Magazin EuroTier 2018

Innovationen & Trends :

Nur einmal Gold

Neuheiten bringen Verbesserungen für Mensch und Tier – EuroTier-Medaillen für 26 Innovationen

Innovationen & Trends: Nur einmal Gold

Eine Goldmedaille und 25 Silbermedaillen werden auf der diesjährigen EuroTier verliehen. Aus über 300 Anmeldungen zum Innovation Award hat eine Expertenkommission 250 Neuheiten zum Wettbewerb anerkannt und daraus 26 Produkte mit Medaillen ausgezeichnet. Viele dieser Innovationen tragen dazu bei, die Haltungsbedingungen für die Tiere, aber auch die Arbeitsbedingungen für die Menschen weiter zu verbessern. Kriterien wie Arbeitssicherheit und -verbesserung, Tiergesundheit, Tierwohl sowie Umwelt- und Tiergerechtheit standen im Mittelpunkt der Beurteilung.

Die prämierten innovativen Produkte wurden bisher noch auf keiner anderen bedeutenden Messe oder internationalen Schau präsentiert und/oder ausgezeichnet. Sie müssen zum Zeitpunkt der Messe voll funktionsfähig und spätestens im Jahr 2019 auf dem Markt verfügbar sein.

Die Medaillengewinner haben in diesem Jahr zum ersten Mal die Chance, zusätzlich mit dem „Animal Welfare Award“ ausgezeichnet zu werden. Es ist ein Sonderpreis für Produkte, die im besonderen Maße das Tierwohl fördern. Die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt im Rahmen des „International Animal Health Events“ am 15. November.

Einige Gewinner des Innovation Award EuroTier 2018:

Innovation Award EuroTier in Gold:

Sauber im Nu

Mit dem Speedy können Tröge mit Futterresten in kürzester Zeit entleert werden. Dazu wird der Trogsauger einfach an die Pistole des Hochdruckreinigers angeschlossen. Das herausgesaugte Futter – egal ob nass oder trocken – kann in einem Behälter aufgefangen oder in die Gülle abgeleitet werden. Nach der Entleerung kann der Trog durch einfaches Umschalten auf die Reinigungsdüse zügig mit der Waschlanze gereinigt werden.

Meier-Brakenberg GmbH & Co. KG, Extertal
Halle 16, Stand G04

Innovation Award EuroTier in Silber:

Bequemes Fressen

Das Komfort-Sicherheits-Selbstfanggitter ermöglicht Kühen einen ungehinderten Zugang und deutlich mehr Bewegungsfreiheit während der Futteraufnahme. Zudem kann der Landwirt festliegende Kühe einfach befreien, indem er die Lagerung des Schwenkstabes und den Schwenker in seiner horizontalen Lage verschiebt. Daraus resultieren auf der gesamten Höhe ein deutlich größerer Sicherheitsauslass und eine tiergerechte Öffnungsweite von 36 cm.

Ing. Bräuer GmbH Stalltechnik, A-Behamberg
Halle 17, Stand D35a

Karussell passt sich an

Mit künstlicher Intelligenz soll die Anwendung Mission Control die Drehgeschwindigkeit des Melkkarussells selbstlernend optimieren. Folge sind laut Hersteller weniger Lahmheiten und mehr Tierwohl. Dazu kalkuliert das integrierte OptiCruise-System aufgrund der Melkhistorie jeder einzelnen erkannten Kuh die zu erwartende Milchmenge und verrechnet es mit der Restmelkzeit der Kühe, die bereits im Karussell gemolken wurden.

Dairymaster, Tralee, Co.,
IRL-Kerry
Halle 13, Stand 23

Wechseln leicht gemacht

Evanza ist ein weiterentwickeltes Melkzeug, bei dem Zitzengummis und Melkbecher zu einem Kartuschensystem zusammengefasst sind. Der Wechsel der Systemkartuschen, die mit Top-Flow-Technologie und einem kurzen Milchschlauch ausgestattet sind, gestaltet sich nach Werksangaben besonders einfach. Laut Hersteller steigt zudem der Milchfluss um bis zu 9,3 Prozent, während sich die Vorrüstzeit um bis zu sieben Prozent verkürzt.

