Anzeige

Magazin Wirtschaft

LandBauTechnik-Bundesverband :

„Wir sind eine krisenfeste Branche“

LandBauTechnik-Branche sieht sich mit vielen Herausforderungen konfrontiert – Zufriedenheitsbarometer Landtechnik geht in die zweite Runde

LandBauTechnik-Bundesverband: „Wir sind eine krisenfeste Branche“

Die Teilnehmer der digitalen Pressekonferenz (v. l. n. r.): Bundesinnungsmeister Leo Thiesgen, Präsident Ulf Kopplin, Vizepräsident Ludger Gude und Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Oelck.

Am 20. März fand die zweite digitale Pressekonferenz des LandBauTechnik-Bundesverbands statt, bei der unter anderem auch die Ergebnisse der Zufriedenheitsanalyse präsentiert wurden. „Über ein Jahr hat uns die Pandemie nun fest im Griff. Wir sind an vielen Herausforderungen gewachsen, haben aber vor allem gesehen, dass wir eine krisenfeste Branche sind“, sagt Ulf Kopplin, Präsident des LandBauTechnik-Bundesverbands, „da aber jeder weiß, Stillstand ist Rückschritt, arbeiten wir stetig an uns. Und vor allem an der Beziehung der Händler zum Hersteller.“

Was bewegt die Branche?

Die kurz-bis mittelfristige Herausforderung liege insbesondere im Bereich des After Sales. Entgegen der anfänglichen Erwartungen zu Beginn der Corona-Pandemie sei die Auftragslage sehr gut, aber die Ersatzteile fehlten, erläutert Kopplin die aktuelle Situation. Händler müssen schon erste Szenarien durchspielen, was mit der Ernte passiert, wenn Maschinen in der Werkstatt stehen und aufgrund von fehlendem Zubehör nicht repariert werden können.

Was sollen Händler für die zweite Jahreshälfte fakturieren, wenn viele der bestellten Maschinen erst im Jahr 2022 geliefert werden können, fragt sich Kopplin weiter. Auch stehen Landtechnikhändler aktuell vor der Aufgabe, die Probleme der Hersteller zu lösen: Wenn es an neuen Maschinen mangelt, so werden Gebrauchte zwangsläufig länger genutzt. Die dadurch entstehende Wertminderung kann laut Verband nicht nur dem Händler zugeordnet werden.

Dr. Michael Oelck ergänzt, dass zu den aktuellen Herausforderungen auch die Rohstoffknappheit gehört, die eine erhebliche Preiserhöhung zur Folge habe.

Auch die Effekte der Bauernmilliarde sieht der Verband fraglich, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme. So konterkariert diese ein aktuell gut laufendes Geschäft. Die Gebrauchtmaschinenpreise verändern sich und ein Wertverlust von 40 Prozent über Nacht sei möglich. Der Verband gibt zudem zu bedenken, dass bereits ausgelastete Werke durch eine Vielzahl von Bestellungen noch stärker beansprucht werden würden.

Während der Pressekonferenz präsentierten Bundesinnungsmeister Leo Thiesgen und Pressereferentin Gabriele Schulte-Kemper auch die aktuellen Auszubildenen-Zahlen.

Anzeige

Erfreuliche Auszubildenen-Zahlen

Gab es in vielen Gewerken deutlich weniger Ausbildungsverhältnisse, so konnte die handwerkliche Ausbildung zum/r Land- & Baumaschinenmechatroniker/in um 2,9 Prozent zulegen: Insgesamt 8.048 junge Leute standen am Stichtag 31.12.2020 in regulären Ausbildungsverhältnissen bei insgesamt 2.782 Ausbildungsbetrieben unter Vertrag. Rechnet man die aus der IHK-Statistik hinzu, sind es weit über 9.000. Zwar sind nach wie vor nur 2,3 Prozent der Lehrlinge weiblich – das ist immerhin schon eine exorbitante Steigerung gegenüber den Vorjahren (2,1 Prozent), absolut ist der Wert mit bundesweit 183 jungen Frauen noch immer überschaubar.

Ebenso stellte der Verband die Ergebnisse der Mitgliederbefragung zur Zufriedenheit mit ihren Landtechnik-Fabrikaten, genannt „Zufriedenheitsbarometer Landtechnik“ (ausgenommen Traktoren), vor.

Umfrage-Teilnahme verbesserbar

Die Teilnahme an der Umfrage ist dabei gegenüber dem Vorjahr gestiegen: 578 Rückmeldungen (100 mehr als 2020) sind in der Geschäftsstelle eingegangen. „Das ist erneut sehr ordentlich, aber sicherlich noch weiter steigerungsfähig“, sagt Ulf Kopplin.

In 16 Kategorien galt es dabei – analog zu Schulnoten – Bewertungen abzugeben. Insgesamt am zufriedensten ist der Fachhandel mit der fabrikatsseitig gebotenen Produktpalette, der Bestwert aller Kategorien. Auf die Frage nach dem Zufriedenheitsgrad bei der Unterstützung im Management von Gebrauchtmaschinen gab es hingegen die schlechtesten Werte. Sieger in der Gesamtzufriedenheit ist mit 17,2 Punkten Krone. Horsch erreichte mit 17,0 Punkten den zweiten Platz, gefolgt von Claas mit 15,7 Punkten.

Besondere Beachtung findet die Antwort auf die Frage, in welchen Kategorien das jeweilige Fabrikat besser geworden oder gleichgeblieben ist oder sich gar verschlechtert hat. „Das ist dann der Ansatzpunkt, auf den wir hinarbeiten wollen: Problembereiche identifizieren und bilateral lösen. Oder andersherum: Das Zufriedenheitsbarometer als Frühwarnsystem nutzen, um zu erkennen, an welcher Stelle der Unmut sich sammelt“, erklärt Ulf Kopplin. Auch, wenn die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nicht in allen Punkten zu hundert Prozent gegeben ist – das ist bei regelmäßig wiederkehrenden Umfragen anfangs immer so, wenn noch Feinjustierungen an Fragestellungen anzupassen sind – kann man doch feststellen, dass das Zufriedenheitsniveau zwischen 2020 und 2021 leicht gefallen ist. Die ausführlichen Ergebnisse des Zufriedenheitsbarometers lesen Sie in der nächsten Ausgabe des eilboten.


Anzeige