Gartentechnik - Fit in den Winterschlaf – Fit für die kommende Saison

Der ideale Zeitpunkt für einen umfänglichen Geräte-Check von Rasenmähern, Aufsitzmähern und anderen motorisierten Gartenhelfern sind die kommenden Wintermonate. Was es hierbei zu beachten gibt, wissen die Experten von AS-Motor.

Gartentechnik: Fit in den Winterschlaf – Fit für die kommende Saison

Alles was man für den Winter Check-up von Motorgeräten braucht.

Gartentechnik: Fit in den Winterschlaf – Fit für die kommende Saison

Der 63-jährige Wolfgang Gerlach ist seit 1985 beim Hochgrasmäher-Spezialisten AS-Motor in Bühlertann tätig und gibt hilfreiche Tipps für den Winter-Check.

Um die Karosserie und den Rahmen zu reinigen, kehrt man zunächst losen Schmutz, Staub, Blätter und Äste mit einem Handbesen ab. Anhaftende Verschmutzungen werden mit einem feuchten Lappen und schonendem Reinigungsmittel entfernt. Gerade sich zersetzendes, feuchtes Gras und Laub sind besonders korrosiv zu Metallen und Oberflächen. Daher soll besonders auf Faulnester in Ecken und Winkeln der Maschine geachtet werden. Besonders effektiv und schonend lässt sich die Karosserie mit Druckluft reinigen. Vom Gebrauch von Hochdruckreinigern wird dagegen abgeraten.

Beim Reinigen der Karosserie können gleichzeitig die Bowdenzüge und ihre Außenhüllen überprüft werden. Scheuerstellen, Knicke, Quetschungen und gebrochene Litzen beeinflussen die korrekte Funktion. Zur Schmierung der Bowdenzüge sollte am besten ein Silikon- Schmierstoff verwendet werden. Im Gegensatz zu Ölen und Fetten verharzt und verklebt dieser nicht. Und es bleibt weniger Schmutz daran haften. Nach dem Reinigen können alle Gelenke, Scharniere und Bedienhebel mit harzfreiem Multifunktions-Öl geschmiert werden.

Sauberes Mähwerk

Um an das Mähwerk zu gelangen, müssen die Mäher aufgestellt, umgelegt oder zur Seite geneigt werden. Nun kann mit der Reinigung des Mähwerks begonnen werden. Am besten lassen sich Mähwerke und Mähhauben gleich nach dem letzten Einsatz reinigen, da dann die anheftenden Grasreste noch feucht sind.

Obwohl vom Gebrauch eines Hochdruckreinigers grundsätzlich abgeraten wird, kann er bei der Reinigung des Mähdecks die Arbeit erheblich vereinfachen. Beachten Sie in diesem Falle aber unbedingt folgende Hinweise: Reinigen Sie damit nur die Metall- oder Aluflächen der Unterseite des Mähgehäuses und verwenden Sie keine Reinigungsadditive. Die Messerlagerung, die Kurbelwelle und die Messerkupplung müssen bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger ausgespart werden und ein Düsenabstand von 20–30 Zentimetern ist einzuhalten.

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Für die Bowdenzüge verwendet man Silikonspray, denn dieses verklebt und verharzt nicht.

Gartentechnik: Fit in den Winterschlaf – Fit für die kommende Saison

Bei der Reinigung der Karosserie arbeitet man am besten mit einem Handbesen und Druckluft.

Nach dem Reinigen werden die Messer und Klingen begutachtet. Hierbei müssen einige Fragen beantwortet werden: Sind Risse, Verformungen oder Beschädigungen ersichtlich? Sind die Messer scharf oder müssen sie geschärft werden? Hat die Abnutzung der Messer schon die Minimal-Markierung erreicht? Sind die Sicherungsschrauben lose oder abgenutzt? Sind alle Sicherheitsblenden oder Auswurf-Schutzlappen intakt?

Nach dem Reinigen und dem Messer-Check werden das Mähdeck und die Messer von unten mit wachs- oder ölhaltigen Pflegemitteln konserviert und vor winterlicher Korrosion geschützt.

Wellness für den Motor

Zu Beginn gleich eine gute Nachricht für alle Besitzer von Elektro- oder Batteriemähern. Elektromotoren sind normalerweise wartungsfrei. Nur gelegentlich muss ein Luftfiltervlies des Kühlventilators gereinigt werden.

Bei Verbrennungsmotoren müssen dagegen einige Punkte abgearbeitet werden. Begonnen wird mit dem Luftfilter. Dieser wird ausgebaut und dann auf Verunreinigungen untersucht. Trockener Staub, Pflanzensamen und Fremdkörper können durch leichtes Ausklopfen entfernt werden. Beschädigte, stark verschmutzte oder durch Öl und Benzin verunreinigte Filter müssen dagegen ersetzt werden. Der AS-Motor-Experte weist darauf hin, dass man beim Filterkauf unbedingt auf Originalteile des Herstellers achten soll.

Wenn der Motor der Maschine vor der Winterpause ordnungsgemäß gelaufen ist, entfällt das Herausschrauben und die Reinigung der Zündkerze. Hier muss man erst bei Störungen aktiv werden oder beim nächsten vorgeschriebenen Service-Intervall des Motorenherstellers.