DeLaval International AB,
S-Tumba
Halle 13, Stand D25

Kleber temperieren

In der Klauenpflege werden zur Befestigung von Klauenklötzen oftmals Zweikomponentenkleber eingesetzt. Sie können jetzt im Wärmebehälter HeatBox auf konstant 20 Grad Celsius temperiert werden, damit sie schneller aushärten. Das soll die Behandlungsdauer deutlich verkürzen und die Haltbarkeit der Klötze an der Klaue verbessern. Der Behälter besteht aus zwei Kammern: Eine kann die Dosierpistole mit Kleberkartusche aufnehmen, während die andere die Ersatzkartusche auf Arbeitstemperatur hält.

Albert Kerbl GmbH, Buchbach
Halle 11, Stand D43

Flinke Flasche

All In One Colostrum Feeder ist ein innovativer Biestmilch-Behälter für die Erstversorgung neugeborener Kälber. Besonderheit ist ein zusätzlicher Behälterdeckel mit integriertem Edelstahlrohr, durch das warmes Wasser geleitet wird, um die frische Biestmilch auf die optimale Tränketemperatur zu bringen. Möglich sind auch das Pasteurisieren der Biestmich sowie das anschließende Abkühlen auf die gewünschte Temperatur.

Martin Förster GmbH, Engen
Halle 12, Stand C31a

Smarter Kuhverkehr

AutoLift ist ein intelligentes Torsteuerungssystem, das die Steuerung des Kuhverkehrs in Milchviehanlagen automatisieren soll. Dazu erfassen Sensoren den aktuellen Öffnungszustand der Tore und verwalten die Schaltzustände auf einem internetfähigen Server. Über eine App kann der Landwirt alle Öffnungszustände der Tore in Echtzeit überblicken, aber auch einzelne Tore ansteuern.

Spinder Dairy Housing Concepts B.V.,
NL-Harkema,
Halle 12, Stand B18

Milchmenge genau erfassen

SmartFlow ist ein elektronischer Milchmengenmesser, den der Hersteller auf maximalen Durchfluss konstruiert hat. Demnach führen weder Engstellen oder Unterbrechungen im Gerät zu einem Vakuumabfall während des Melkens, noch sorgt das Messprinzip für Schwankungen. Dementsprechend sollen ein konstanter Fluss und eine schonende Behandlung der Milch gewährleistet sein.

Das Gerät kommt ohne Kabel für Stromversorgung aus, Daten werden schnell und einfach per UHF-Funkverbindung übertragen.

Nedap Livestock Management,
NL-Groenlo
Halle 13, Stand C56

Gesundheit digital erfassen

Das Smart Thermometer erfasst die rektal gemessene Körpertemperatur von Kälbern und Rindern elektronisch. Per App können die Daten in die spezielle Kälber-Cloud weitergegeben werden. Außerdem können weitere Gesundheitsparameter wie zum Beispiel Ohrenstellung, Nasenausfluss, Augenzustand und eine Kotbeurteilung über die App erfasst werden.

Förster-Technik, GmbH, Engen
Halle 13, Stand E11

Mannlos füttern

NanoConcept ist ein automatisches Fütterungssystem für Rinder. Es besteht aus dem autonom fahrenden Fütterungsroboter Shuttle Eco und dem vollautomatischen Siloentnahmesystem Lift. Der frei fahrende Fütterungsroboter findet seine Route über Magnete im Boden und kann somit problemlos in mehreren Ställen eingesetzt werden sowie verschiedene Silos ansteuern. Im Fahrsilo wird er vollautomatisch von der intelligenten Fräs- und Gebläseeinheit namens Lift befüllt.

Wasserbauer GmbH Fütterungssysteme, A-Waldneukirchen
Halle 12, Stand D22

Sauber und gepflegt

Der MultiRob ist ein autonom fahrender Entmistungsschieber für Spaltenböden, der zusätzlich die Liegeboxen pflegt. Dazu ist er mit einer ausschwenkbaren rotierenden Bürste ausgestattet, die das hintere Drittel von Hochliegeboxen reinigt. Überdies verfügt er über ein Austragsgerät für mehlförmige Einstreu. Eine intelligente Sensorik erkennt Hindernisse im Nah- und Fernbereich und reagiert zur Kollisionsvermeidung mit Routenanpassungen in Echtzeit. Abweichungen von den vorgegebenen Arbeitsroutinen werden protokolliert und in der nächsten Fahrt individuell nachbehandelt.

