Magazin DLG-Feldtage 2018

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Konzept der Maschinenvorführungen weiter ausgebaut – Jetzt drei Demoblöcke

Die kommentierten Vorführungen für „Pflanzenschutzspritzen im Praxisvergleich“ und „Mineraldüngerstreuer im Praxiseinsatz & Sensortechnik für Precision Farming“ auf den beiden DLG-Parcours werden in diesem Jahr ergänzt durch das spannende Vorführthema „Mechanische Unkrautbekämpfung“. Wiederum auf Demoblöcken hinter den Kommunikationsflächen der Aussteller präsentieren sich die beiden Schwerpunktthemen „Lenk- und Datenmanagementsysteme auf Traktoren“ sowie „Sätechnik für Getreide“. Es werden insgesamt 62 Gespanne präsentiert.

: Konzept der Maschinenvorführungen weiter ausgebaut – Jetzt drei Demoblöcke

Wie verhält sich das Gestänge? Besucher können verschiedene Hersteller bei Vorführungen vergleichen.

Die Maschinenvorführungen auf den DLG-Feldtagen warten mit einem erweiterten und ausgebauten Vorführkonzept auf: An allen drei Ausstellungstagen finden drei Vorführungen mit fachlicher Kommentierung zu den Themen „Pflanzenschutzspritzen im Praxisvergleich“ auf dem DLG-Parcours 1 und „Mineraldüngerstreuer im Praxiseinsatz & Sensortechnik für Precision Farming“ auf dem DLG-Parcours 2 statt. Die Vorführungen der Geräte zur „Mechanischen Unkrautbekämpfung“ erfolgen auf dem DLG-Parcours 3. Im Angebot sind zudem wieder ausstellerindividuelle Vorführungen auf Demoblöcken hinter der Standfläche des jeweiligen Ausstellers. Auch diese Vorführungen finden an allen drei Veranstaltungstagen statt. Insgesamt werden somit täglich 62 Gespanne auf den DLG-Feldtagen 2018 präsentiert.

Parcours 1: Pflanzenschutzspritzen im Praxisvergleich

Größer, schneller, breiter, bei zeitgleicher Reduzierung der Aufwandmenge je Hektar – so der verständliche Trend bei der Pflanzenschutztechnik. Selbst in kleiner strukturierten Regionen halten inzwischen mehr und mehr auch die Anhängespritze bzw. der eine oder andere Selbstfahrer Einzug. Zusätzlich sorgen Wetter- und Klimaentwicklungen in vielen Regionen dafür, dass dort teilweise bislang unbekannte Schädlinge zu finden sind und auch Pflanzenkrankheiten vermehrt bzw. verstärkt auftreten. Verlieren außerdem bisher bewährte Wirkstoffe ihre Wirkung, steht längst nicht in jedem Fall ein wirklicher Ersatz parat.

Bei Pflanzenschutzspritzen ist allerdings neben der Schlagkraft eine immer höhere Präzision mit Entwicklungen bis hin zur Einzeldüsensteuerung mit möglichst automatischer Zu- und Abschaltung im Fokus der Anwender. Denn das Spritzen muss angesichts der vorhandenen Witterungsproblematik zunehmend auch in den meist windstillen Abend- und Nachtstunden erfolgen können. Umso wichtiger ist es, ein Spritzgestänge einzusetzen, das möglichst stabil und ohne viel Zutun des Fahrers ruhig und schwingungsarm seine Arbeit verrichtet. Schließlich soll vor allem die Gestängeschwingung in horizontaler Richtung vermieden werden, denn diese beeinflussen die Genauigkeit der Verteilung in besonderem Maße.

Damit kommt aktuell der Weiterentwicklung der Fahrwerke und Lenksysteme sowie insbesondere auch der Spritzgestängetechnik eine immer wichtigere Rolle zu. Ziel muss es sein, die reduzierten Aufwandmengen punktgenau und sicher zu applizieren und dabei die Abtrift so gering wie möglich zu halten. Düsenbeleuchtung und automatische Düsenüberwachung gewinnen dabei aktuell ebenso schnell an Bedeutung, wie Systeme zur automatisierten Lenkung und Gestängeführung.

