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Kellfri :

Breites Programm auch für Hobby- und Nebenerwerb

Bei Maschinen und Geräten wird bewusst auf Elektronik und komplizierte Technik verzichtet – Skandinavischer Marktführer sucht Vertriebspartner in der D-A-CH–Region

Kellfri: Breites Programm auch für Hobby- und Nebenerwerb

Der neue ATV Pro ist zwei Geräte in einem: Kipp- und Forstanhänger mit um 360 Grad drehbarem Kran. Die manuelle Winde bewältigt Lasten bis zu 250 kg.

Das in unseren Breitengraden bisher kaum bekannte schwedische Unternehmen Kellfri baut seine Aktivitäten in der D-A-CH–Region aus und ist daher auf der Suche nach Vertriebspartnern. Kellfri ist ein auf den skandinavischen Märkten marktführender Maschinen- und Ausrüstungshersteller für Landwirte und Forstwirte im Nebenerwerb. Das Lieferprogramm umfasst Anbaugeräte für Traktoren und Quads, Stalleinrichtungen und Zubehör für Pferdehalter, Mäher, Mulcher sowie ein umfangreiches Sortiment an Forsttechnik. „Unsere Kunden nutzen ihre Ausrüstung in begrenztem Umfang, erwarten aber dennoch, dass alles funktioniert und einfach zu handhaben, zu warten und zu reparieren ist. Das stellt hohe Anforderungen an uns im Hinblick auf die Konstruktion, die Produktion, den Service, die Lagerhaltung und die Lieferfähigkeit“, erläutert Stefan Moen, Export Sales Manager bei Kellfri. Der 56-jährige Schwede spricht deutsch und ist im Aufbau von Exportmärkten für schwedische Unternehmen erfahren. Ein erfindungsreicher Landwirt gründete Kellfri 1952. Er baute Lkw-Anhänger zu Traktoranhängern um. Die Nachfrage war so groß, dass er neue Landwirtschaftsanhänger konzipierte. Diese gehörten während der 1970er-Jahre in Schweden zu den meistverkauften ihrer Art.

Mitarbeiter stammen aus der Landwirtschaft

Die meisten Produkte von Kellfri sind eigene Konstruktionen, von denen einige auch in Schweden hergestellt und montiert werden, um Funktionalität und Qualität sicherzustellen. Auch heute noch verfügt Kellfri über eine eigene Endmontage von Traktoranhängern.

„Die Mitarbeiter von Kellfri haben als Landwirte gearbeitet oder sind immer noch in der Land- und Forstwirtschaft tätig, beziehungsweise betreiben in der Freizeit Jagd- oder Pferdesportaktivitäten. Wir arbeiten nicht nur bei Kellfri, wir nutzen die Produkte, die wir verkaufen, auch selbst“, so Moen. Die Kellfri Logistik entspricht der eines Versandhandelsunternehmens. Das Vertriebsnetz für alle Produkte, angefangen bei Ersatzteilen bis hin zu großen Maschinen, war so beim Einstieg in den Online-Handel bereits vorhanden. Das Herzstück ist das Lager mit einer Fläche von 23.000 Quadratmetern und 12.000 Lagerorten. Diese werden saisonabhängig ausgetauscht, so dass man über das gesamte Jahr betrachtet ein noch größeres Sortiment vorhält. Kellfri erwirtschaftet mit 50 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von rund 20 Mio. Euro. Das Unternehmen hat seinen Sitz im schwedischen Skara, zwei Autostunden nordöstlich von Göteborg. Es gehört zur Volati AB, einem an der Stockholmer Börse notierten Unternehmen, das an der Nasdaq gelistet ist. Stefan Moen: „Volati kauft, veredelt und betreibt Unternehmen, um langfristige Werte zu schaffen. Die Gruppe verfügt zudem über Spitzen-Know-how in den Bereichen E-Commerce und Logistik, unter anderem in der Eisen- und Bauhandelsbranche.“ Im Jahr 2018 erwirtschaftete Volati mit 1.900 Beschäftigten in 16 Ländern einen Umsatz in Höhe von gut 600 Mio. Euro.

Made by Kellfri

Kellfri hat eine eigene Entwicklungsabteilung geleitet von Kjell Johansson. Er ist Gründer des Rückewagenherstellers Källefall und war als Konstrukteur bei Land- und Forstmaschinenherstellern tätig. „Wir konstruieren unsere Produkte hier in Schweden und sind aber auch in den ausländischen Werken selbst vor Ort“, so Johansson. „Oftmals bestellen Importfirmen Katalogprodukte aus China. Der einzige Unterschied zwischen den verschiedenen Marken ist dann die Farbe. Wir arbeiten direkt mit ausgewählten Werken in China und in den Ostseeanrainerstaaten zusammen. Diese besuchen wir ein bis zwei Mal pro Jahr. Zudem haben wir eigenes Personal in China vor Ort “, so der Entwicklungsleiter.

