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Magazin Landwirtschaft

Getreidevermarktung :

Gute Nerven sind gefragt

Experten rechnen mit großen Preissprüngen in den kommenden Monaten

Getreidevermarktung: Gute Nerven sind gefragt

Durch sein Kaufverhalten sorgt China auf den Weltmärkten für Getreide und Ölsaaten für große Preisschwankungen.

Bei der Vermarktung der neuen Getreideernte sind weiterhin gute Nerven gefragt. Ludwig Striewe von der ATR Landhandels GmbH jedenfalls rechnet auch in den kommenden Monaten mit großen Preissprüngen bei Getreide und Ölsaaten. China bezeichnete er beim diesmal virtuellen Ackerbauforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am 25. Mai als den momentan größten Unsicherheitsfaktor. Obwohl Peking laut offiziellen Statistiken über hohe eigene Getreidereserven verfüge, kaufe das Land im Rekordtempo die neue amerikanische Maisernte auf – trotz der aktuell hohen Importpreise. Dies lasse eigentlich nur den Schluss zu, dass die Reserven Chinas – zumindest im bislang geschätzten Umfang – „nur auf dem Papier“ existierten, so Striewe, der in der ATR-Geschäftsführung den Handel mit Getreide und Ölsaaten verantwortet. In Europa wächst dem Marktexperten zufolge in diesem Jahr eine ordentliche Ernte heran. Derzeit herrschten „von Spanien bis zum Ural“ gute Wuchsbedingungen. Sollte es vor dem Drusch zu Wetterkapriolen kommen, müsse beim Weizen trotzdem mit einem erneuten Preisausschlag nach oben gerechnet werden. „Das Wetter ist einmal mehr das Zünglein an der Waage“, erklärte Striewe. Aus seiner Sicht sollten Getreidebauern deshalb aktuell nicht spekulativ unterwegs sein, sondern mehr als die Hälfte der neuen Ernte bereits auf dem Halm vermarktet haben. „Auch bei ATR haben viele Landwirte bereits Vorverträge für die neue Ernte gemacht“, berichtete Striewe. Unterdessen ist der Anfang Mai einsetzende Kursrückgang beim Matif-Weizen zumindest vorläufig zum Stillstand gekommen. Für die neue Ernte zur Andienung im September 2021 mussten am Freitag, 28. Mai, gegen 15 Uhr 210,75 Euro/t angelegt werden. Zum Anfang Mai verzeichneten Jahreshoch fehlten damit gut 20 Euro/t. Auch der Terminraps befand sich in Paris zuletzt im Rückwärtsgang: Am Freitagnachmittag kostete der betreffende Frontmonat August 518 Euro/t, nachdem im Verlauf der Handelswoche kurzzeitig aber sogar die 500-Euro-Marke nach unten durchbrochen worden war. Zeitweise war dieser Rapskontrakt für mehr als 590 Euro/t gehandelt worden.


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