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Horsch :

Einstieg in die mechanische Pflanzenschutztechnik

Transformer VF, Cura ST und Finer LT sind drei spezielle Gerätelinien

Horsch: Einstieg in die mechanische Pflanzenschutztechnik

Der Transformer VF bildet die Basis für die neue Hackgeräte-Familie.

Das technisch anspruchsvollste Gerät in der neuen Horsch-Sparte mechanische Pflanzenschutztechnik ist der Transformer VF. Der Name leitet sich von der Idee ab, den Rahmen mit verschiedenen Werkzeugen zu bestücken und so für verschiedene Zwecke anzupassen (zu „transformieren“). Das Kürzel VF steht für variable frame, also variabler Rahmen. Dieser kommt in Arbeitsbreiten von 6 bis 12 m. Bei 6 und 8 m wird der Rahmen dreiteilig geklappt, ab 9 m in fünf Teilen.

Eines der besonderen Merkmale am Transformer ist die voll in den Anbaubock integrierte, lineare Seitenverschiebung ohne Zwischenrahmen. Damit soll das Gerät eine möglichst hohe Präzision beim automatischen Lenken erreichen – dank Isobus mittels verschiedener Kamerasysteme. Außerdem liegt der Schwerpunkt näher am Traktor. Das ist gerade bei den breiteren Maschinen ein Vorteil. Zudem sind die parallelogrammgeführten Elemente mit einem Innenprofil an den Rahmen geklammert. Damit sind laut Horsch Reihenabstände von 25 bis 90 cm realisierbar. Die breiten Klemmen sollen für eine hohe Seitenstabilität und daher Spurtreue sorgen. Den Durchgang unter dem Rahmen gibt Horsch mit 66 cm an. Das macht auch spätere Einsätze in höheren Beständen möglich. Die Elemente sind optional hydraulisch belastbar für besonders harte Böden. Diese Hydraulik wird auch für das automatische Ausheben einzelner Reihen per Section Control genutzt. Die Arbeitstiefe der Elemente ist werkzeuglos einstellbar. Optional sind Abdeckscheiben zum Schutz der Kulturen im frühen Stadium oder weitere Werkzeuge für die Arbeit in der Reihe, zum Beispiel Fingerhacken, verfügbar.

Der Striegel Cura hebt seine Ausleger am Vorgewende für mehr Bodenfreiheit an.

Der Striegel Cura hebt seine Ausleger am Vorgewende für mehr Bodenfreiheit an.

Am Finer kann der Zinkenwinkel für eine möglichst flache Arbeit angepasst werden.

Am Finer kann der Zinkenwinkel für eine möglichst flache Arbeit angepasst werden.

Striegel hebt seine Flügel

Für die Unkrautbekämpfung in flächig gesäten Kulturen stellt Horsch den Striegel Cura ST vor. Die im Dreipunkt angebaute Maschine wird mit Arbeitsbreiten von 6 bis 15 m auf den Markt kommen. Auch der Cura bietet einige Besonderheiten. Am Vorgewende werden die Flügel leicht angehoben, damit sie nicht in den Boden einstechen können und so auch schnellere Wendevorgänge ermöglichen. Für diese Funktion sind (neben den Klappzylindern) eigene Hydraulikzylinder zuständig.

Die Zinken sind auf sechs Balken angeordnet, der Strichabstand beträgt 2,8 cm. Jeder einzelne Zinken ist mit einer eigenen Feder angelenkt. Die Federn sind über Seile mit einem Rohr verbunden, das mittels Hydraulikzylindern (samt Begrenzungsclips) gedreht werden kann und so den Auflagedruck stufenlos verändert. Der Druck reicht (mit einer Feder) von 1.000 bis 5.000 Gramm je Zinken. Optional ist je Zinken eine zweite Feder erhältlich, dann beträgt der Druck 500 bis 5.000 Gramm. Am gesamten Federweg soll der Druck nahezu gleich hoch sein. Horsch hat die gesamte Zinkenanlenkung samt Federn und Seilen auf der Oberseite des Rahmens angeordnet. Somit verbleibt eine größere Durchgangshöhe unter dem Rahmen. Die Zinken sind breit gelagert und daher laut Horsch gegen seitliches Ausweichen gesichert. Zusammen mit dem konstanten Zinkendruck eignet sich der Cura daher auch für die Arbeit in Kartoffeln und anderen Dammkulturen.

