Magazin Wirtschaft

LBT-Landesverband Nordrhein-Westfalen :

Ausflug in die Niederlande

Mehr Azubis in NRW ausgebildet – Händler warfen bei Kramp Blick hinter die Kulissen

LBT-Landesverband Nordrhein-Westfalen: Ausflug in die Niederlande

Die NRW-Fachhändler trafen sich bei Kramp in Varsseveld.

Eddie Perdok begrüßt die Fachhändler aus NRW am Kramp-Stammsitz.

Eddie Perdok begrüßt die Fachhändler aus NRW am Kramp-Stammsitz.

Ein Ausflug in die Niederlande stand kürzlich für die Fachhändler aus Nordrhein-Westfalen auf dem Programm. Auf Einladung des Fachverbandes Land- und Baumaschinentechnik NRW waren sie nach Varsseveld gekommen. Dort, nahe der deutsch-niederländischen Grenze, befindet sich der Hauptsitz des Fachgroßhändlers Kramp – Gastgeber der diesjährigen Mitgliedersammlung.

Eddie Perdok, ließ es sich nicht nehmen, die Fachhändler persönlich zu begrüßen: „Wir möchten unseren Kunden in allen Ländern, in denen wir aktiv sind, nah sein“. Der Vorstandsvorsitzende der Kramp-Gruppe setzt auf enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, Herstellern und Händlern. Für ihn spielen „starke Partnerschaften eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Händlern bestmöglichen Service zu bieten.“ Anerkennung zollte der Kramp-CEO seinem „Super Team“ und sagte den Fachhändlern: „Unsere 3.000 Mitarbeiter denken partnerschaftlich und sind täglich damit beschäftigt, Ihnen das Ersatzteilgeschäft so einfach wie möglich zu machen.“

Wie Joachim Bach, Sales Director Deutschland, ausführte, kann der Teilehändler seinen mehr als 40.000 Kunden ein Kernsortiment von über 500.000 verschiedenster Ersatz- und Verschleißteile sowie Zubehör für die Sektoren Landwirtschaft, Forst und Garten sowie Baumaschinen anbieten. 1951 im niederländischen Varsseveld gegründet, sei Kramp heute in 22 europäischen Ländern tätig. In den vergangenen Jahren ist der Umsatz kontinuierlich gewachsen: Allein in 2018 konnte der niederländische Ersatzteilgroßhändler laut Bach einen Umsatz von 822 Millionen Euro erwirtschaften. „Wir sind auf dem besten Weg, unser Umsatzziel von einer Milliarde Euro bis 2020 zu realisieren“, zeigte sich Bach zuversichtlich.

Natürlich nutzten die NRW-Fachhändler in Varsseveld die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Kramp-Logistik und des Kramp Service Centers zu werfen.

Rote Box für Teile

Sie verfolgten die Wege der ihnen gut bekannten roten Mehrwegboxen im Zentrallager. Sie staunten auch über die umfangreichen Produktionsmöglichkeiten, mit denen Kramp flexibel auf individuelle Anforderungen der Kunden reagieren kann. Die technischen Dienstleistungen reichen von der Reparatur und Überholung von Hydraulikzylindern über die Zerspanung bis hin zu kundenspezifischen Maßanfertigungen wie zum Beispiel kompletten Hydraulikeinheiten inklusive SPS-Steuerung.

NRW-Präsident Heinz-Georg Mors: „Unser Beruf hat Zukunft!“

NRW-Präsident Heinz-Georg Mors: „Unser Beruf hat Zukunft!“

Joachim Bach gibt den Händlern einen Einblick in das Unternehmen Kramp.

Joachim Bach gibt den Händlern einen Einblick in das Unternehmen Kramp.

Den Nachwuchs begeistern

Heinz-Georg Mors, Präsident des Fachverbandes Land- und Baumaschinentechnik NRW, beleuchtete die aktuelle Situation von Landwirtschaft und Landtechnik. Für Mors eine Zukunftsbranche, die dazu beiträgt, dass alle Menschen versorgt werden. Nicht nur die Trockenheit und der damit einhergehende Grundfuttermangel hätten auch in diesem Jahr vielen Landwirten zugesetzt. Zudem seien vor allem Rinderhalter von niedrigen Erzeugerpreisen betroffen. Als weitere Stichworte, die das zu Ende gehende Jahr prägten, nannte er die Digitalisierung, staatliche Auflagen und die verschärften Regeln nach der neuen Düngeverordnung. Auch in Zukunft werde sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft fortsetzen. In der Folge rechnet Mors auch mit Anpassungen der Strukturen im vor- und nachgelagerten Bereich. Dennoch würden wohl auch in Zukunft keine landwirtschaftlichen Flächen brachliegen. „Es bieten sich immer wieder neue Chancen“, sagte der NRW-Verbandspräsident zuversichtlich.

Starke Kampagne

Sorge bereitet ihm der Fachkräftemangel. Dennoch konnte Mors seinen Kollegen von steigenden Ausbildungszahlen in NRW berichten. „Wir haben es als Branchenorganisation erneut geschafft, mehr junge Menschen für den Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers zu begeistern.“ Demnach wurden in 2018 insgesamt 468 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 27 Verträge mehr als in 2017, was einem Plus von 6,1 Prozent entspricht. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 1.494 Auszubildende beschäftigt, wovon 426 im ersten Lehrjahr begannen. „Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat sicherlich auch die Nachwuchswerbekampagne ‚Starke Typen’“, lobte Mors und leitete über zu Johanna Bacchiocchi, die über das neu gestaltete Kommunikationskonzept der Branchenkampagne berichtete. Die Marketing-Fachfrau vom LandBauTechnik-Bundesverband verantwortet unter anderem den Online-Auftritt der Werbekampagne. Eine perfekte Möglichkeit, Jugendliche anzusprechen, sind für die junge Frau insbesondere Social-Media-Kanäle wie zum Beispiel YouTube. Dort findet der potenzielle Nachwuchs in knackigen Videos interessante Informationen zur Ausbildung. Bespielt werden ebenso Plattformen wie Facebook und das eher bei Teenagern angesagte Instagram. Die klassisch analoge Werbung hat aber weiterhin einen festen Platz in der Nachwuchswerbung. Gute Erfahrungen habe der Verband bereits mit dem neuen Messestand zur Kampagne (der übrigens auch auf der Agritechnica zum Einsatz kam, Anm. der Redaktion) gemacht. „Die Landesverbände können sich den Stand für ihre Messeauftritte beim Bundesverband ausleihen“, empfahl Bacchiocchi und präsentierte den Händlern weitere analoge Werbematerialien wie Poster, Infoflyer sowie originelle T-Shirts und Bierdeckel, die über den Bundesverband bezogen werden können.

„Die Branche braucht gute Fachkräfte“, resümierte Mors und appellierte in dem Zusammenhang an seine Händlerkollegen, auch dem Nachwuchs das Ehrenamt im Verband schmackhaft zu machen.


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