
Kurz vorab: Die Familie Leeb ist in der Region Graz und in der Branche bereits seit über vier Jahrzehnten bekannt. Wissen muss man dabei aber, dass die beiden Brüder Hans und Michael inzwischen jeweils eigene Geschäfte führen und damit für unterschiedliche Marken zuständig sind. Die Michael Leeb Trading GmbH importiert und vertreibt seit etwa zehn Jahren Motorräder, Quads und UTVs, derzeit stehen die Marken TGB und Aeon aus Taiwan sowie Corvus aus Spanien auf dem Hof. Auch mit den chinesischen Lovol-Traktoren hat man es 2023 kurz versucht. Eingeladen wurden wir jedoch von der Hans Leeb GmbH in Wolfsberg, die seit Anfang des Jahres den Import der bereits gut etablierten Marke CF-Moto übernommen hat und sich auf diese fokussiert. Der vorherige Importeur war 2023 insolvent, Marketing-Manager Rene Löschnigg wechselte mit der Marke CF-Moto zu Leeb. Er kennt die kleinen Allrad-Vehikel daher schon einige Jahre.
Derzeit beschäftigt die Hans Leeb GmbH 55 Mitarbeiter, zwei davon im Außendienst. Am Firmensitz sind über 100.000 verschiedene Artikel vorrätig, insgesamt habe man über eine halbe Million Ersatzteile eingelagert: „Wir haben beinahe jedes Teil parat und können diese in zwei, maximal drei Tagen zur entsprechenden Werkstatt bringen. Damit wir unseren Kunden nicht sagen müssen, bestimmte Teile seien die nächsten Wochen noch mit dem Schiff unterwegs, setzen wir bei der Ersatzteillieferung aus China auf Luftfracht. Das ist teurer, dafür können wir aber verlässlich liefern“, erklärt Löschnigg beim Rundgang durchs 3.000 Quadratmeter umfassende Hochregallager. In der Halle hat man zudem fünfstellig in einen professionellen Fotobereich investiert, um hochqualitative Rundumansichten aller Fahrzeuge zur Verfügung stellen zu können. Damit möchte man den Händlern ermöglichen, sich durch einen anspruchsvollen Online-Auftritt von Mitbewerbern absetzen zu können.
Die UTVs – also die Form mit Beifahrersitz, Pritsche und Dach – werden nach der Ankunft in Wolfsberg durch Leeb-Mitarbeiter von den Transportrahmen geschraubt und fertig konfektioniert. „Früher mussten das die Händler selbst erledigen, was aufgrund deren knappen Werkstattkapazitäten und über hundert Schrauben immer mindestens ein Tag Arbeit war. Für einige durchaus ein Argument, so etwas eher ungern zu verkaufen. Daher übernehmen wir das jetzt und liefern die Fahrzeuge fertig zum Händler“, so Löschnigg. Da sich die Prozedur bei regulären Quads – sprich ATV – wesentlich weniger aufwendig gestaltet, erledigen bei diesen die Händler den Aufbau selbst. Im Jahr 2024 hat Leeb durch seine etwa 400 Fachhändler bereits über 5.000 Fahrzeuge verkauft, vermehrt auch an kommunale Dienstleister wie etwa Hausmeister-Services.
Insgesamt hat CF-Moto zudem in seiner 35-jährigen Firmengeschichte bereits über eine Million Fahrzeuge produziert, den Sprung ins Siebenstellige machte man im Oktober 2024. Dass man qualitativ hochwertig produzieren kann, zeigt auch das Joint Venture mit KTM, dessen Zweiräder von 400 bis 900 Kubikzentimetern bei CF-Moto vom Band laufen. Der Marktanteil in Europa beträgt nach eigenen Angaben über 40 Prozent, 2021 lag man noch bei 31 Prozent. Weltweit gilt man als viertgrößter Hersteller (nach Polaris, CanAm und Honda). Derzeit ist die Zulassungsstatistik etwas verzerrt, da vor dem 31.10.2024 viele Tageszulassungen erfolgten, um die fallende LoF-Regelung (siehe Kasten) noch umgehen zu können.
Außerdem erweitert man mit der ebenfalls zu CF-Moto gehörenden Marke GOES nun das ATV-Segement auch in Richtung Einsteiger. Der Auslieferungsstart erfolgt zum Jahresende. Die Händler werden dabei mit 1.000 Euro Bonus pro fünf verkauften Fahrzeugen unterstützt. Im Marketing unterstützt Leeb ebenfalls durch Prospekte und Material für Website und Social Media. Für beide Marken ist Leeb immer an weiteren Händlern interessiert.














