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Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Neuheiten für die Landwirtschaft im Praxiseinsatz demonstriert – Teleskopradlader mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten – Mehr Schubkraft für den Radlader 435S Agri

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Der TM280 mit einem 110-PS-Motor und hydrostatischem Fahrantrieb ist für Arbeiten auf engen Hofstellen und in schmalen Ställen konzipiert.

Von Annette Schulze Ising

Aktualisiert am

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Der knickgelenkte Teleskopradlader TM110 hat einen Perkins Motor mit 50 PS unter der Haube.

Ein typischer Wintertag in der englischen Grafschaft Staffordshire: Leichter Nebel hängt über den heckenumsäumten Feldern und Weiden. Die sanften Hügel wirken wie in Watte gehüllt, ein leichtes Nieseln hängt in der Luft. Inmitten dieser Kulisse, unweit des JCB-Hauptsitzes in Rocester, setzen die gelb-schwarzen Maschinen des Herstellers markante Akzente. Ihre Scheinwerfer durchbrechen das winterliche Dämmerlicht, um das Wesentliche ins Licht zu rücken: die Vorstellung der neuesten JCB-Entwicklungen für den Agrarbereich – direkt im Praxiseinsatz.

Einsatz auf der Farm

JCB hatte im Dezember die internationale Fachpresse eingeladen, um die neuesten Maschinen unter realen Bedingungen vorzustellen. Schauplatz war das unternehmenseigene Wootton Estate, wo die Maschinen ihre Einsatzfähigkeit und Alltagstauglichkeit auf Hof- und Stallflächen unter Beweis stellen konnten. Präsentiert wurden die Teleskopradlader TM280 und TM280S, die bereits auf der EuroTier in Hannover zu sehen waren, sowie der brandneue kompakte TM110. Zusätzlich konnten die Agri Pro-Versionen der Loadall Teleskoplader 538-60, 560-80 und 542-100 getestet werden. Als weiteres Highlight beeindruckte der überarbeitete Radlader 435S im firmeneigenen Steinbruch.

Klein, wendig und stark

Mit dem TM110 erweitert JCB die Telemaster-Baureihe knickgelenkter Teleskopradlader um ein besonders kompaktes Modell. Damit umfasst die Serie nun insgesamt neun Maschinen, die eine breite Palette landwirtschaftlicher Anwendungen abdecken. Mit einer Breite von nur 1,56 Metern und einer Höhe von 2,2 Metern eignet sich das neueste Modell besonders für enge Stallungen und kleinere Gebäude. Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet es eine Traglast von 1,1 Tonnen und erreicht eine Hubhöhe von 3,5 Metern. Der tief positionierte Teleskoparm gewährleistet eine gute Sicht nach vorne, was das Arbeiten mit Quaderballen oder Schüttgut erleichtert. Ein 36-kW-Dieselmotor (50 PS) von Perkins, der die Abgasnorm Stufe V erfüllt und ohne AdBlue auskommt, sorgt für den Antrieb. Das vollhydrostatische Getriebe erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h; optional erleichtert eine Kriechfunktion das Arbeiten mit Anbaugeräten wie Futterschaufeln oder Kehrmaschinen. Eine Hydraulikpumpe mit 50 l/min Förderleistung versorgt Teleskoparm und Zusatzfunktionen. Für eine bessere Traktion sorgen sperrbare Differenziale an Vorder- und Hinterachse. Der TM110 ist wahlweise mit einem offenen, ROPS-konformen Verdeck oder einer vollverglasten, beheizbaren Kabine erhältlich. LED-Beleuchtung und großzügige Fensterflächen gewährleisten gute Sicht und ein komfortables Arbeiten – auch bei Dunkelheit. Die Steuerung erfolgt über den Servo-Joystick, der auch in den größeren Modellen der Telemaster-Reihe zum Einsatz kommt.

Laut John Smith, Geschäftsführer von JCB Agriculture, vereint der TM110 die Funktionen eines großen Laders mit kleinsten Abmessungen und ergänzt die bestehenden Modelle TM180 und TM220. „Mit dem TM110 wenden wir uns erstmals dem ultrakompakten Sektor zu“, so Smith. Seine offizielle Premiere feierte der TM110 im Januar auf der LAMMA 2025, Großbritanniens führender Landmaschinenmesse in Birmingham.

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Der TM280S kombiniert kompakte Abmessungen mit dem DualTech VT-Getriebe – ideal für Einsätze bei beengten Platz- und Durchfahrtsverhältnissen.

