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Krpan :

Ein Firmenname, der verpflichtet

Der nach eigener Angabe weltgrößte Forstseilwindenhersteller baut auch kombinierte Holz-Säge-Spalter, Rückezangen, Bündelgeräte und Forstanhänger. Der eilbote besuchte das slowenische Unternehmen und erfuhr dabei, warum allein schon der Firmenname ein besonderes Qualitätsversprechen mit drei Jahren Garantie beinhaltet.

Krpan: Ein Firmenname, der verpflichtet

Das Krpan Werk in Slowenien umfasst 22.000 Quadratmeter Hallen. Weitere 10.000 Quadratmeter sollen in diesem Jahr hinzukommen.

Für den Verkauf in Deutschland ist Robert Flis (links) verantwortlich. Hier mit Marketingleiterin Katja Anželak und Chef Franc Pišek.

Für den Verkauf in Deutschland ist Robert Flis (links) verantwortlich. Hier mit Marketingleiterin Katja Anželak und Chef Franc Pišek.

Das Hinweisschild an der Hauptstraße zur Firma Krpan in Slowenien zeigt eine schmale, steile Straße rechts hinauf. An einem Bauernhof mit schnatternden Gänsen vorbei taucht im frühmorgendlichen dichten Nebel ein großer Parkplatz auf. Dahinter kann man die Werksgebäude entdecken. Als ich das moderne Verwaltungsgebäude betrete, begrüßt mich Robert Flis freundlich mit einem starken Kaffee im Ausstellungsraum. Flis ist seit gut einem Jahr bei Krpan, spricht gut deutsch und ist flexibel. Ich hatte nämlich meinen Termin mit ihm spontan, keine zwölf Stunden vorher, vereinbart. Ein Betriebsspiegel in deutsch war bei meinem Eintreffen vorbereitet und Zeit für eine Werksführung sowie ein Treffen mit der Geschäftsführung, dem Ehepaar Pišek, fest terminiert.

Das Programm umfasst Holzrückewagen, Sägespalter sowie Holzspalter. Insgesamt produziert Krpan 15.000 Maschinen jährlich.

Das Programm umfasst Holzrückewagen, Sägespalter sowie Holzspalter. Insgesamt produziert Krpan 15.000 Maschinen jährlich.

Einer der Krpan Bestseller in Deutschland: Die Seilwinde 8,5 DH.

Einer der Krpan Bestseller in Deutschland: Die Seilwinde 8,5 DH.

Krpan ist nach eigener Angabe der weltgrößte Hersteller von Forstseilwinden. Über 8.600 davon gehen jährlich in mehr als 50 Länder der Erde. In Deutschland sind diese Geräte bereits zu tausenden im Einsatz. Bis vor zwei Jahren vertrieb die Firma Oehler die Krpan-Winden unter ihrem Namen, genau wie BGU. Jetzt will Krpan unter eigenem Schriftzug sein Forsttechnikprogramm in Deutschland forcieren. Das ist die Aufgabe von Robert Flis. Er kommt von einem größeren slowenischen AGCO-Händler. Er kennt daher die Arbeitsweise der Landmaschinenhändler und Werkstätten genau. Krpan baut darüber hinaus jährlich 2.800 Brennholzspalter, 200 Forstanhänger sowie 1.900 Holzkippmulden für Traktoren und 490 Rückezangen. Am jüngsten ist das Produktprogramm der Rückewagen mit Forstkränen. Die Fertigungstiefe ist beeindruckend, wie der Rundgang durch das Gebäude um Gebäude gewachsene Unternehmen zeigt. Franc Pišek startete in seiner Werkstatt Šmarje pri Jelšah 1977 mit der Produktion von Gummiwagen, bevor er sich mehr und mehr der Forsttechnik widmete. Das Wohnhaus des Firmengründerehepaares steht heute zwischen den großen Werkhallen auf einem hängigen Gelände. Herr Pišek und seine Frau wohnen hier inmitten des Staplerverkehrs. Einige besonders steile Werksstraßen sind sogar beheizt, damit sie im Winter problemlos zu befahren sind. Ein neues Wohnhaus für Pišeks außerhalb des Geländes ist fast schon bezugsbereit. In Kürze schaffen die Bagger das alte beiseite, um eine neue Halle für die Stahllager zu errichten. Eine weitere Halle, 10.000 m² groß, soll die bisherigen 22.000 m² Produktionsfläche ergänzen.

Automatisierung: Der gelbe Manipulator kann Teile bis zu einer Tonne bewegen.

Automatisierung: Der gelbe Manipulator kann Teile bis zu einer Tonne bewegen.

225 Mitarbeiter verarbeiten bei Krpan jährlich gut 8.000 Tonnen Stahl zu Forstmaschinen. Bei meinem Besuch im März brummte es in allen Hallen. Zwei Drittel der Belegschaft in der Produktion haben zu Hause eine eigene Landwirt- oder Forstwirtschaft. Sie leisten jetzt Überstunden, die sie im Sommer dann für die Arbeit in ihrer eigenen Wirtschaft einsetzen.

