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Krone :

Leistungs-Tuning im Feldeinsatz

Auf der Agritechnica 2019 die nächste Stufe in der Maishäckseltechnik vorgestellt – Leistungs-Tuning via Smart Connect Box – Wir beschreiben wie es funktioniert.

Krone: Leistungs-Tuning im Feldeinsatz

Mancher Häcksler-Fahrer wünscht sich bei unterschiedlich stark entwickelten Beständen etwas mehr Leistung, ohne die Geschwindigkeit zu drosseln.

Via SmartConnect Box ist das Leistungs-Tuning mit Xtra-Power möglich.

Via SmartConnect Box ist das Leistungs-Tuning mit Xtra-Power möglich.

Der Lohnunternehmer, bzw. der Häckslerfahrer steckt gelegentlich in einer Zwickmühle. Je nach Region variieren die Flächengrößen, die Bestandsstärke der Erntefrüchte, die Schwadgröße oder die Leistungsfähigkeit der Abfuhrkette. Da wäre gelegentlich eine kurzfristige Leistungssteigerung des Häckslers wünschenswert, um nicht plötzlich langsamer arbeiten zu müssen, als ursprünglich kalkuliert. Nimmt man nur die beiden zurückliegenden Jahre, konnten die Maisbestände innerhalb einer Region von Flur zu Flur oder schon innerhalb eines Schlages sehr unterschiedlich stark sein. Das galt auch für Grasbestände. Das Ertragsniveau variierte von Schnitt zu Schnitt. Unterschiedlich starke Schwade waren vom Ertragsniveau und der Arbeitsbreite des Schwaders abhängig. Klar, ein gut kalkulierender Unternehmer plant mögliche Leistungsreserven ein, wenn er investiert. Das heißt, unter Umständen ist der Häcksler etwas „überdimensioniert“, um genau dann die Leistungsreserven zu mobilisieren, wenn sie kurzfristig benötigt werden.

Mit der vorgestellten XtraPower kann die Leistung des Krone Häckslers BigX 680 kurzfristig und für eine bestimmte Zeit erhöht werden. Die Zusatzleistung wird online gekauft und per SmartConnect Box dem betreffenden Häcksler zur Verfügung gestellt. Der Online-Einkauf läuft über das Krone-Portal „myKrone.green“. Mit einem entsprechenden Zugangscode kann der Praktiker für alle dort registrierten Maschinen Software-Produkte kaufen und Service-Möglichkeiten nutzen. Unter E-Solutions findet sich die Funktion XtraPower. Hier kauft der registrierte Nutzer für seinen Big X 680 die zusätzliche Leistung: Entweder XtraPower 50 mit 43 PS zusätzlich oder XtraPower 100 mit zusätzlichen 88 PS für jeweils 10, 50, 100 oder 250 Trommelstunden. Zahlung wie in jedem anderen Online-Shop für Schrauben, Socken oder Leibwäsche via PayPal oder Kreditkarte.

Voraussetzung dafür ist die Ausrüstung mit der Krone SmartConnect-Box. Die Big X- Serien von 680 bis 1180 sind serienmäßig damit ausgestattet. Natürlich muss diese vorher freigeschaltet sein. Hier kann der Fahrer zwischen den genannten vier Laufzeiten auswählen: 10h/ 50h/ 100h/ 250h/ Trommelstunden. Angezeigt wird die verbleibende Laufzeit auf dem Terminal. Beträgt die Restlaufzeit weniger als zehn Stunden, bekommt der Fahrer einen Hinweis. Abrechnungsbasis dieser zusätzlichen Leistung ist die gebuchte Trommellaufzeit. Mit einigen Klicks auf dem Terminal aktiviert der Fahrer die gebuchte Zusatzmotorleistung. Wie gebucht, stehen so XtraPower 50 oder 100 bzw. 43 PS oder 88 PS zur Verfügung. Der Big X 680 schnurrt dann wie ein Big X 780 durch Mais und Gras-Schwade. Sind beide Leistungsstufen bestellt, kann der Fahrer je nach Qualität des Bestandes auch zwischen beiden bestellten Stufen wechseln, pausieren oder deaktivieren.

Gestartet wird diese elegante Variation des Maschinen-Tunings mit der Baureihe Big X 680. Damit sollen erst einmal Erfahrungen gesammelt und letztendlich auch der Bedarf im Feld getestet werden. Die Perspektive könnte sein, auch kleinere Maschinen mit gleichem Motorentyp so „aufzurüsten“. Je nach Region und möglichem Ertragsniveau könnte das Tuning eine Alternative zur nächstgrößeren Maschine sein.

Dieses Motor-Tuning via Xtra- Power funktioniert nur im Feldmodus – nicht im Straßenverkehr. Fährt der Häcksler also vom Feld auf die Straße, schaltet sich XtraPower automatisch ab. Das hat den Vorteil, dass die Allgemeine Betriebszulassung der Maschine, entsprechend wie beim Verlassen des Betriebsgeländes in Spelle, uneingeschränkt gültig bleibt.

Das Team der Zeitschrift Profi hat die Variationsmöglichkeiten getestet. Kommt die gebuchte Leistung, wie geplant, auch an?

Der Versuch

Die Testmaschine: ein BiG X 680 mit zwölfreihigem Xcollect 900-3, 36-iger Trommel mit 10 mm Schnittlänge, 123/144er OptiMaxx-Cracker mit 30 % Drehzahldifferenz und 2,4 mm Walzenabstand, war nicht mit einer Ertragserfassung ausgestattet. „Die Mehrleistung haben wir anhand der Arbeitsgeschwindigkeit abschätzen können“, so Dr. Gottfried Eikl von Profi. Bei 1.700 U/min des Achtzylindermotors von Liebherr und einem mittleren Maisbestand betrug die mittlere Geschwindigkeit bei „normalen“ 680 PS 4,3km/h. Mit 88PS XtraPower konnte laut Versuchsergebnis im Schnitt gut 20 %, also fast 1 km/h, schneller gefahren werden. Daraus schließt das Profi-Team ca. 20 % mehr Durchsatz. Der Dieselverbrauch stieg um lediglich 10 %. Somit war der Häcksler nicht nur leistungsstärker, sondern auch energieeffizienter unterwegs.

Im Straßenverkehr schaltet sich XtraPower automatisch ab und die Maschine läuft wieder zulassungsgemäß.

Im Straßenverkehr schaltet sich XtraPower automatisch ab und die Maschine läuft wieder zulassungsgemäß.

Fazit

Leistungsreserven zu mobilisieren, exakt dann, wenn sie benötigt werden, ist der Traum jedes Häckslerfahrers. Der Traum des Unternehmers ist, dass die Leistungskapazitäten effizient genutzt werden und nicht nur vor einer roten Ampel von Autofahrern bestaunt werden. Die Option mit XtraPower die Maschine exakt bei Bedarf auf ideales Leistungsniveau zu bringen, ist schon eine kleine Revolution – wenn denn im Feld gerade auch ausreichend „Netz“ vorhanden ist.

 

 


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