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Kundenservice :

Satellitengesteuert immer in der Spur bleiben

Der eilbote berichtete in Heft 8/2020, wie der Case IH Händler Reise Landtechnik in Lippetal sein Precision Farming Geschäft auf- und ausbaute. Ein Bestandteil ist das traditionelle Fahrertraining zur Satelliten-unterstützten Spursteuerung. Wir haben diesen Tag begleitet.

Kundenservice: Satellitengesteuert immer in der Spur bleiben

Thomas Grote, AFS Spezialist bei Reise Landtechnik, Mathias Bröker, Produktberater My Data Plant, Phillip Zumbült von AG Xtend zusammen mit den Seminarteilnehmern (von rechts). Das Gruppenbild entstand im Februar.

Auch nach der Theorie ergaben sich interessante Gespräche. Mathias Bröker, Produktberater My Data Plant (mitte) beantwortete neben dem Praxis-Training noch viele weitere Fragen zum Flächenmanagement via Satellit.

Auch nach der Theorie ergaben sich interessante Gespräche. Mathias Bröker, Produktberater My Data Plant (mitte) beantwortete neben dem Praxis-Training noch viele weitere Fragen zum Flächenmanagement via Satellit.

Seit gut fünf Jahren findet, rechtzeitig bevor es wieder ab ins Feld geht, im Februar das Fahrer-Training statt. „Das Interesse am Thema ist ungebrochen groß“, so Thomas Grote, AFS Spezialist bei Reise Landtechnik. Mit dabei sind Kunden, die einen neuen Traktor mit Spursteuerung bekommen, ebenso wie Kunden, die bereits die Technik im Einsatz haben und ihre praktischen Kenntnisse verbessern wollen.

So fanden sich Mitte Februar an den zwei Terminen jeweils 20 interessierte Landwirte, Lohnunternehmer und Mitarbeiter aus dem Reise-Einzugsgebiet von Nordhessen bis an die niederländische Grenze in Lippetal zusammen.

Routiniert und rund um gut vorbereitet, fand der theoretische Teil im Maschinenübergaberaum am Tor 7 statt, einem barrierefreien Seminarraum für Fortbildungsveranstaltungen der Landtechnikmitarbeiter. „Inzwischen wissen unsere Kunden, dass wir dieses Fahrer-Training anbieten und fragen schon im Herbst, ob es im Februar wieder stattfindet“, erklärt Thomas Grote, „im Januar verschicken wir die Einladungen.“ Zu Beginn der Veranstaltungsreihe gab es bis Ende Januar kaum Reaktionen. „Damals haben wir ziemlich geschwitzt“, lacht Grote, „dann kamen die Zusagen binnen zwei Wochen vor dem Termin. Das ist auch heute so, aber wir schwitzen nicht mehr.“ Manch einer guckt wohl auch, was das Wetter macht, bevor er zusagt, so kurz bevor es wieder ins Feld gehen kann.

Präzision nicht nur in der Spur

Das Programm zum Thema Precision Farming bestand aus dem theoretischen Teil rund um das Bedienelement AFS Pro 700 von Case IH.

Niels Bentsink aus Winterswijk ist landwirtschaftlicher Mitarbeiter auf einem Milchviehbetrieb mit 450 Kühen in Südlohn. „Ich habe meine bereits praktischen Erfahrungen im Seminar gut ergänzen können.“

Niels Bentsink aus Winterswijk ist landwirtschaftlicher Mitarbeiter auf einem Milchviehbetrieb mit 450 Kühen in Südlohn. „Ich habe meine bereits praktischen Erfahrungen im Seminar gut ergänzen können.“

Bedienung, eventuelle Bedienungsfehler und zahlreiche Möglichkeiten, die die AFS Pro 700 tatsächlich in der Praxis bietet, waren weitere Inhalte. Ergänzt wurde die Satelliten-Navigation durch das satelliten-gestützte Angebot des Flächenmanagements von My Data Plant, einer Tochter der Kleffmann-Group. Mathias Bröker, Produktberater My Data Plant, stellte das Angebot des jungen Unternehmens vor. Das via Satelliten gestützte Flächen-Management bietet Biomassekartierung, Dünge- und Saatkarten sowie Übersichtskarten der Wasserversorgung von Flächen. Anschließend konnten die Teilnehmer die Theorie in der Praxis auf zwei Case Puma überprüfen.

