
Eine wichtige neue Zielgruppe sind laut Hersteller Kubota die anspruchsvollen Privatanwender: „Kubota hat massiv in Kommunaltechnik investiert“, so ein Unternehmenssprecher des japanischen Konzerns, „und genauso in den Bereich der privaten Grundstückspflege.“ Dieser sogenannte Residential-Markt war früher deutlich geprägt von Anwendern, die hochqualitative Profimaschinen einer starken Herstellermarke bevorzugen. Daher war es zu Beginn schwierig, hier mit Stückzahlen relevante Marktanteile zu erobern. Die jüngere Zeit habe aber eine neue Zielgruppe von preissensiblen Kunden hervorgebracht. „Kubota hat daher vor einigen Jahren eine Mehrheitsbeteiligung am indischen Fahrzeugbauer Escorts Limited erworben und 500 Millionen Euro an diesem wichtigen Produktionsstandort investiert“, heißt es weiter.
Die Produktpalette der einfachen, robusten Kompakttraktoren der Baureihe Escorts-Kubota EK mit mechanischem Schaltgetriebe ist einerseits interessant für professionelle Anwender in Schwellenländern wie Indien – wo die Modelle ihre Wurzeln haben – aber eben auch für preissensible private und semiprofessionelle Kunden in fortschrittlichen Ländern. Auch dort steigt der Bedarf an hochwertigen, aber bezahlbaren Kompakttraktoren. Modelle wie der aktuelle EK1-261 (25 PS/18,2 kW) mit Dieselmotor und mechanischer Schaltung ergänzen die Modelle mit hydrostatischen Getrieben. In beiden Sparten arbeit man daran, die Modellpalette sowie das Angebot an Zubehör in höhere und niedrigere Leistungsbereiche auszuweiten. Das erste Ergebnis ist der EK1-261 HST mit hydrostatischem Fahrantrieb. Im nächsten Schritt soll ein weiteres Modell eine Leistungsklasse darunter vorgestellt werden.

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Als Neufahrzeug mit dieser Ausstattung nicht mehr zulassungsfähig: Ein einfacher Überrollbügel reicht für den Frontladertraktor nicht mehr.
Schmalspurtraktor in Kommunen
Außerdem stellt der Hersteller fest, dass klassische Schmalspurtraktoren, die eigentlich für landwirtschaftliche Sonderkulturen gebaut sind, auch immer mehr von Kommunen und Dienstleistern verwendet werden: Maschinen wie der M5002 N – N für Narrow = schmal – passen in Kubotas globale Strategie, denn Sonderkulturen von Wein- und Obstbaubetrieben fügen sich optimal in den Arbeitsalltag von Kommunalbetrieben und Dienstleistern ein. Der Vorteil ist hier die Verbindung von höherer Leistung mit dennoch kompakten Maßen: Der Traktor ist in fünf Modellvarianten mit Kubota-eigenen Vierzylinder-Dieselmotoren (74 bis 115 PS/54 bis 85 kW) mit 3,8 l Hubraum erhältlich. Den Vortrieb besorgt ein Schaltgetriebe V36/R36 mit Zweifach-Lastschaltung (Hi-Lo), das Hubwerk stemmt 2.300 kg. Auch bei Kioti zeichnete sich im Geschäft ab, dass der Kompakttraktorenmarkt nicht mehr mit einigen wenigen Modellen zufriedenzustellen ist. Da der Kundenkreis wächst, lohnt es sich zunehmend, auch weitere Modelle mit stärkerem Fokus zu etablieren. Dabei verwischen auch die Genre-Grenzen zwischen Standard- und Kompaktsegment immer mehr, wie die neue 40er-Serie der RX-Baureihe verdeutlicht: Sie soll Landwirtschaft, Pferdebetriebe und Kommunen gleichermaßen ansprechen. Mit 74 PS aus einem Vierzylinder mit Turbolader und dem 20/20-Powershuttle-Getriebe setzt man bereits auf dem Acker an. Trotzdem bleibt er dank seiner Portalachse unter einem Wendekreis von acht Metern. Hinten können knapp drei Tonnen gehoben werden, drei Zapfwellengeschwindigkeiten (540/540E/1000) gibt es ebenfalls. Außerdem wurde die Fünf-Pfosten-Kabine neu gestaltet.

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Eine Vollkabine, wie hier auf dem Kioti RX8040, bietet dem Fahrer immer noch den besten Schutz.