Immer schön flach

Die dritte Maschine im neuen Segment ist der Grubber Finer LT. Seine Hauptaufgabe sieht Horsch im flachen Schneiden von Unkräutern, Ausfallgetreide oder Zwischenfrüchten sowie bei der Saatbettbereitung. Damit ist er auch als Glyphosat-Alternative gedacht. Das Alleinstellungsmerkmal des Finer ist seine Möglichkeit, den Anstellwinkel der Zinken so anzupassen, dass die Schare möglichst parallel zum Boden schneiden. Denn je höher der Bodenwiderstand ist, umso weiter federt ein Zinken nach hinten aus. Um das auszugleichen, wird beim Finer ein zentrales Rohr gedreht (serienmäßig mechanisch, optional hydraulisch). Dieses Rohr ist über eine Kinematik mit allen vier Balken verbunden, die ebenfalls drehbar gelagert sind und somit den Scharwinkel anpassen. Der Strichabstand der Federzinken beträgt 15 cm, die Rahmenhöhe 55 cm.

Die Arbeitsbreite reicht von 6 bis 12 m. Alle Modelle werden im Dreipunkt angebaut. Statt einer Walze im Heck sorgen Stützräder vorne und hinten für die Tiefenführung. Den Abschluss macht ein zweireihiger Striegel, der für die Einebnung sorgt und Unkrautwurzeln an die Oberfläche holen soll. Beide Striegelreihen sind gemeinsam in der Tiefe einstellbar. Der Winkel ist an beiden Reihen separat zu verändern.

Die Cultro startet mit einer 3 m kleinen und einer
12 m großen Variante.

Die Cultro startet mit einer 3 m kleinen und einer 12 m großen Variante.

Kleines und großes Messer

Ebenfalls eine neue Baureihe ist die Messerwalze Cultro TC. Durch die beiden Messerwalzen-Reihen soll sie eine kurze Schnittlänge erzielen. Zudem sind die Messer in den beiden Reihen unterschiedlich gewendelt, was einen Kreuzschnitt ermöglicht. Je Welle sind sechs Messerreihen angeschraubt. Zur Markteinführung ist die Cultro TC in zwei Ausführungen erhältlich: Die 3 m breite Variante wird im Dreipunkt gefahren. Dabei besteht die Wahl zwischen einer Version für den Frontanbau ohne Packer, die sich zum Beispiel mit der Kurzscheibenegge Joker CT kombinieren lässt. Eine weitere Option ist der Heckanbau mit Packer. Dabei steht das gesamte Packer-Programm der Joker CT zur Auswahl.

Die gezogene Cultro TC mit 12 m Arbeitsbreite und neuem Rahmenkonzept überträgt das vollständige Maschinengewicht auf die Walze. Die einzelnen Walzensegmente sind in 3 m breite Abschnitte unterteilt, die für eine bessere Bodenanpassung einzeln aufgehängt sind. Jedes Segment ist separat überlastgesichert und kann einzeln nach oben ausweichen. Die Maschine kann mit einem Packer oder einem Schwertstriegel ausgerüstet werden. Letzterer bietet sich vor allem an, wenn viel organisches Material verteilt werden soll. Vor den Messern kann die Cultro mit einer Crossbar bestückt werden, was ihr Einsatzspektrum auf die Saatbettbereitung ausweitet. Der Hersteller gibt für die Cultro Fahrgeschwindigkeiten bis 20 km/h an.

Halle 12, Stand C41


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