Peter Prinzing GmbH, Lonsee-Urspring
Halle 12, Stand 25
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Landtechnik und Tierhaltung
Halle 26, Stand C30

Schlaue Brille

Die Augmented Reality, also die erweiterte Realität, soll die Arbeitsorganisation im Stall verbessern und Zwischenkalbezeiten verkürzen. Dank AR-Brille hat der Landwirt die digitalen Herdeninformationen im Stall direkt vor den Augen. Sensordaten, Fertilitätsbehandlungs- und Synchronisationsprotokolle werden vollständig integriert und lassen darauf aufbauende automatisierte Aktionen zu.

Nedap Livestock Management, NL-Groenlo
Halle 13, Stand C56

Toilette für Schweine

Die Schweinetoilette Pig T ermöglicht, Harn und Kot direkt nach dem Ausscheiden zu trennen und so insbesondere Ammoniakemissionen zu reduzieren. Sie besteht aus einem Förderband aus Kunststoffelementen mit Öffnungen, durch die Urin und andere Flüssigkeiten in eine Auffangwanne gelangen und von dort in einen separaten Lagerbehälter geleitet werden.

Kot, Einstreu oder Reste organischen Beschäftigungsmaterials verbleiben auf der Oberfläche des Förderbandes und werden aus der Bucht gefördert.

Big Dutchman International GmbH, Vechta
Halle 7, Stand B21

Smarter Fiebermesser

Das digitale Fieberthermometer Urban Vital Control mit integriertem RFID-Lesegerät ermöglicht die Erfassung und Speicherung der Körpertemperatur sowie die Erstellung von Temperaturkurven und deren Weitergabe an Drittsysteme. Mit dem Messsystem wird zugleich ein Dokumentations- und Managementsystem für das individuelle Tierwohl und die Tiergesundheit zur Verfügung gestellt. Außerdem können Kontroll- und Alarmlisten generiert werden.

Urban GmbH & Co. KG, Hude OT Wüsting
Halle 13, Stand B02

Ruckfreier Anzug

Das hochstabile Antriebsrad DR 1500 soll ein leichteres Anlaufen der Trockenfütterungsanlage und bis zu 500 m lange Förderstrecken ermöglichen. Es ist aus einem elastischen Kunststoff gefertigt und sorgt für einen lastabhängigen Kraftschluss der Kette am Antriebsrad.

Beim Anlaufen wird die Kette lediglich über zwei Zähne des Antriebsrads nahezu ruckfrei gezogen. Bei langen Förderwegen oder großen Futtermengen lehnen sich die elastischen Zähne leicht nach hinten, so dass die Kraftübertragung auf bis zu sieben Zähne verteilt wird.

Big Dutchman International GmbH, Geschäftsbereich Schwein, Vechta
Halle 7, Stand B21

Scannt die Klauen

Das System ermöglicht Herdenmanagern, präventiv und automatisiert Veränderungen an der Milchkuhklaue zu erkennen. Dazu werden die Kühe nach dem Melken zum MS Hoof Scan geleitet, wo die Klauen von unten per Ultraschall untersucht und gleichzeitig die Tiergewichte über ein integriertes Wiegesystem erfasst werden. Erkennt das automatische Analysesystem Abweichungen, so wird die Kuh nach dem nächsten Melkstandbesuch in einen Raum mit Klauenpflegestand geleitet, wo sie behandelt werden kann. Der Klauenpfleger erhält die analysierten Daten sowie Scannerfotos und Tiergewicht direkt auf sein Tablet oder Handy.

Schippers GmbH, Kerken-Nieukerk
Halle 11, Stand B20

Sichere Kontrolle

Feed Fence Signalling ist eine clevere Lösung zur elektronischen Überwachung des Schließmechanismus von Selbstfangfressgittern. Wird der Arretierungshebel auf „Fixieren“ gestellt, registriert ein netzwerkfähiger Sensor diese Aktion und übermittelt diesen Schaltzustand über ein Nahbereichs-Funk-Netzwerk einem internetfähigen Server. Dieser überwacht die Dauer des unveränderten Arretierungszustandes und alarmiert nach Überschreiten einer individuell definierten Zeitspanne per Warnleuchte, akustischem Signal und SMS.

Spinder Dairy Housing Concepts B.V.,
NL-Harkema
Halle 12, Stand B18


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