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Der neue 6-Tonnen- Teleskoplader 560-80 Agri Pro mit einem 173 PS starken JCB-Motor ist eine kraftvolle Ergänzung des Portfolios.

Flexible Hofhelfer

Die Teleskopradlader TM280 und TM280S punkten durch eine niedrige Bauhöhe von unter 2,6 Metern und können somit auch in Gebäuden mit begrenzter Durchfahrtshöhe flexibel eingesetzt werden. Das überarbeitete Knicklenker-Fahrgestell ermöglicht eine tiefere Platzierung von Motor und Getriebe. Dies reduziert nicht nur die Gesamthöhe, sondern verbessert auch die Sicht nach hinten. Zusätzlichen Komfort bietet die geräumige Command Plus-Kabine, die bereits aus den größeren Teleskopladern von JCB bekannt ist. Die gewölbte Windschutzscheibe, die fast nahtlos in das vollverglaste Dachfenster übergeht, gewährleistet eine gute Sicht auf Anbaugeräte – unabhängig von der Position des Teleskoparms. Eine serienmäßige Rückfahrkamera erhöht die Sicherheit, insbesondere bei Arbeiten in beengten Bereichen.

JCB hatte die beiden Teleskopradlader erstmals auf der EuroTier in Hannover vorgestellt. Beide Modelle bieten nach Herstellerangaben 2,75 Tonnen Hubkapazität und 4,8 Meter maximale Hubhöhe. Der TM280 wird von einem 81-kW-Motor (109 PS) angetrieben und ist mit einem hydrostatischen Getriebe ausgestattet. Der leistungsstärkere TM280S verfügt über einen 97-kW-Motor (130 PS) sowie ein DualTech VT-Getriebe, das hydrostatischen Antrieb und mechanischen Direktantrieb kombiniert. „Mit dem TM280 und TM280S erweitern wir unsere marktführende Telemaster-Reihe und setzen neue Maßstäbe bei Leistung und Ausstattung im mittleren Preissegment“, erläuterte John Smith den anwesenden Journalisten.

Asse im Stroh bergen

Die Agri Pro-Versionen der Loadall Teleskoplader 538-60, 560-80 und 542-100 richten sich an landwirtschaftliche Anwender, die hohe Anforderungen an Leistung und Vielseitigkeit stellen. Die Modelle verfügen über 173 PS starke JCB-Motoren und sind ebenfalls mit dem hauseigenen DualTech VT-Getriebe ausgestattet.

Der 538-60 Agri Pro bietet eine Hubkapazität von 3,8 Tonnen bei einer maximalen Hubhöhe von 6,23 Metern. Der 560-80 Agri Pro hebt Lasten von bis zu 6 Tonnen und erreicht eine maximale Hubhöhe von 7,9 Metern. Der 542-100 Agri Pro rundet die Modellreihe mit einer Hubhöhe von 9,8 Metern und 4,2 Tonnen Hubkapazität ab.

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Im Fahrsilo aus Gummischnipseln punktet der überarbeitete Radlader 435S Agri im Duell mit dem Vorgängermodell dank höherer Leistung und gesteigertem Drehmoment.

Kraftpaket für schwere Einsätze

Der überarbeitete Radlader 435S Agri glänzte im firmeneigenen Steinbruch von JCB als echtes Arbeitstier. Mit einer um 12 Prozent auf 282 PS gesteigerten Motorleistung aus einem 6,7-Liter-Cummins-Aggregat demonstrierte er seine Stärke eindrucksvoll in einem Fahrsilo, das mit Gummischnipseln zur Simulation von Häckselgut befüllt war. Im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell zeigte der neue 435S Agri spürbar mehr Leistung, höheres Drehmoment und insgesamt verbesserte Performance.

Mit einem Leistungsgewicht von 19 PS pro Tonne, einem maximalen Drehmoment von 1.200 Nm sowie neuen Achsen und einem optimierten Drehmomentwandler bietet der Radlader zusätzliche Zugkraft und Effizienz – ideal für schwere Einsätze wie die Silagebereitung. Optionales Zubehör wie das IntelliWeigh-System ermöglicht präzises Wiegen und eine verbesserte Dokumentation von Materialmengen.

JCB Deutschland

Zwei starke Trümpfe

Erfolgreich mit Land- und Baumaschinen – Weitere Konsolidierung für 2025 erwartet

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Sarah Köhler, Marketing Managerin bei JCB Deutschland, gibt den deutschen Journalisten Einblicke in die Innovationen des Herstellers.