Der Parcours für die Feldspritzen ist wiederum anspruchsvoll gestaltet und erlaubt so dem Besucher einen guten Einblick im spannenden Quervergleich der am Markt befindlichen Systeme: Zunächst befahren die Spritzen mit 6 bis 8 km/h einen Streckenabschnitt mit Hindernissen, die extreme Anforderungen an Gestängestabilität und -balance stellen (bumpy track und field track). Hier kommt es auf die Federungs- und Dämpfungseigenschaften der Spritzgestänge bzw. der Fahrwerke an. Dieser Streckenabschnitt kann mit aktivierter automatischer Gestängeführung passiert werden. Ziel ist, den Streckenabschnitt möglichst schwingungsarm zu bewältigen. Die Arbeitsgeschwindigkeit während der Passagen wird jeweils gemessen und für die Besucher angezeigt. Gleich nach dem Passieren der Vorgewendefahrt muss direkt ein Hindernis umfahren werden, bevor es weiter zur Geländekontur geht. Hier müssen Anhängespritzen und Selbstfahrer gleichermaßen zeigen, wie gut die automatische Gestängeführung einer natürlichen Geländekontur folgen kann. Beim Durchfahren dieses Abschnittes werden die Feldspritzen mit einer Geschwindigkeit von ca. 12 km/h unterwegs sein. Harald Kramer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen wird gemeinsam mit Albert Spreu vom RKL in Rendsburg die Vorführung kommentieren. Nicht zuletzt das breite Teil- nehmerfeld von zwölf Herstellern verspricht einen weitreichenden Quervergleich für die Praxis.

Damit Mineraldünger genau dosiert werden und auf den Punkt exakt dort ankommen, wo sie hingehören, werden heute in der Praxis meist Wurfstreuer eingesetzt.

Parcours 2: Mineraldüngerstreuer im Praxiseinsatz – Sensortechnik für Precision Farming

Um den deutlich gestiegenen Anforderungen auch in Zukunft genügen zu können, entwickeln die Hersteller ihre Produkte kontinuierlich weiter. Die Bemühungen dienen neben der Steigerung der eigentlichen Präzision (auch in Vorgewendebereichen, Streukeilen und am Feldrand) der Anpassung auf das jeweilige Streugut. Was moderne Mineraldüngerstreuer heute schon leisten und welche modernen Features dem Landwirt offeriert werden, zeigt die Vorführung von acht Gespannen auf dem DLG-Parcours – fünf darunter sind zusätzlich mit einem N-Sensor ausgestattet.

Auf der ersten Fahrtrunde demonstrieren die Streuer live zunächst das Rand- und Gewässergrenzstreuen. Dabei wird sowohl beim Rand- als auch beim Gewässergrenzstreuen an zwei Stellen das Streugut aufgefangen. Die Besucher können somit das Streubild in Augenschein nehmen. Bei der Rückfahrt in einem Pflanzenbestand, der drei unterschiedliche Versorgungsstufen darstellt, wird nicht gestreut. Eine Displayanzeige auf dem Traktordach zeigt an, wie viele kg N/ha der jeweilige Sensor bzw. was das „map-overlay“ an dieser Stelle empfiehlt. Währenddessen wird das Grenzstreuen ausgewertet und die aktuellen Ergebnisse für die Besucher über eine LED-Wand präsentiert.

Auch hier verspricht das Teilnehmerfeld – alle namhaften Hersteller sind vertreten – einen sehr guten Überblick. Kommentiert wird die Vorführung der angemeldeten Düngerstreuer von Ulrich Lossie von der Deula Nienburg. Die Sensoren und deren Arbeit stellt Prof. Dr. Yves Reckleben von der Fachhochschule Kiel vor.

In Parcours 2 sind acht Düngerstreuer zu sehen.

In Parcours 2 sind acht Düngerstreuer zu sehen.

Parcours 3: Mechanische Unkrautbekämpfung

Wegen sich verändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen (z.B. strengere Auflagen beim chemischen Pflanzenschutz), teilweise zunehmender Resistenzen, aber auch aufgrund veränderter gesellschaftlicher Ansprüche, gewinnen die mechanische Unkrautbekämpfung und damit unterschiedliche physikalische Verfahren zur Unkrautregulierung wieder spürbar an Bedeutung. Im Ackerbau – gleichgültig ob Biobetrieb oder konventionell wirtschaftend – stehen dabei das Hacken bzw. das Striegeln verschiedener Kulturen im Mittelpunkt des Interesses. Moderne Hackgeräte sind mittlerweile durchaus häufig mit modernster digitaler Technik ausgerüstet. So entlastet die automatische Reihenführung nicht nur den Fahrer, sondern sie ermöglicht teilweise auch höhere Arbeitsgeschwindigkeiten bei gleichzeitig sehr hoher Präzision. Automatische Hacken, welche sowohl zwischen den Reihen als auch in der Reihe arbeiten, sind dabei derzeit allerdings eher noch die Ausnahme. Das Spektrum der Automatisierung der Unkrautbekämpfung reicht allerdings schon heute bis hin zu Feldrobotern. Hier sind allerdings bislang nur wenige Modelle wirklich marktverfügbar. Spannend erscheint im Kontext des Roboters vor allem die Tatsache, dass diese Technik skalierbar ist – und damit auch für kleinere Betriebsstrukturen vielleicht schon in recht naher Zukunft interessant sein könnte.

Im Rahmen der Maschinenvorführungen werden erstmalig bei DLG-Feldtagen von sechs Herstellern moderne Hacken bei der Unkrautbekämpfung in einem Zuckerrübenbestand vorgestellt. Darüber hinaus werden zwei Striegel zeigen, wie sie die Unkrautbekämpfung in einem Getreidebestand bewältigen. Professor Köller von der Universität Hohenheim wird die Vorführungen der mechanischen Unkrautbekämpfung kommentieren.