© Solis
Besonders der Kleintraktorenmarkt für preissensible Anwender ist in den letzten Jahren gewachsen: hier der Solis 26 HST.
Neue EU-Sicherheitsvorgaben
Ein auch bei den Kompakttraktoren sehr beliebtes Feature sind Frontlader, die bereits an den kleinen 25-PS-Maschinen zu haben sind. Viele eher preissensible Kunden kaufen diese meist ohne Kabine, der Hobbyeinsatz kann oft auch mit gutem Wetter abgestimmt werden. Wer kein stabiles Häuschen hat, braucht bereits seit langem einen Überrollbügel als sogenannte Roll Over Protective Structure (ROPS). Wird aber ein Frontlader montiert, reicht das seit Kurzem nicht mehr. Die EU-Kommission hat 2024 einen Warnvermerk für die entsprechende Sicherheitsnorm EN 12525 ausgesprochen, der sich speziell auf den Schutz des Fahrers vor herabfallenden Gegenständen bezieht. Darauf weist auch die SVLFG explizit hin: Die Norm regelt die Sicherheitsanforderungen an Frontladern, decke nun aber den Schutz des Fahrers nicht mehr ausreichend ab. Das betreffe vor allem Traktoren mit vorne oder hinten angebrachten Zwei-Pfosten-Überrollschutzvorrichtungen. Diese Änderungen gelten europaweit und müssten auch in der deutschen Unfallverhütungsvorschrift „Technische Arbeitsmittel“ Berücksichtigung finden.
Besonders beim Handling von stapelbaren Gütern, zum Beispiel Großballen oder Gemüsekisten, bestehe laut SVLFG die Gefahr, dass Gegenstände auf den Fahrerplatz fallen. Bei den üblichen Frontlader-Werkzeugen wie Palettengabeln kann der erforderliche Schutz vor auf den Fahrerplatz herabfallenden Gegenständen nicht unter allen Bedingungen gewährleistet werden, zumal auch mögliche Fehlbedienungen eingeplant werden müssen.
Hersteller und Händler sind nun in der Pflicht, für neue Traktor-Frontlader-Kombinationen zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Bei neuen Traktoren mit Frontlader muss schon beim Inverkehrbringen sichergestellt werden, dass entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Auch bei bereits werkseitig mit Frontladern ausgestatteten Traktoren im Lagerbestand müssen die neuen Anforderungen erfüllt werden. Das kann – neben der Kabine, die den besten Schutz biete – eine Vier-Pfosten-Überrollschutzvorrichtung (USV) sein. Aber auch eine separate Schutzstruktur (Operator Protection Guard, OPG) oder die Begrenzung von Hubhöhe und Gewicht könnte die Gefahr durch zu hoch oder zu schwer geladene Gegenstände verringern. Was künftig als Standard vorgeschrieben werden könnte, wird aktuell noch diskutiert.
Viele Hersteller haben bereits darauf reagiert: Die Iseki-Maschinen GmbH hat schon im September 2024 den Prototypen einer Sicherheitslösung für Traktor-Frontlader-Kombinationen vorgestellt: Die bisher auf den Traktoren ohne Fahrerkabine übliche Zwei-Pfosten-Umsturz-Schutzvorrichtung ist hier um weitere stabile Verstrebungen zu einem offenen Sicherheitskäfig erweitert worden. Mit diesem auch als Nachrüstversion erhältlichen OPG sei der Fahrer vor den oben genannten Gefahren weitgehend geschützt. Das System wurde bei der DLG-Prüfstelle in Groß Umstadt in einer Simulation von Kräften, die auf die Schutzvorrichtung einwirken, eingehend geprüft. Dabei wurde die Schutzvorrichtung einer Energie von 5.800 Joule ausgesetzt, was einer Gewichtsbelastung von 2,5 bis 3 t entspricht. Im Ergebnis konnte die Schutzkonstruktion vollständig überzeugen, sodass Iseki mit der Ausstattung aller Neumaschinen als auch der Produktion einer Nachrüst-Option für im Markt befindliche Traktoren gestartet ist. Die Bügeltraktoren sind bereits entsprechend nachrüstbar beziehungsweise ab Werk bestellbar. Auch der Tym-Vertriebspartner Eder hat bereits ein entsprechendes System parat: „Als die Vorschrift kam, haben wir erst einmal die Frontlader für die betreffenden Maschinen zurückgehalten und nur die Traktoren ausgeliefert. Gleichzeitig hat ein Fahrzeugbauer das OPG entwickelt, das inzwischen abgenommen ist und mitbestellt werden kann“, sagt Lukas Eisner, bei Eder Verkaufsleiter für Kommunalmaschinen. Passend zu der ebenfalls eher auf preissensible Kunden ausgerichteten Marke Tym koste das OPG etwa 1.200 Euro, was laut Eisner im Vergleich zu den Preisen der Frontladerhersteller – welche oft ebenfalls selbst ein OPG anbieten – sehr günstig sei. An den New Holland Boomern ist ein OPG ebenfalls bereits verfügbar. Hier wird es nicht als Teil des Traktors beziehungsweise nicht an die vorhandene ROPS-Struktur adaptiert, sondern als zusätzlicher Bügel im Frontlader verbaut. Auch hier liegt der Aufpreis bei etwa 1.000 Euro.

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Auch der hiesige TYM-Vertriebspartner Eder hat bereits ein Operation Protection Guard entwickelt und getestet. Inzwischen wird die Vorrichtung an Kunden ausgeliefert.

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Elektro-Ausblick
Die Firma Eder vertreibt nicht nur die koreanische Marke Tym, sondern auch den Schweizer Hersteller Rigitrac. Dieser fertigt seit 2023 den 40 kW starken Elektro-Traktor SKE 40. Eder hat davon nun die erste Maschine an die Bayrische Schlösserverwaltung verkauft und sieht die Elektrifizierung als eines der künftigen Kernthemen im Kompakttraktorenmarkt. Der Eilbote widmet sich diesem Thema demnächst ebenfalls mit einer Neuheit.

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Im Portfolio des Schweizer Herstellers Rigitrac steht bereits seit 2023 ein 40 kW Elektro-Kompakttraktor. Die ersten Kunden sind sehr zufrieden damit.

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Bei den Kompakttraktoren New Holland Boomer ist ein zusätzlicher Bügel im Frontlader verbaut.