JCB: Kräftige Hofhelfer für jeden Bedarf

Marc Zimmermann ist bei JCB Deutschland als Vertriebsleiter für das Agrarprogramm verantwortlich.

JCB Deutschland erzielt rund die Hälfte seines Umsatzes im Agrarbereich. Im Interview geben Sarah Köhler, Marketing Managerin, und Marc Zimmermann, Vertriebsleiter Agrar bei JCB Deutschland, spannende Einblicke in die Marktentwicklung und erläutern, wie sich die Nachfrage nach Maschinen im deutschen Land- und Baumaschinensektor entwickelt.

Wie verteilen sich Umsatz und Absatz von JCB in Deutschland auf Land- und Baumaschinen?

Sarah Köhler: In Deutschland bildet der Bereich Baumaschinen rund zwei Drittel der Gesamtstückzahl ab, während ein Drittel der gesamt abgesetzten Stückzahl auf den Landmaschinen-Bereich entfällt. Beim Umsatz zeigt sich hingegen ein ausgeglichenes Verhältnis von 50:50, da JCB in Deutschland im Bereich Landtechnik klassisch mehr Großmaschinen umsetzt.

Welche Marktentwicklung erwartet JCB in Deutschland angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage?

Marc Zimmermann: Für 2025 erwarten wir im Bereich Landmaschinen einen moderaten Rückgang von 3,5 bis 5 Prozent. Während der Baumaschinenmarkt stark von öffentlichen Investitionen abhängt und zyklisch ist, ist der Markt im Segment Agrar weniger volatil – hier wird auch bei schwächelnder Wirtschaft der Acker bearbeitet und die Tiere gefüttert. Große Investitionen können zwar verschoben werden, grundlegende Ausgaben sind jedoch unverzichtbar.

In der Bauwirtschaft prognostiziert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) für 2024 ein reales Minus von 4 Prozent. 2025 wird voraussichtlich ein Jahr der Konsolidierung, bietet aber Chancen durch Digitalisierung, nachhaltiges Bauen und politische Infrastrukturprojekte.

Welche Maschinen aus dem JCB-Portfolio sind in Deutschland besonders gefragt, und wie unterscheidet sich dies international?

Zimmermann: Im Segment Agrar hat JCB traditionell eine starke Position bei Teleskopladern. Auch der Fastrac und große Radlader sind beliebte Großmaschinen, die auch insbesondere von Lohnunternehmen stark nachgefragt werden. Weltweit unterscheiden sich die Kundenpräferenzen deutlich: Während Deutschland ein klassischer Radlader-Markt ist, dominiert in den USA der SkidSteer für ähnliche Einsatzbereiche. Besonders interessant bleibt die Nachfrage nach Baggerladern, dem Ur-Produkt von JCB. Während sie in Indien und im Heimatmarkt Großbritannien sehr stark nachgefragt werden, spielen sie in Deutschland eher eine Nischenrolle. Im Segment Bau ist JCB vor allem bei Kompaktmaschinen stark vertreten, doch der Bereich der größeren Baumaschinen wächst stetig.

Wie ist das JCB-Händlernetz organisiert, und welche Unterstützung erhalten die Partner?

Köhler: JCB arbeitet in Deutschland mit zwei spezialisierten Händlernetzen für Bau und Agrar. Regionalleiter sorgen für eine enge Betreuung, sowohl im Vertrieb als auch im Service. In unserem Trainingszentrum in Frechen bieten wir Schulungen und Trainings in den Bereichen Sales, Service und Soft Skills an. Unter anderem sind wir für die Ausbildung von Hochvolt-Fachkräften zertifiziert, sodass unsere Service-Monteure stets auf dem neuesten Stand der Antriebstechnik sind.

Wie beurteilt JCB die Wettbewerbssituation in Deutschland?

Köhler: Die Wettbewerbssituation hat sich 2024 verschärft, da hohe Lagerbestände auf eine schwächere Nachfrage treffen. Kunden agieren vorsichtig angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit durch Inflation, Energiepreise und geopolitische Spannungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt, insbesondere nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten und den Neuwahlen in Deutschland.

Die Fragen stellte Annette Schulze Ising


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JCB

Herstellerdaten JCB

  • Gründungsjahr: 1945
  • Branche: Bau- und Landmaschinen
  • Website: www.jcb.com

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