Magazin EuroTier 2018

Innenwirtschaft :

Innovationen & Trends auf der EuroTier 2018

Prof. Dr. Eberhard Hartung, Vorsitzender der EuroTier-Neuheitenkommission; Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, fasst die Trends der kommenden Messe zusammen.

Insgesamt spiegeln die zur EuroTier 2018 verliehenen Medaillen die Breite der jeweiligen Sachgebiete wider, wobei der diesjährige Schwerpunkt sehr klar bei der Weiterentwicklung bekannter Produkte liegt, bei denen eine wesentliche Verbesserung der Funktion und des Verfahrens zu erwarten ist.

Trends in der „Schweinehaltung“

Einer der Schwerpunkte im Bereich der Schweinehaltung liegt dieses Jahr in der Verbesserung der Arbeitsweise, Funktionsfähigkeit und der einfachen Kontrolle sowie Reinigung der „Problemstellen“ von Fördersystemen für Trockenfütterungsanlagen. Darüber hinaus zeigt sich in diesem Themenbereich eindeutig, dass sich auch bei der Reinigung von Futtertrögen noch völlig neue Produktideen realisieren lassen, welche die Qualität und Effizienz von Reinigungsarbeiten stark verbessern können. Denn eine optimale Futterhygiene ist für die Tiergesundheit und die Leistung in der Schweinehaltung unerlässlich. Die Reduktion von (Ammoniak-)Emissionen wird in der Tierhaltung zukünftig eine noch zentralere Rolle spielen. Im Bereich der Entmistung ist eine funktionsfähige und praxistaugliche Umsetzung der Kot-Harn-Trennung eine grundsätzliche Möglichkeit, um die Freisetzung von Ammoniak zu vermindern. Ziel ist es hierbei, einerseits den auf der Oberfläche verbleibenden Kot sowie Einstreu oder Reste organischen Beschäftigungsmaterials gesamt aus der Bucht zu befördern, und andererseits den abgesetzten Harn „direkt“ durch entsprechende Öffnungen separat vollständig abzuleiten.

Trends in der „Rinderhaltung“

Im Bereich der Rinderhaltung ist es weiterhin ein erklärtes Ziel, die Verfahrenskette von automatisierter Futterentnahme, -transport, -mischung und -vorlage vollständig autonom zu realisieren. Hier sind Systeme gefragt, die unterschiedliche Futtersilos ansteuern und auch problemlos in mehreren Ställen eingesetzt werden können. Im Bereich des Ein- bzw. Nachstreuens und der Entmistung gehören autonome Systeme inzwischen zum Stand der Technik; nun aber werden diese Verfahren kombiniert oder mit zusätzlichen Sensoren bestückt, um einen besseren Einblick in die Haltungsumwelt der Tiere zu bekommen.

Ein weiterer Trend geht in Richtung der Verbesserung der Sicherheit und Überwachung von Selbstfangfressgittern und der technischen Einrichtungen zur automatischen Steuerung des gelenkten Kuhverkehrs bzw. der dafür notwendigen elektronischen Ansteuerung der Durchlasstore. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die automatisierte Früherkennung von Klauenproblemen dar. Denn das möglichst frühzeitige Erkennen von Klauenproblemen bzw. Lahmheit durch „präventives Monitoring“ dient nicht nur der Klauengesundheit, sondern kann darüber hinaus auch zum tierindividuellen Management der Klauenpflege genutzt werden. Im Bereich der Befestigung von Klauenklötzen in der Klauenpflege und der Temperierung zuvor gekühlten oder gefrorenen Kolostrums zeigt sich, dass es zu den in der Praxis oft umständlichen und sehr provisorischen Maßnahmen auch innovative alternative Lösungen gibt.

Trends in der „Melktechnik“

Die Entwicklungen in der Melktechnik beschäftigen sich in diesem Jahr mit den Bereichen der verbesserten Erfassung der Milchmenge ohne (nachteilige) Beeinflussung des Milchflusses, der Vorhersage der tierindividuellen Milchabgabe während des Melkens zur zeiteffizienteren Ansteuerung der Melk- bzw. Verfahrenstechnik und der Alternative zu herkömmlichen Zitzengummis, deren Austausch nicht nur sehr zeitaufwendig ist.


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