Fakten zur Bedienung

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann Phillip Zumbült von AG Xtend, der Precision Farming Plattform von CNH, mit der wichtigsten Voraussetzung zur Satellitengesteuerten-Spurfindung: der Satellitendichte. Was auf Erden manchmal schwierig ist, eine gemeinsame Richtung zu finden, scheint im Himmel zu funktionieren. Mit den ca. 31 Satelliten GPS der USA und GLONASS, den ca. 24 Satelliten der Russischen Konföderation, zusammen mit den EGNOS Signalen (eigentlich für den Flugverkehr) und den ca. 26 zivilen europäischen Galileo-Satelliten, ist die Signal-Abdeckung weitaus besser als zu Beginn der Satelliten-gestützten Spursteuerung. Mindestens fünf Satelliten müssen in Reichweite sein, damit das Navigationssystem funktioniert. Somit sind Genauigkeiten von 20 bis 30 cm bzw. 10 bis 15 cm erreichbar. Exakt wird es über das Referenzsignal der RTK-Netzwerke, die auch via Mobilfunk empfangen werden können, sofern ein Mobilfunknetz in der Region funktioniert.

Gleich anschließend die brennende Frage: Was ist, wenn trotz einer Vielzahl zur Verfügung stehender Signale, es zu langsam oder gar nicht startet? Das kann zum Beispiel an den kleinen Bedienungsfehlern liegen, wie zu vielen geöffneten, bzw. nicht vollständig abgeschlossenen Aufträgen. Anhand der Betriebsanleitung des Bedienelements AFS PRO 700 erläuterte Phillip Zumbült Vorgehensweise und Fehlerquellen.

Phillip Zumbült vom Kundenservice AG Xtend CNH, erläuterte das Programm AFS Pro 700.

Phillip Zumbült vom Kundenservice AG Xtend CNH, erläuterte das Programm AFS Pro 700.

Phillip Zumbült zeigt auf dem Puma die Vorgehensweise.

Phillip Zumbült zeigt auf dem Puma die Vorgehensweise.

Jeder Zentimeter zählt

Die richtige Kalibrierung des Programms ist die Voraussetzung, um mögliche Abweichungen der Spursteuerung, trotz ausreichender Satelliten-Signale und vorhandenem RTK- oder Mobilfunknetz, auszuschließen. Es reicht schon, wenn die Antennenhöhe auf dem Hof gemessen und eingegeben und anschließend auf dem Acker, zum Schutz des Bodens, mit geringerem Reifendruck gefahren wird. Oder im Laufe des Jahres werden nach bereits erfolgreichem Arbeiten mit dem System, die Reifen des Traktors gewechselt, die sich in der Höhe um einige Zentimeter von den Vorgängern unterscheiden. Um wenige Zentimeter geht es auch bei der tatsächlichen Arbeitsbreite der Geräte.

Durch das Wechselspiel von chronologischem Vortrag, Fragen und Erfahrungen aus dem Auditorium gelang es, Theorie und Praxis lebendig zu ver- einen.

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig: der Weg hat sich gelohnt. Mit frischem oder aufgefrischtem Wissen rund um die Satellitenunterstützte Spursteuerung machten sich die Teilnehmer wieder auf den Heimweg. Thomas Grote: „Spätestens im nächsten Februar ist die nächste Veranstaltung und dann werden einige für die es heute Neuland war, eigene Erfahrungen einbringen.“