacc und Goldoni. Viertes und neues Tätigkeitsfeld wird nun der Aufbau des Vertriebs in Europa, im Nahen Osten, in Nordafrika und Amerika sein.

Bedosti lobte die Partnerschaft zwischen China und Italien als kulturelles und industrielles Projekt, das die Verankerung der Gruppe in Italien durch die Kooperation zwischen den Standorten San Vito al Tagliamento und Zhucheng sowie Weifang und Modena stärke. Mittlerweile sind nach Angaben des CEOs am chinesischen Standort Weifang die ersten der in Italien entwickelten Traktoren in die Produktion gegangen. „Die Traktoren der Baureihe 5000 werden dort in einer modernen Montagelinie gefertigt, die europäische Normen umsetzt.“

Neue Zentrale

Im Weiteren gab Bedosti die Verlagerung des Hauptsitzes der Lovol Arbos Group von Bologna in die „Goldoni-Stadt“ Migliarina di Carpi (Modena) bekannt. Die Verwaltung sei bereits dorthin umgezogen, das R & D-Center und das Testzentrum für Motoren, Traktoren und Getriebe zum Jahresende 2016 ebenfalls. „Heute verfügt die Gruppe über 285.000 Quadratmeter Fläche“, sagte Bedosti und kündigte bereits in den nächsten anderthalb Jahren Veränderungen unter anderem im Produktionsablauf an.

Konkrete Ziele

Bedosti erklärte die Designphilosophie der Arbos Traktoren, die insbesondere auf den Nutzen und die landwirtschaftlichen Verfahren fokussiert sei. Besonderes Augenmerk liege auf der Senkung der Betriebskosten durch Nachhaltigkeit, Verringerung der Energiekosten und Optimierung des Betriebsmittelaufwandes.

Zukünftig werden laut Bedosti weiterhin spezialisierte Technik sowie Maschinen im mittleren und hohen Leistungsbereich konstruiert und produziert werden. Zudem ergänzen Sämaschinen, Pflanzenschutz- und Bodenbearbeitungsgeräte das Programm. Bedosti: „Unseren Worten sind in kurzer Zeit Taten gefolgt. Das Angebot von MaterMacc ist jetzt viel breiter als noch zum Zeitpunkt der Übernahme.“ So habe man die Produktpalette bereits um neue Einzelkornsämaschinen sowie Pflanzenschutztechnik ergänzt. Nach seinen Angaben ist die Entwicklungsstrategie von MaterMacc klar strukturiert und wird bis Ende 2018 umgesetzt sein. Zudem soll auch die Abrundung des Goldoni Programms bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Als Ziel für die nächsten zwei bis drei Jahre formulierte Bedosti die Integration aller Maschinen in ein Vollsortiment, das von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte reichen soll.

Standen Rede und Antwort auf der Pressekonferenz in Bologna: Marketingmanager Alessandro Zambelli, Andrea Bedosti und Verkaufsdirektor Massimo Zubelli (v.l.).

Standen Rede und Antwort auf der Pressekonferenz in Bologna: Marketingmanager Alessandro Zambelli, Andrea Bedosti und Verkaufsdirektor Massimo Zubelli (v.l.).

Massimo Zubelli, Vertriebs-, After-Sales- und Marketing-Direktor, berichtete über die aktuelle und zukünftige Vertriebsstruktur. „Wir streben eine schlanke und produktive Organisation an, und wir werden uns auf Märkte konzentrieren, die große Chancen bieten.“ In diesem Zusammenhang ist Europa für Zubelli eine wichtige globale Drehscheibe.

Für den Bereich After-Sales unterhält das Unternehmen zwei Ersatzteillager in Carpi und in San Vito al Tagliamento, die auch Teile für die in China hergestellten und in Italien verkauften Lovol Traktoren bevorraten.

Zubelli: „Unsere Traktoren stoßen auf allen Märkten auf Interesse. Sie sind modern, haben einen erschwinglichen Preis und eine vernünftige Qualität.“ Arbos wolle mit Hilfe von Importeuren in Europa, Nord- und Südamerika sowie Südafrika, Ägypten und Algerien bald präsent sein. Ebenso strebe man eine enge Zusammenarbeit mit Distributoren und Händlern an. Die Präsenz in Kroatien habe man bereits neu belebt und auch eine Niederlassung in Spanien eröffnet. Allerdings stehen nach seinen Worten die Märkte Deutschland, Benelux und Skandinavien noch nicht kurzfristig im Fokus der Vertriebsbemühungen. Russland sei bereits das zweitgrößte Absatzland für den Einzelkornsätechnikspezialisten MaterMacc, der dort direkt vertreten sei. Hervorragende Ergebnisse würden auch in der Türkei und im Iran erzielt. Überdies habe MaterMacc besonders auch den deutschen Markt im Visier.

Mit Goldoni Maschinen will man zunächst die existierenden Händler im europäischen Mittelmeerraum und Frankreich beliefern. Sobald die Produktionskapazitäten es aber zulassen, sollen auch die nördlichen Regionen an die Reihe kommen.

Longline von Arbos

Nach Angaben des Führungsduos stützt sich der Vertrieb auf vier Säulen, darunter den Bereich Finanzdienstleistungen, den Arbos Finance sicherstellt. Hinzu kommen der Bereich After-Sales in Kombination mit dem Gewährleistungs- und Ersatzteilmanagement und als vierte Säule die Arbos Academy, die Fortbildungen für Händler und Endkunden organisiert.

Was die Distribution in Italien angeht, so sollen bis zu 70 Vertriebspartner gewonnen werden. Hinsichtlich der zukünftigen Marktanteile in Italien zeigen sich die Manager optimistisch und prognostizieren innerhalb von drei Jahren zwischen 12 und 15 Prozent Marktanteil im speziellen Sektor der Wein- und Obstbautraktoren sowie einen fünfprozentigen Anteil am Gesamtmarkt. Als Produktionsziel für 2017 gab Bedosti 200 Maschinen der Marke Arbos vor. Zudem soll das Mähdrescherprojekt in den nächsten drei Jahren umgesetzt sein. In Zukunft werde die komplette Longline unter der Marke Arbos firmieren; die anderen Marken sollen aber nicht ganz verschwinden: „Wir werden sie strategisch nutzen“, sagte Bedosti abschließend.

Der Allradspezialtraktor Goldoni Quasar Q-110 gehört zu den Finalisten des Wettbewerbs Tractor of the Year 2017 in der Kategorie „Best of Specialized“.  MaterMacc Geräte: Besonders auch Deutschland im Visier.

Der Allradspezialtraktor Goldoni Quasar Q-110 gehört zu den Finalisten des Wettbewerbs Tractor of the Year 2017 in der Kategorie „Best of Specialized“. MaterMacc Geräte: Besonders auch Deutschland im Visier.

Lovol Heavy Industry – Starke Mutter in China

Die Lovol Arbos Gruppe gehört zu hundert Prozent zur Lovol Heavy Industry CO. Ltd. im chinesischen Weifang, die nicht nur im Landmaschinensegment, sondern auch in den Bereichen Baumaschinen, Geländefahrzeuge und Komponenten tätig ist. Das junge chinesische Unternehmen wurde erst 1998 gegründet, beschäftigt aber inzwischen schon 16.000 Mitarbeiter, davon 425 in Europa, und erwirtschaftet einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Das Vertriebsnetzwerk überspannt mittlerweile vierundsechzig Länder der Erde. Zu Lovol Arbos gehören seit 2015 die italienischen Hersteller MaterMacc und Goldoni.


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