Fliegl :

Erfolg durch persönlichen Einsatz

25 Jahre Fliegl-Maschinenbau stehen für 25 Jahre betriebliches Wachstum, für ein hohes Engagement der Familie Fliegl und letztlich bedeuten sie auch ein Stück Verzicht auf die Segnungen und Genüsse unserer Freizeitgesellschaft, vor allem seitens des Firme

Fliegl besitzt zurzeit vier Werke im In- und Ausland. Im einzelnen sind es die Werke mit den Standorten

- Fliegl GmbH Maschinenbau und die JFM Fliegl GmbH in Töging

- Fliegl GmbH Agro-Center in Kastl

- MBFL GmbH Fahrzeugbau in Triptis

- Fliegl Kft. Pillingerpuszta in Abda/Ungarn

Die Stärke der Fliegl-Gruppe macht aus: ihre flexible Produktion, die ständige Weiterentwicklung eingeführter Produkte, Produktion von marktnahen neuen Produkten und vor allem die familiäre Führungsstruktur. Schnell und unbürokratisch passt sie sich neuen Marktsituationen an. Das gelingt ohne hohen Aufwand und viel Reibungsverluste.

 

Familie macht stark

Josef Fliegl hat schon frühzeitig erkannt, Erfolg hat ein mittelständisches Unternehmen nur, wenn die Zusammenarbeit in der Familie klappt. Und die klappt nur dann, wenn die junge Generation frühzeitig Verantwortung tragen darf oder auch muss.

In der Betriebseinheit Töging und Kastl hält Josef Fliegl die Zügel selbst fest in der Hand, der übrigens lieber in Arbeitskluft bei seinen Arbeitern im Betrieb steht und sein Augenmerk mehr auf die Praxisnähe seiner Maschinen legt, als geschniegelt und gebügelt hinter dem Schreibtisch zu sitzen.

Die anderen Produktionsstätten führen eigenverantwortlich seine Söhne. Während im Werk Triptis Sohn Helmut (32) Boss ist, fungiert im Werk Abda Sohn Josef (30) als Geschäftsführer. Jede Betriebseinheit ist rechtlich selbstständig. Sein Sohn Johann (21), wie der Vater und seine beiden Brüder ebenfalls Maschinenbauer, wird in Töging unter Vaters Fittichen sich seine ersten Sporen verdienen müssen, bis er selbstständig ein Werk führen darf.

Flexibilität in allen Sparten

Mit flexiblen Fertigungsmethoden stellt sich die Fliec' Gruppe in den einzelnen Werken auf den wechselnden Bedarf und die unterschiedliche Konjunktur in den Branchen ein. Ist zum Beispiel der Markt in der Bauwirtschaft stagnierend, dann boomt es in der Landwirtschaft. Ist dort ein Rückgang zu verzeichnen, geht es bei Transportfahrzeugen fürs Gewerbe aufwärts. Im Jahr 1999 jedenfalls ist der Fahrzeugbau in Triptis Umsatzträger Nummer Eins gewesen, gefolgt von landwirtschaftlichen Transportfahrzeugen, sonstigen Geräten für die Landwirtschaft und Mischer" für die Land- und Bauwir, schaft.

Mit dem Abschiebewagen "Gigant", der auf der Agritechnica eine Silbermedaille gewonnen hat, will Senior -Chef Josef Fliegl im "innerbetrieblichen Wettbewerb" der Werke seinen Sohn Helmut beim Umsatz wieder einholen. Er ist guten Mutes, weil der Abschiebewagen nicht nur landwirtschaftliche Transporte optimiert, sondern auch kommunale und gewerbliche Transporte produktiver macht.

Erst kürzlich hat Fliegl einen 70 m3 fassenden Abschiebewagen an den Münchner Flughafen ausgeliefert. Er dient im Winter zum Abtransport von Schnee auf Start- und Landebahnen und wird im Sommer zur Entsorgung des Graswuchses zwischen den Startund Landebahnen eingesetzt.

In den Jahren vorher war der Gülle -Schneckenverteiler "Garant" der Absatz -Renner. Nicht zuletzt, weil er verstopfungsfrei arbeitet und die Gülle sehr genau verteilt, wie Untersuchungen der Landtechnik Weihenstephan ergeben haben.

