Anzeige

Magazin Landwirtschaft

Green Deal :

Umsetzung wird teuer

Umfrage zeigt hohe Bereitschaft der Landwirte zur Einführung von Eco-Schemes

Green Deal: Umsetzung wird teuer

Zu der Eco-Shemes gehören u.a. Grünbrachen, vielfältige Ackerkulturen sowie eine Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes.

Bei der Umsetzung des Green Deal setzt das derzeit dafür vorgesehene Budget enge Grenzen für die Honorierung von Eco-Schemes. Laut einer von der Edmund Rehwinkel-Stiftung unterstützten Studie eines Forscherteams um Prof. Uwe Latacz-Lohmann von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist es grundsätzlich möglich, die Green-Deal-Ziele über freiwillige Maßnahmen verbunden mit Kompensationszahlungen anzusteuern. In einer Umfrage für die Untersuchung zeigte sich nach Angaben von Latacz-Lohmann eine hohe Bereitschaft der Landwirte zur Einführung von Eco-Schemes wie Grünbrachen, vielfältige Ackerkulturen, Altgrasstreifen oder Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes.

Dabei war etwa jeder zweite Teilnehmer damit einverstanden, dass 20 bis 30 Prozent der Ersten-Säule-Gelder für diesen Zweck bereitgestellt wird. Für das Eco-Scheme „Grünbrache“ errechneten die Forscher aus den Angaben der an der Umfrage beteiligten Landwirte beispielsweise eine mittlere notwendige Kompensationszahlung für 7 Prozent Ackerfläche von 733 Euro/ha. Für die Senkung des Düngereinsatzes um ein Fünftel auf 60 Prozent aller Flächen wäre eine Kompensation von 315 Euro/ha erforderlich. Je nach regionaler Flächenverfügbarkeit gehen die vorausgesetzten Förderhöhen aber deutlich auseinander.

Wie Latacz-Lohmann darüber hinaus feststellte, wären bei vollständiger Umsetzung des Green-Deal-Ziels für einen Bracheanteil von bundesweit 10 Prozent insgesamt rund 820 Mio. Euro, für die Reduzierung des Düngereinsatzes auf 60 Prozent der Fläche etwa 3,2 Mrd. Euro und für breitere Fruchtfolgen auf der Hälfte der deutschen Ackerfläche immerhin 1,0 Mrd. Euro an staatlichen Beihilfen erforderlich.

Verfügbar zur Finanzierung der Eco-Schemes seien absehbar aber nur etwa 1,1 Mrd. Euro pro Jahr, gab der Kieler Agrarökonom zu bedenken. Deshalb seien mit dem derzeitigen Agrarhaushalt nicht mehrere Ziele des Green Deal finanzierbar. Für deren Erreichung hält Latacz-Lohmann daher flankierende Maßnahmen wie die Agrarumweltprogramme im Rahmen der Zweiten Säule für erforderlich, schließt aber auch ordnungsrechtliche Vorgaben nicht aus.


Anzeige