Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Prognose zur diesjährigen Raps- und Getreideernte wieder angehoben. „Nach der langen Trockenphase kam der Regen gerade noch rechtzeitig, um die Getreide- und Rapsbestände vor deutlichen Schäden zu bewahren. Für die diesjährige Ernte ist die Zuversicht zurückgekehrt“, erklärte DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler letzte Woche in Berlin.
Die Niederschläge der letzten drei Wochen haben laut Seedler das pflanzenverfügbare Wasser im Oberboden spürbar erhöht, allerdings mit größeren regionalen Unterschieden. Positiv hätten sich auch die niedrigen Temperaturen im Mai ausgewirkt, da es zu einer geringeren Verdunstung gekommen sei. Nun sei es entscheidend, dass in den kommenden Wochen weiterhin ausreichend Niederschläge fielen. „Der Weizen als unsere wichtigste Getreideart benötigt noch etwa drei bis vier Wochen Wasser, bevor er abreift“, stellte Seedler fest.
Die diesjährige Weizenernte veranschlagt der DRV jetzt auf 21,5 Mio. Tonnen und damit um rund 500.000 Tonnen höher als im Mai. Das schwache Vorjahresniveau würde demnach um gut 3 Mio. Tonnen oder 16,3 Prozent übertroffen. Hinsichtlich der gesamten Getreideernte geht der Verband aktuell von 41,4 Mio. Tonnen aus; das sind 700.000 Tonnen mehr als vor einem Monat vorhergesagt. Im Vorjahr waren lediglich 39,1 Mio. Tonnen Getreide geerntet worden.
Im Hinblick auf den Raps rechnet der DRV jetzt mit einem Aufkommen von gut 3,9 Mio. Tonnen, womit das Vorjahresergebnis um etwa 300.000 Tonnen beziehungsweise 8,1 Prozent übertroffen würde. Im Mai war der Verband von 3,83 Mio. Tonnen ausgegangen.
Die Getreideernte dürfte Seedler zufolge in den Frühdruschgebieten in der kommenden Woche mit der Wintergerste starten. Im Norden und Osten Deutschlands, wo die Ernte witterungsbedingt später beginne, dürfte mit den Druscharbeiten in nennenswertem Umfang Anfang Juli begonnen werden. Zufrieden zeigt sich der DRV-Getreidemarktexperte mit der aktuellen Qualität: „Die Getreidebestände sind in diesem Jahr sehr gesund. Dies ist ein positiver Effekt der ausgebliebenen Niederschläge, da Pilzerreger sich vor allem bei feucht-warmem Wetter schnell verbreiten.“