Wachstum vor allem beim Export

Die Fliegl-Gruppe ist seit Gründung ständig gewachsen. Schreitet das Umsatzwachstum weiter fort wie in der jüngsten Vergangenheit, wird in den nächsten Jahren die 100 -Millionen -Hürde übersprungen werden. Zwar spricht Josef Fliegl nicht so gerne über Umsätze aufgesplittet nach Produktionsstätten und Produkten.

Soviel jedenfalls war vom Unternehmensgründer zu erfahren: mittlerweile halten sich Inlandsumsatz und Export die Waage. Damit hat sich die Prognose Fliegls bewahrheitet, der schon vor einigen Jahren in einem Interview von guten Exportchancen für seine Unternehmungen gesprochen hat.

Das Erfolgsgeheimnis von Fliegl ist eigentlich keines. Auf die Frage, worauf sich der Erfolg seiner Unternehmen gründe, antwortet er schlicht und einfach: "Auf großem Einsatz".

Produktions- und Verkaufsstätten

Im Werk Töging werden alle Maschinen und Geräte für die Land- und Bauwirtschaft produziert sowie Spezialanfertigungen für das Transportgewerbe. So verlassen das Band in Töging unter anderem Einachs- und Zweiachs -Kipper, die neuartigen großen Abschiebewagen "Gigant", Güllefässer mit dem Schneckenverteiler "Garant", die Betonmischer "Mischmeister", Erdbohrer, Gülle -Rührwerke, Kehrmaschinen, hydraulische Frontladerbetätigung, Schlepperdreiecke, Rundballen- und Palettengabeln, Gabelstapler- Schaufeln, Heckschaufeln für Traktoren, Rückezangen, Saatbettwalzen usw. Diese Produktionsvielfalt muss mit nur 70 Mitarbeitern bewältigt werden.

Im Werk Triptis mit Schwerpunkt Fahrzeugbau laufen neben Ein-, Zwei-, Dreiachs- und Tandem -Plattformanhänger auch Container -Chassis in allen Ausführungen und Lkw- Tieflader mit zwei bis vier Achsen vom Band. Zum Fertigungsprogramm des Werkes Triptis gehören unter anderem Ein-, Zwei-, Dreiachs-Gardinen-Sattelauflieger, Einachsund Tandem-Tiefbettanhänger, Wechselpritschen -Anhänger und Fahrgestelle sowie Container -Anhänger. Sichtlich stolz ist Firmenchef Fliegl auf seinen Sohn Helmut, der im Werk Triptis 1999 gut die Hälfte des Firmenumsatzes bestritten hat. Bei nur 65 Mitarbeitern eine reife Leistung.

Das ungarische Werk Abda ist Lieferant von Komponenten für Landmaschinen, Nutzfahrzeuge und Betonmischer usw., die in den Werken Töging und Triptis gefertigt werden. Mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter der Fliegl-Gruppe, etwa 180, sind in Abda beschäftigt. Bei Stundenlöhnen von rund fünf Mark in Ungarn ist es verständlich, warum Fliegl die zeitaufwendige Produktion von Klein- und Zulieferteilen nach Ungarn verlagert hat. Gleichzeitig ist für den Unternehmer Fliegl der Standort Abda das Tor für den Export der Fliegl- Produkte nach Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Slowakei und die Ukraine.

Im Agro-Center Kastl setzt die Firma Fliegl auf Service. Dort erfüllt sie die Wünsche ihrer Kunden nach kostengünstigen Klein- und Ersatzteilen aller Art. Aus den Produktionshallen des Stammhauses ist ein Kundenzentrum entsta "den mit umfangreichen Ausstellungs-, Service-, und Verkaufsflächen für Kunden, die den persönlichen Kontakt und Beratung suchen. Integriert ins Agro-Center ist ein Online- Shop, über den Endkunden per Internet kostengünstige Produkte bestellen können. Gegen eine niedrige Transportgebühr werden sie geliefert. Händler und Werksvertretungen als geschlossene Benutzergruppe dürfen den Online- Shop als kostensparendes Bestellsystem nutzen mit diversen Rabattgruppen. Lediglich zehn Mitarbeiter "werfen den Laden".

Reinhold S. Bonfig


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