Ausstellerindividuelle Vorführung „Sätechnik für Getreide“

Bei der Aussaattechnik bestimmen Technologien zur Steigerung der Effizienz und Präzision den derzeitigen Entwicklungstrend. Dabei soll eine neue Maschine idealerweise möglichst komfortabel und zugleich möglichst einfach zu bedienen sein. Die Elektronik und deren Einsatz nehmen deshalb auch bei der Aussaattechnik kontinuierlich weiter zu. Das Spektrum reicht von verbesserten Features, wie Fahrgassen- und Abdrehvorrichtungen, über immer mehr variable elektrische Dosierantriebe und Sensoren zur Kontrolle des Saatgutflusses bis hin zur GPS-gestützten teilflächenspezifischen Aussaat. Mit Blick auf das Bestellverfahren ist aktuell häufig der vielseitige Einsatz gefordert: Sowohl eine konservierende Bestellung als auch vermehrt wieder die Option nach Pflugfurche stehen im Mittelpunkt. Auch eine höhere Schlagkraft darf es sein. Leistungsstarke Traktoren sind auf vielen Betrieben bereits vorhanden. Damit können größere Arbeitsbreiten und meist auch größere Behältervolumina (Saatgut und ggf. auch Dünger) umgesetzt werden. Wenn die neue Technik dann auch noch höhere Arbeitsgeschwindigkeiten erlaubt, dann steigt die Schlagkraft nochmals deutlich an. Im Mittelpunkt des Interesses steht aber in jedem Fall die Frage nach der passenden Sätechnik, die damit von Standort zu Standort und von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich aussehen kann bzw. muss.

Welche Sätechnik die 14 angemeldeten Hersteller auf dem DLG-Feldtagegelände den Besuchern empfehlen und wie diese im Vergleich arbeitet, werden die Vorführungen auf den Demoparzellen zeigen.

Lenk- und Datenmanagement auf Traktoren

Der Trend zur fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung bis hin zum möglichst intelligenten Datenmanagementsystem in der Landwirtschaft hält ungebrochen weiter an. Funktionierendes Lenk- und Datenmanagement machen die Arbeit im Pflanzenbau nicht nur präziser – sie wird auch erleichtert. Speziell mit Blick auf die Datenmanagementsysteme erhoffen sich viele Landwirte einen Durchbruch, was die Optimierung der Regelung und Steuerung von Maschinen, Logistik, Dokumentation, Qualitätssicherung bis hin zur Rückverfolgbarkeit angeht. Dabei hat kaum eine andere technische Innovation innerhalb so weniger Jahre so schnell Eingang in die Praxis gefunden, wie die automatisierten Lenksysteme. Inzwischen sind sie auch mehr und mehr zum „Must-have“ in den niedrigeren Leistungsklassen geworden und damit auch in mittleren und kleineren Strukturen häufiger zu finden.

Mit den neuen Werkzeugen wird die Arbeit auf dem Feld in vielen Fällen nicht nur komfortabler, sondern in vielen Fällen auch effizienter, deutlich präziser und nicht zuletzt in der Summe umweltschonender gestaltet werden können. Zudem wird der Fahrer vor allem beim Einsatz von automatisierten Lenksystemen deutlich entlastet. Er kann sich verstärkt auf die eigentlichen Arbeitsprozesse und deren Optimierung konzentrieren.

Darüber hinaus bieten einige Anbieter für die Steuerung und Regelung der Arbeitsprozesse auf dem Feld sowie zur Dokumentation entsprechende Datenmanagementsysteme an. Sie sollen den Landwirt nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Büro bei seiner Arbeit unterstützen. Im Rahmen der Vorführungen auf den Demoblöcken der 15 teilnehmenden Aussteller bieten die DLG-Feldtage einen einzigartigen Ein- und Überblick zum derzeitigen Angebot.

Zeitplan Maschinenvorführungen an allen Tagen

9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr

Vorführungen auf Demoblöcken:
1. Sätechnik für Getreide
2. Lenk- und Datenmanagementsysteme auf Traktoren

10.00 Uhr bis 10.50 Uhr und 15.45 Uhr bis 16.35 Uhr

DLG-Parcours 1:
3. Pflanzenschutzspritzen im Praxisvergleich (kommentiert)

11.00 Uhr bis 11.45 Uhr und 14.45 Uhr bis 15.30 Uhr

DLG-Parcours 2:
4. Mineraldüngerstreuer im Praxiseinsatz (kommentiert)
5. Sensortechnik für Precision Farming (kommentiert)

12.00 Uhr bis 12.30 Uhr und 14.00 Uhr bis 14.30 Uhr

DLG-Parcours 3:
6. Mechanische Unkrautbekämpfung


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