Magazin Landwirtschaft

Getreide/Raps :

Nach schlechtem Vorjahr nochmals Ernteeinbruch

Teils extreme wetterbedingte Unterschiede – Für Hilfsmaßnahmen sind die Bundesländer zuständig

Eine weit unterdurchschnittliche Getreideernte von lediglich 41Mio. t erwartet derDeutsche Bauernverband (DBV) aufgrund der in weiten Teilen des Bundesgebiets vorherrschenden Trockenheit.

Die aktuelle Prognose des Verbandes entspricht gegenüber der bereits schwachen Vorjahresernte von 45,5 Mio. t einem Rückgang von nochmals 4,5 Mio. t. Die Durchschnittsmenge der vergangenen fünf Jahre belief sich auf 47,9 Mio. t. Die Rapsernte könnte mit nur 3,7 Mio. t um nochmals gut 13 Prozent kleiner ausfallen als 2017.

Auffällig sind in diesem Jahr die teils extremen wetterbedingten Unterschiede. Ertragseinbrüchen von bis zu 50 Prozent im Norden und Nordosten stehen mitunter sehr gute Werte im Südwesten des Landes gegenüber. Nach Angaben des DBV und der regionalen Verbände hat die Trockenheit in den betroffenen Landesteilen auch die Maisbestände und das Grünland in Mitleidenschaft gezogen. Knappheiten beim Futter und bei der Einstreu seien daher schon jetzt absehbar.

Mit Blick auf die teils massiven Dürreschäden hat DBV-Präsident Joachim Rukwied die Forderung des Berufsstandes nach Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage bekräftigt.

Das Jahr 2018 zeige beispielhaft, warum eine Risikoausgleichsrücklage für die Landwirtschaft kommen müsse, erklärte Rukwied bei der DBV-Erntepressekonferenz in Trebbin.

Die Regierungen der betroffenen Bundesländer rief der Bauernpräsident auf, die Dürre offiziell zur Naturkatastrophe auszurufen und damit den Weg für schnelle Nothilfen freizumachen.

Vorbild müssten die Hilfen für die Obstbauern und Winzer sein, die im vergangenen Jahr erhebliche Verluste durch Frostschäden erlitten hatten.

Dürreschäden werden untersucht

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will die von der Trockenheit in der Landwirtschaft verursachten Schäden unter die Lupe nehmen lassen; sie legt sich vorerst aber noch nicht auf Hilfen fest.

Klöckner zeigte sich besorgt, was die Lage in Nord- und Ostdeutschland angeht und konstatierte, dass die Getreide- und Rapserträge in diesen Regionen wegen der Dürre das Niveau der vergangenen Jahre deutlich unterschreiten dürften. Keine Beeinträchtigungen würden hingegen im Obstbau erwartet. Die Ministerin sicherte zu, dass ihr Ressort nach Abschluss der Ernte eingehend das Ausmaß der Ernteschäden prüfen werde.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium weist jedoch darauf hin, dass für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen, zu denen auch extreme Trockenheit zählt, nach der Kompetenzverteilung die Länder zuständig sind. Bei Ereignissen von nationalem Ausmaß könne aber auch der Bund ausnahmsweise Hilfen leisten. Eine Bilanz der Schäden sei allerdings erst nach der Ernte möglich. Der erste, vorläufige Erntebericht des Berliner Agrarressorts wird im August vorgelegt.


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