Allerdings müsse man, wenn man die Fertigung seiner eigenen Produkte nach China verlagert, damit rechnen, kopiert zu werden. Johansson sieht das aber auch von der positiven Seite: „Wir waren so mit daran beteiligt, das Niveau von landwirtschaftlichen Geräten in China anzuheben, wovon andere Importeure profitiert haben.“

Der Bediener kann die Parallelführung durch Lösen eines Bolzens auskuppeln. Ohne Parallelführung bewegen sich die Arme unabhängig voneinander.

Der Bediener kann die Parallelführung durch Lösen eines Bolzens auskuppeln. Ohne Parallelführung bewegen sich die Arme unabhängig voneinander.

Maschinen für das Mähen und Mulchen gehören zum Portfolio.

Maschinen für das Mähen und Mulchen gehören zum Portfolio.

Laufende Entwicklung – Einfache Reparatur

Kellfri entwickelt ständig neue Produkte. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind im Schnitt jedes Jahr 70 neue Artikel hinzugekommen. Kellfri Geräte sind besonders abgestimmt auf die Anforderungen der Land- und Forstwirte im Nebenerwerb. Johansson: „Die im Vollerwerb eingesetzten Maschinen und Geräte stecken voller Elektronik und anderer komplizierter Technik, um hocheffizient zu arbeiten. Tritt ein Fehler auf, kommt ein Spezialist mit dem Laptop zur Fehlersuche, um dann ganze Module auszutauschen. Ist der landwirtschaftliche Betrieb aber nicht Haupterwerbsquelle, sondern auch Teil eines Lebensstils, muss die Ausrüstung einfach zu bedienen und zudem preiswert sein. Außerdem muss der Besitzer sie selbst warten und reparieren können.“

Als Paradebeispiel dieser Philosophie nennt Johannson die Auswahl der Stahlqulitäten. Bei den Profiprodukten würden immer öfter dünne, hochfeste Stähle verbaut, um Gewicht zu sparen. Das Ergebnis seien dann teure Lösungen, die oft schwierig zu reparieren sind. Für Landwirte oder Forstwirte im Nebenerwerb hingegen spiele das Gewicht eine geringere Rolle. Wichtiger seien stabile Konstruktionen, die man schweißen kann. Daher greife Kellfri auf bewährte Lösungen und traditionelles Stahlblech zurück, was im Ergebnis zu einem niedrigeren Preis führe.

An Komponenten werde allerdings nicht gespart. Für wichtige Funktionen werden diese von renommierten Herstellern eingekauft, beispielsweise Ventile von BLB und Hydraulikpumpen von Parker.

Alle Geräte und Maschinen von Kellfri haben eine CE-Kennzeichnung. Normalerweise trägt der Hersteller im Herkunftsland dafür die Verantwortung. „Als Ergebnis liegen der Lieferung dann häufig Papierbögen mit Warnsymbolen und kleingedrucktem Text bei. Da wir unsere eigenen Produkte entwickeln, führt Kellfri auch die Risikoanalyse selbst durch und steht auch hinter der CE-Kennzeichnung“, erklärt Thomas Svensson, der für die Produktsicherheit verantwortlich ist.

In der Entwurfsphase lässt Kellfri einen Prototypen bauen, der getestet und geprüft wird. Die dabei gemachten Beobachtungen können zu einer Umgestaltung führen und stellen zugleich die Grundlagen für die Sicherheitsanweisungen und das Bedienungshandbuch dar. „In puncto Sicherheit ist am wichtigsten, dass der Benutzer genau versteht, wie das Gerät anzuwenden ist“, stellt Svensson heraus. Daher lege man besonderen Wert auf verständliche Bedienungs- und Wartungsanweisungen.

„Mit Kellfri spricht der Landmaschinenhandel Nebenerwerbslandwirte und Hobbynutzer mit spannenden Produkten zu einem attraktiven Preis-/Leistungverhältnis an. Unsere Vertriebspartner können auf unseren erfahrenen After Sales-Service bauen, so dass sich eine langfristig orientierte Zusammenarbeit entwickelt“, fasst Stefan Moen zusammen.

Kontakt:
Kellfri
S-532 37 Skara
Stefan Moen
Export Sales Manager
stefan.moen @ kellfri.se
www.kellfri.se


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