Magazin Landwirtschaft

Landwirtschaftsflächen :

Leichter Preisanstieg

Agrarland im Osten günstiger – Die höchsten Preise in Niederbayern

Die Preiskurve für landwirtschaftliche Grundstücke zeigt seit Jahren talwärts. Im ver- gangenen Jahr mussten die deutschen Landwirte für den Kauf landwirtschaftlicher Grundstücke jedoch wieder etwas tiefer in die Tasche greifen, zitiert der niedersächsische Landvolk- Pressedienst Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (siehe auch Eilbote Nr. 35/2007).

Der Preis für landwirtschaft- liche Grundstücke in Deutschland lag 2006 im gewogenen Durchschnitt mit 8.909 Euro je Hektar (ha) um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Zehn Jahre zuvor kosteten die Flächen im Bundesdurchschnitt allerdings noch 10.394 Euro/ha, seitdem ist der Preis ständig gesunken.

1998 wurde Agrarland beispielsweise für 9.500 Euro/ha gehandelt, zwei Jahre später für 9.081 Euro/ha. Nur kurz zogen die Preise in 2002 auf durchschnittlich 9.465 Euro/ha an. In den darauffolgenden Jahren gaben die Preise wieder nach, und Landwirte konnten in 2004 Parzellen für 9.233 Euro/ha und in 2005 für 8.692 Euro/ha erstehen.

Die Preisentwicklung verlief im vergangenen Jahr allerdings für den Osten und den Westen der Republik sehr unterschiedlich. So stieg der Preis für landwirtschaftliche Grundstücke 2006 in den alten Bundesländern nur leicht um 0,7 Prozent oder 116 Euro auf 15.941 Euro je ha. In den neuen Bundesländern erhöhte sich der Kaufpreis dagegen im gewogenen Durchschnitt um 1,9 Prozent oder 76 Euro auf 4.040 Euro/ha. Das kräftige bundesweite Plus von 2,5 Prozent fußt auf der gegenläufigen Entwicklung des Umfangs der veräußerten Flächen in Ost und West: So stieg die veräußerte Gesamtfläche in 2006 in Westdeutschland, wo die Kaufwerte deutlich höher sind, um 1.247 ha oder 3,2 Prozent auf 39.769 ha. Dagegen ging sie in den neuen Bundesländern – nach einem starken Anstieg im Vorjahr – um 678 ha oder 1,2 Prozent auf 57.479 ha zurück.

Verkauf von Agrarland nahm zu

Insgesamt zählten die Statistiker 38.374 Veräußerungsfälle, davon mit 26.369 mehr als zwei Drittel im früheren Bundesgebiet. 2006 wechselten bundesweit 97.275 ha Agrarland den Besitzer, was gegenüber 2005 eine leichte Zunahme um 570 ha bedeutete.

Die meiste Fläche wurde mit 18.022 ha in Brandenburg verkauft, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 17.919 ha und Niedersachsen, wo 14.783 ha den Besitzer wechselten. Die höchsten Preis wurden jedoch ganz im Süden erzielt: Mit durchschnittlich 33.058 Euro/ha löste der Regierungsbezirk Niederbayern den von Düsseldorf mit 32.415 Euro/ha in der Rangliste ab.

Dennoch kosten landwirtschaftliche Flächen im Bundesland Nordrhein-Westfalen am meisten Geld: Durchschnittlich 25.973 Euro/ha bedeuten im Ländervergleich die Spitze, gefolgt von Bayern mit 24.294 Euro/ha und Baden-Württemberg mit 19.169 Euro/ha. In Hessen und Niedersachsen unterschritten die Kaufpreise sogar den Durchschnitt des ehemaligen Bundesgebietes und lagen mit 13.441 Euro/ha beziehungsweise 13.170 Euro/ha im Mittelfeld, dicht gefolgt von Schleswig-Holstein mit 11.031 Euro/ha.


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