Neben zwölf klassischen Drehbänken in Hammerschlaggrün, die hier nach Jahrzehnten immer noch zuverlässig ihren Dienst verrichten, stehen 14 neueste CNC-Zentren. In der Schlosserei fällt ein gelber drei Meter hoher Silo mit fünf Metern Durchmesser besonders auf.

In diesem Schutzkäfig verrichtet ein neun Tonnen schwerer gelber Roboterarm, ein sogenannter Manipulator, seinen Dienst. Selbstständig greift er sich ein geheftetes Teil, die Aufnahme für den Drehkran eines Rückewagens. Zwei Roboter-Schweißarme beugen sich dann über das Werkstück und ziehen ihre Schweißnaht. Ist diese fertig, ziehen sich die Arme zurück und der Manipulator dreht das Werkstück in eine neue Position. So ist gewährleistet, dass jede Naht immer in der für das Schweißen günstigen Position von oben gezogen wird. Der gelbe Manipulator kann knapp eine Tonne schwere Teile bewegen. Er ist der größte in Slowenien.

Plasma-Blechschneide- und Rohrbiegemaschinen für die Schutzgitter der Seilwinden und Rungen der Forstanhänger verrichten hier ihre Arbeit. Mehrere Schweißroboterzellen von Cloos und OTC sind teilweise mit 9- und 5-Tonnen-Kränen ausgerüstet. Sie zeigen den hohen Automatisierungsgrad.

Eine sechs Meter hohe Kugelstrahlkammer bereitet die Teile für die Pulverbeschichtung in der nagelneuen Anlage vor. „Wir verwenden, wie z.B. Pöttinger, Claas und Horsch auch, Farben des österreichischen Hersteller Tiger Coatings“, betont Flis, als wir neben der 44 mal 24 Meter großen Pulverbeschichtungsanlage stehen.

Das Seilmagazin.

Das Seilmagazin.

225 Menschen sind bei dem Unternehmen beschäftigt.

225 Menschen sind bei dem Unternehmen beschäftigt.

Außer Seilen, Hydraulikschläuchen, Gelenkwellen und Beleuchtungsanlagen der Fahrzeuge fertigen die Werker bei Krpan alles selbst – gut 15.000 Maschinen pro Jahr. Sieben Ingenieure und Techniker arbeiten in der eigenen Entwicklung. 2017 erreichte das slowenische Unternehmen 29 Mio. Euro Umsatz, in diesem Jahr rechnet man mit einem Plus von 27 Prozent, berichtet Juniorchef Franc „Branko“ Pišek. In einem gemeinsamen Büro mit seiner Frau Tina ist sogar Platz für eine moderne Sitzgruppe für Besprechungen und eine Spielecke für die dreijährige Tochter Klara. Das Betriebsklima ist familiär, der Vertrieb aber weltweit vernetzt. In Deutschland arbeitet Krpan mit HJF, der Agrom, Gruber, Kotschenreuther und Claas Süd-Ost Bayern zusammen. Zu den Bestsellern gehören die Seilwinde 5,5 EH mit 5,5 Tonnen und 100 Metern Seil für Schlepper bis 65 PS.

Bei Rückewagen verkauft sich die Variante mit 12 Tonnen und 8,6 Meter-Kran aktuell am besten.

Wie kommt das Unternehmen zu seinem für deutsche nicht ganz leicht auszusprechenden Namen Krpan? Robert Flis erläutert: Krpan ist in Slowenien ein Volksheld. Der Sage nach schaffte es der starke und sehr große Mann, sein Pferd samt geschmuggelter Salzsäcke in die Höhe zu stemmen. Der Kaiser rief ihn nach Wien, um die Stadt von dem schrecklichen Krieger Brdavs zu befreien. Für den Kampf mit Brdavs fällte Krpan die schönste Linde am kaiserlichen Hof und fertigte sich eine axtähnliche Waffe und einen hammerähnlichen Schutz. Im Kampf besiegte Krpan Brdavs dann mühelos. Als Belohnung erhielt Krpan vom Kaiser einen Sack voller Goldmünzen und die Erlaubnis zum Transportieren von Salz.

Der bedeutungsvolle Name Krpan verpflichtet natürlich: „Da wir nahezu alles selbst fertigen, haben wir alle wichtigen qualitätsbestimmenden Prozesse in den eigenen Händen. Unser Qualitätsversprechen unterstreichen wir mit einer Garantiedauer von drei Jahren“, fasst Juniorchef Franc „Branko“ Pišek zusammen. Interessierte Händler können sich auf der Interforst in München, der Rottalschau in Karpfham oder dem Landwirtschafltichen Hauptfest in Stuttgart auf dem Krpan Messestand ein eigenes Bild machen.

Kontakt:
Pišek - Vitli Krpan, D.O.O.
Jazbina 9a
3240 Šmarje pri Jelšah
Slowenien
Verkauf Deutschland:
Robert Flis
Mobil: +386 (0)31 638 521
robert @ vitli-krpan.com
www.vitli-krpan.com


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