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Horsch :

Auf dem Sitzenhof wird man etwas grüner

Michael Horsch strebt eine sanfte Agrarwende an – Neue Werbekampagne angekündigt

Horsch: Auf dem Sitzenhof wird man etwas grüner

Zur Agritechnica startet Horsch seine neue Kampagne: Farming Hero – der Landwirt ist zukünftig der Held!

Cornelia Horsch erwartet 2017 einen Umsatzzuwachs um die 15 Prozent.

Cornelia Horsch erwartet 2017 einen Umsatzzuwachs um die 15 Prozent.

Der Hersteller von Bodenbearbeitungs-, Sä- und Pflanzenschutztechnik aus der Oberpfalz, Horsch, wird zukünftig ein bisschen grüner. Firmenchef Michael Horsch schilderte auf der Agritechnica Vorpressekonferenz seines Unternehmens seine Gedanken zu einer sanften Agrarwende. Dabei sei nicht 100 Prozent Öko-Landwirtschaft das Ziel. Vielmehr gelte es, die Unterscheidung zwischen ökologischer und konventioneller Technik weniger dogmatisch zu betrachten. Angesichts der Grenzen, an die der konventionelle Landbau z.B. in Form von Resistenzen und engen Fruchtfolgen stoße, sei hier ein neuer Weg gefragt. „Den kennen wir auch noch nicht genau. Wir arbeiten aber mit daran“, so Michael Horsch. Horsch werde sich künftig auch dem Segment Profi-Ökoanbau widmen. Man arbeite an ersten Studien. Dazu hat man 100 Hektar des eigenen landwirtschaftlichen 3.500 Hektar Betriebs in Tschechien in Ökoflächen umgewidmet und dafür einen eigenen Betriebsleiter eingestellt.

„Uns geht es, vorsichtig gesagt, sehr gut“, so Michael Horsch zur aktuellen wirtschaftlichen Situation der Schwandorfer. Für 2017 erwarte man erneut ein zweistelliges Umsatzwachstum, ungefähr um die 15 Prozent. Mit 300 Mio. Euro hatte Horsch bereits 2016 einen Rekordumsatz hingelegt. Ein Drittel kam aus der Sätechnik, 31 Prozent aus der Bodenbearbeitung, 13 Prozent trugen der Pflanzenschutz und neun Prozent die Einzelkornsätechnik bei. Der Ersatzteilverkauf schlug 2016 mit 13 Prozent zu Buche.

In 2017 steigerte sich der Exportanteil von 78 Prozent im Vorjahr auf über 80 Prozent. Besonders das Geschäft in der Ukraine brummt. Sie ist 2017 der größte Horsch-Einzelmarkt und löst damit Deutschland ab, berichtete Cornelia Horsch. Das Wachstum stamme nahezu aus allen Märkten, in denen Horsch aktiv ist. Ein Minus steht nur bei Frankreich. Zu den Wachstumsmärkten zählen Südamerika und China. Noch sind die Verkaufszahlen dort bescheiden, man investiere aber in die baulichen und personellen Voraussetzungen. Mäßige Ernte und unbefriedigender Getreidepreis ließen den anfangs 2017 auf der SIMA spürbaren Optimismus der französischen Landwirte verfliegen.

Marketingchef Kurt Glück demonstriert die neue Cruiser.

Marketingchef Kurt Glück demonstriert die neue Cruiser.

Viel Geld hat man 2017 in den Ausbau der Produktionskapazitäten gesteckt. 5 Mio. Euro in das Werk Ronneburg und 7 Mio. Euro in das Landauer Spritzenwerk führen die Liste der Investitionen in diesem Jahr an. Die Mitarbeiterzahl ist von 1.300 auf aktuell 1.630 angestiegen. Auch 2018 will Horsch die Kapazitäten in Ronneburg mit 8 Mio. Euro ausbauen. 3 Mio. sind unter anderem für die ukrainische Niederlassung vorgesehen. Auch am Stammsitz, dem Sitzenhof bei Schwandorf, entstehen neue Montagemöglichkeiten und Entwicklungsbüros.Marketingchef Kurt Glück präsentierte gemeinsam mit Michael Braun die Agritechnica Neuheiten, darunter ein neuer Federzinkengrubber namens Cruiser. Die technischen Neuheiten und Erweiterungen stellen wir in den nächsten Ausgaben des eilboten vor.

Cornelia Horsch und Daniel Brandt vermittelten einen ersten Eindruck von der neuen Horsch-Werbekampagne, die zur Agritechnica startet. Sie stellt den Horsch-Kunden in den Mittelpunkt. In aufwendig produzierten Animationen und Clips werden Landwirte in Iron-Man-Kluft den „Farming Hero“ darstellen.


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