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Lindner :

Auch am steilen Hang immer in der Spur

Mit dem Lintrac kommt jetzt ein besonders innovativer Traktor auf den Markt – Mitlenkende Hinterachse und ein neues Stufenlosgetriebe von ZF spielen ihre Vorteile besonders in der Berglandwirtschaft, bei Frontladerarbeiten, in Plantagen und in engen Altstädten aus

Lindner: Auch am steilen Hang immer in der Spur

Berglandwirtschaft: Hier ist der Lintrac in seinem Element.

Drei übersichtliche Bedienbereiche

Die Übersicht erhält der Fahrer mit dem I.B.C. Monitor. In der Hauptansicht werden alle wichtigen Fahrzeuginformationen dargestellt. Zusätzlich kann zwischen verschiedenen Ansichten gewählt werden: Hydraulik, Anleitungen, Fahrzeugeinstellungen, Serviceanzeige, Kamera und Betriebsdaten. Beim Rückwärtsfahren erscheint das Kamerabild automatisch.

Das neueste Stufenlosgetriebe von ZF

Im Lintrac kommt mit dem TMT09 von ZF das erste Stufenlosgetriebe zum Einsatz, das speziell für Zapfwellenleistungen von rund 90 PS entwickelte wurde. Es kommt jetzt als erstes und zunächst exklusiv bei Lindner zum Einbau. Dieses kompakte Leichtbaugetriebe arbeitet durch die überwiegend mechanische Kraftübertragung besonders effizient. Es ist auf Fahrgeschwindigkeiten zwischen -20 und + 43 km/h ausgelegt, wobei die volle Zugkraft zwischen - 20 und + 20 km/h zur Verfügung steht. Im schnelleren Transportbereich ist die Übersetzung auf besonders sparsames Fahren bei niedriger Drehzahl ausgelegt. Die Umschaltung zwischen den zwei Bereichen erfolgt vollautomatisch. Für besonders harte Einsätze kann das Umschalten auf den Transportmodus auch gesperrt werden. Die Vierfach-Heckzapfwelle mit Anlaufsteuerung arbeitet mit 430, 540, 750 und 1000 U/min.

Fahren mit „Ldrive“

Den Lintrac zu fahren ist einfach: Motor starten, Fahrtrichtung wählen, Gas geben und Lenken. Und dann kommt der „Ldrive“ Drehregler auf der Armlehne ins Spiel. Diese intelligente Regelung wird durch einfaches Drücken gestartet. Dann kann die Fahrgeschwindigkeit durch Drehen stufenlos beschleunigt und gebremst werden. Die wichtigsten Fahrfunktionen sind am Ldrive-Controller vereint: Funktionstasten für Kriech-Betrieb, Tempomat und Fußgas-Modus sind vorn, hinten werden Allrad und Differenzial aktiviert.

Die Spreizung der Fahrgeschwindigkeit kann über den Kriechmodus auf 30, 25 oder 15 km/h eingegrenzt werden. Außerdem gibt es einen Eco- sowie einen Power-Modus. Alle Werte des Pro-Modus können vom Fahrer selbst individuell auf seine Arbeitsbedingungen angepasst werden. Die Feineinstellungen vom Fahrwerk und Hydraulik werden ebenfalls über das Drehrad vorgenommen.

Verschiedene Arbeiten – verschiedene Modi

Über den Fußgasmodus lässt sich die Zapfwellendrehzahl direkt mit der Motordrehzahl verbinden, unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit. So lässt sich beispielsweise beim Zetten der Auswurfbereich exakt einstellen, bei konstanter Motordrehzahl und Geschwindigkeit. Der Fußgasmodus ist auch bei Arbeiten mit Frontgeräten optimal. Wie man es vom Traktoren mit Schaltgetriebe kennt, hängt die Motordrehzahl direkt am Gaspedal. Dabei kann die Fahrgeschwindigkeit trotzdem konstant gehalten werden. Auf Knopfdruck lässt sich die Fußgas- und die Ldrive-Spreizung auf 15 km/h einstellen. Damit ist die Geschwindigkeit bei Ladearbeiten oder in Obstplan- tagen extrem feinfühlig zu dosieren.

Traditionell Perkins

Wie alle Lindner Fahrzeuge, wird auch der neuen Lintrac von einer Perkins Maschine angetrieben. Der Turbo-Diesel mit 3,4 Liter Hubraum leistet 75 kW (102 PS). Er entfaltet ein beachtliches Drehmoment von 420 Nm bei 1.400 U/min mit einem sehr steilen Anstieg von über 40 %. Diese Eigenschaften bringen besonders beim Anfahren am Hang und bei schwerer Zugarbeit Pluspunkte.