Vergaser und Tank entleeren

Der Vergaser wird vorsichtig von außen gereinigt. Bei Vier-Takt Motoren wird der Vergaser zudem vor der Einlagerung geleert. Man schließt dazu den Benzinhahn, startet den Motor und lässt ihn leerlaufen, bis er von selbst ausgeht. Im Benzinfilter und der Kraftstoffleitung verbleibt noch Kraftstoff, der Vergaser ist aber fast ganz entleert. Manche Vergaser besitzen zudem eine Ablassschraube für den verbleibenden Restkraftstoff.

Beim letzten Mähen sollte der Benzintank so weit wie möglich leer gefahren werden. Im Frühjahr wird dann frischer Kraftstoff getankt. Maschinen mit Metall-Tanks überwintert man dagegen besser in vollem Zustand, um Korrosion und Kondenswasser zu vermeiden

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Besonders bei schlauchlosen Reifen lohnt es sich, ein Reifendichtmittel einzufüllen. Ausfallzeiten werden damit deutlich reduziert.

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Bei Viertaktern ist der Ölstand zu kontrollieren und gegebenenfalls muss fehlendes Öl nachgefüllt werden.

Bei Geräten mit Zwei-Takt Motoren (außer Motorsägen und Freischneider) muss der Vergaser ebenfalls für die Einlagerung entleert werden. Im Anschluss daran empfiehlt es sich zudem, den Kraftstofftank zu leeren, da sich das Zwei-Takt Gemisch über den Winter entmischen könnte und es dann im Frühjahr zu Motorschäden kommen kann. Die Tankentlüftung bleibt geöffnet – der Benzinhahn aber geschlossen. Bei Temperaturunterschieden könnte sich der Tank sonst einbeulen oder dehnen.

Saubere Kühlung und ausreichend Öl

Die Benzinmotoren von Aufsitzmähern und Verbrennungs-Rasenmähern sind meist luftgekühlt. Die Lüftungsgitter der Kühlluftansaugung müssen im Rahmen des Winter Check-ups gereinigt werden. Die Reinigung und volle Inspektion kann jedoch nur ein Fachhändler durchführen, da das Kühlsystem mit Motorabdeckungen versehen ist.

Bei Vier-Takt-Motoren wird der Ölstand mithilfe des Messstabes geprüft. Eventuell fehlendes Öl wird bis zur Maximal-Markierung mit dem verlangten Öl nachgefüllt. Man sollte sich vergewissern, dass das Ölwechsel- und Ölfilter Service Intervall für den Motor, den Hydrostaten und gegebenenfalls für das Getriebe eingehalten wurde.

Batterien richtig überwintern

Hinsichtlich der Elektrik ist zunächst eine Sichtprüfung der Kabel, des Kabelbaums, der Stecker, der Abdeckungen und der Kabelbefestigungen erforderlich.

Bezüglich der Batterien gibt es folgendes zu beachten. In Aufsitzmähern kommen heute wartungsfreie Nass- und Gelbatterien zum Einsatz. Wartungsfrei bedeutet dabei, dass keine Säure oder Wasser nachgefüllt werden muss. Es bedeutet aber nicht, dass die Batterie bei Nichtbenutzung nicht regelmäßig geladen und somit erhalten werden muss. Eine einmal tiefentladene Batterie trägt einen dauerhaften Schaden davon. Daher empfiehlt es sich bei Frostgefahr, während der Lagerung die Batterie auszubauen und an einem trockenen Lagerort bei 15 bis 18° Celsius zu lagern. Das Gleiche gilt für Li-Ion Akkus. Die Batterien von Aufsitzmähern sollten zudem mindestens einmal im Monat geladen werden. Besonders hilfreich sind dazu sogenannte Dauererhaltungs-Ladegeräte mit intelligenter Elektronik. Li-Ion Akkus sollten mit einem Ladestand von circa 50 Prozent eingelagert werden. Grundsätzlich gilt, dass Batterien an einem brandsicheren Ort, zum Beispiel in einem Stahlschrank oder einer Metallkiste, gelagert werden müssen. Besonders von beschädigten Li-Ion Akkus geht eine erhöhte Brandgefahr aus.

Der richtige Druck im Reifen

Aufsitzmäher und Gartengeräte fahren nur geringe Geschwindigkeiten. Ein Aufbocken der Maschinen zur Vermeidung von Standbeulen an den Reifen ist nicht notwendig. Ein paar Pflege- und Kontrollmaßnahmen machen dennoch Sinn. Man sollte die Reifen auf leicht erhöhten Betriebsdruck aufpumpen. Dann sollten die Reifen auf Risse, Schnitte, Porosität, Stacheln und Beulen untersucht werden. Ebenso ist zu kontrollieren, ob sich Fremdkörper zwischen Felgenhorn und Reifen geschoben haben und die Radschrauben fest sind. Bei Schlauchreifen muss zudem geprüft werden, ob das Ventil geradesteht oder es sich verschoben hat. Gegebenenfalls muss die Luft abgelassen und der Mantel ausgerichtet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das Ventil abschert.

Bei jedem Reifen, besonders aber bei schlauchlosen Reifen lohnt es sich, ein Reifendichtmittel einzufüllen. Ausfallzeiten werden damit stark reduziert. Die Funktion ist sogar bei vielen im Reifen steckenden Dornen gewährleistet. Reifen mit Dichtmittel können bei längerem Stehen etwas an Druck verlieren. Das ist normal, da das Dichtmittel nur bei regelmäßiger Fahrt im Reifen verteilt wird und seine Wirkung voll entfalten kann.

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