Durch den Partikelfilter wird Abgasstufe 3b erreicht. Dieser regeneriert sich regelmäßig innerhalb weniger Sekunden vollautomatisch. Nach Aussage von Lindner soll der Filter 3.000 Stunden wartungsfrei laufen. Die einteilige Motorhaube öffnet sich mit Gasdruckfedern von selbst. Der Abstand zwischen den Kühlern ist groß genug, um diese leicht zu reinigen. Die Motorkühlung arbeitet mit dem Visko-Lüfter bedarfsgesteuert. So kommt der Motor auch schneller auf Betriebstemperatur.

Richtig Spaß macht der Lintrac, wenn er mit der optionalen mitlenkenden Hinterachse ausgerüstet ist. Bei der Entwicklung konnte Lindner auf die lange Erfahrung der vierradgelenkten Unitrac Transporter zurückgreifen.

Traktor, Hangmäher und Hoflader in einem Fahrzeug. Was vielleicht nach „Eier legender Wollmilchsau“ klingt, daran haben die Lindner-Ingenieure in Kundl (Tirol) drei Jahre intensiv gearbeitet. Heraus kam der Lintrac, von dem jetzt drei Vorserienmodelle auf Vorführ-Tour gehen (eilbote 21/2014). Start der Produktion soll Ende dieses Jahres sein, nachdem eine Vorserie von 20 Stück ein Arbeitspensum von zusammen 10.000 Arbeitsstunden absolviert hat. Wir hatten jetzt Gelegenheit, den Lintrac in Tirol zu fahren. Dabei überzeugten besonders die spielend leichte Bedienung sowie die bodenschonende Hangtauglichkeit und extreme Wendigkeit.

Der äußere Eindruck täuscht: Die zunächst eher zierlich wirkende Kabine bietet nach dem leichten Einstieg einen auf Anhieb überzeugenden Arbeitsplatz – komfortabel mit optimaler Rundumsicht. Der Komfortsitz ist luftgefedert, die Kabinenfederung optional erhältlich.

Dreht (fast) auf dem Teller

Schon ohne diese mitlenkende Hinterachse ist der Lintrac extrem wendig. Durch den kurzen Radstand von 226 cm und 52° Lenkeinschlag erreicht er einen Wendekreis von 9,5 m Durchmesser, gemessen mit Bereifung 480/70-R28 und 420/65-R20. Mit Vierradlenkung wird der Durchmesser auf etwas unter 7 Metern reduziert. Dabei werden die Hinterräder bis zu 20° eingeschlagen. Auch „Hundegang“ ist möglich.

Fazit

Wendemanöver am höchsten Punkt einer steilen Bergwiese, Frontladerarbeit auf dem engen Hof, Reihenwechsel in der Obstplantage, kommunale Arbeiten in Innenstädten und auf Radwegen – die Einsatzliste für den hinterradgelenkten Lintrac könnte noch deutlich weiter fortgesetzt werden. Diese zusätzliche Lenkung sorgt für Spurtreue auch in extremen Hanglagen und verhindert damit Schäden an der Grasnarbe. Mit einer minimal möglichen Außenbreite von 160 cm ist der Lintrac auch optimal für Plantagen und andere Reihenkulturen geeignet. Vor allem in der 1,5 m-Spur erreicht er mit lenkender Hinterachse eine tolle Wendigkeit. Mit der einfachen Ldrive Bedienung wird das Fahren fast zur Nebensache und man kann sich voll auf die Arbeit mit den Anbaugeräten konzentrieren. Zur Effektivität tragen auch die leistungsstarke Arbeitshydraulik mit stufenloser Verstellpumpe bei.

Das neue Stufenlosgetriebe von ZF passt dabei optimal in das Gesamtkonzept des Lintrac und sorgt besonders in kritischen Situationen am Hang für deutlich mehr Sicherheit.

Sicher ist der Einsatz des Lintrac nur in bestimmten Einsatzbereichen sinnvoll. Aber eines ist der Lintrac mit Sicherheit nicht: Eine Universalmaschine, die Vieles kann, aber nichts so richtig perfekt. Was der Lintrac auf seinem Feld macht, macht er auch hundertprozentig.

Auf die Plätze

Alle Scheiben sind ausstellbar, das „Frontlader-Freisichtfenster“ bietet beste Sicht vom Boden bis zur Maximalausladungshöhe. Für optimale Sicht nach hinten öffnet die Heckscheibe mit 90° Öffnungswinkel, erreicht wird dies durch ein neuartiges Doppelscharnier.

Auch an die kleinen Dinge des Lebens ist gedacht: Das seitliche Staufach wird von der Klimaanlage mitgekühlt. Mit Getränkehalter, Telefonablage und Sitzfach findet alles seinen Platz.

Die Bedienelemente sind auf das Wesentliche reduziert und in Armaturenbrett, Armlehne und seitliche Bedienkonsole gegliedert.


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