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GaLaBau 2016 Nachlese :

Akkutechnik: Mehr Leistung, mehr Geräte

Akku-Geräte stoßen in immer neuere Dimensionen vor – Auf der Messe GaLaBau gab es eine Reihe von Neuheiten

GaLaBau 2016 Nachlese: Akkutechnik: Mehr Leistung, mehr Geräte

Die Kehrmaschine KM Domus 82 V ist ein neues Akku-Gerät von Cramer.

Ein Sessel auf Raupen – anders lässt sich das Multifunktionsfahrzeug Aebi EC170 wohl nicht beschreiben. Gerade einmal 1,47 m lang und 1,23 m breit ist der kleine Geräteträger, der 20 km/h schnell fährt und 18 kW Leistung hat. Mit Anbaugeräten wie Mulcher, Mähbalken, Laubbläser und Kehrbürste sowie Schneeschild oder Schneefräse ist die Maschine das ganze Jahr einsetzbar. Doch nicht das Raupenfahrwerk oder etwa die formschönen Kotflügel aus Holz machen seinen besonderen Clou aus: es ist der Antrieb. Denn angetrieben wird der EC170 von einem Lithium-Ionen-Akku mit 8,7 oder 10 kWh Speicherkapazität. Mit einer Ladung kann der Fahrer bis zu 3,5 Stunden arbeiten, in 2,5 Stunden ist er wieder voll geladen.

Kehrmaschinen und Einachser

Das Profigerät war auf der Messe GaLaBau 2016 in Nürnberg keineswegs ein Exot. Denn es reihte sich in eine breite Palette von verschiedenen Akkugeräten ein, die die Anbieter ausstellten. Längst ist es nicht mehr nur die Heckenschere oder die Baumpflegesäge, die heute elektrisch versorgt wird. Auch an Einachs-Geräteträger wagen sich die Hersteller. Dazu stellte der niederländische Hersteller Matador einen Prototypen des elektrisch angetriebenen „M-Trac“ vor, der sich mit verschiedenen Anbaugeräten kombinieren lässt.

Auch der ostfriesische Hersteller Cramer aus Leer ist ins Akku-Geschäft eingestiegen. Die Neuheit auf dem Messestand war die Elektrokehrmaschine KM Domus 82 V mit 82 Volt. Der Hochleistungsakku 82 V/5 Ah garantiert laut Cramer eine Laufzeit von 30 Minuten, die Ladezeit beträgt eine Stunde. Die Kehrmaschine mit 60 kg Gewicht und 70 cm Arbeitsbreite fährt bis zu 2,4 km/h schnell.

Im neuen Gewand präsentierte Tielbürger die Akku-Kehrmaschine TK 1100. Das neue Gehäuse ist jetzt ganz flach, der Akku vollständig integriert. Tielbürger hat für die Kehrmaschine mit 100 cm Arbeitsbreite und 48 cm Bürstendurchmesser vor zwei Jahren eine Kooperation mit dem Akku-Spezialisten Pellenc abgeschlossen. Denn den Strom für die TK 1100 liefert der rückentragbare Akku Pellenc ULiB 1100, der eine Laufzeit der Kehrmaschine mit einer Ladung von ca. 3,5 Stunden möglich macht.

Tielbürger bezeichnet die TK 1100 als Akku-Geräteträger. Neben der Kehrbürste lassen sich auch Schneeschild oder weitere Geräte anbauen. In Planung sind z.B. eine Wildkrautbürste oder ein Hochgrasmäher.

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Neue Akku-Generation

Pellenc selbst hat in Nürnberg einen komplett neuen Akku mit 1500 Wattstunden, den ULiB 1500 vorgestellt, der 50 % mehr Energie liefert als das Vorgängermodell. Der Akku ist nach der Schutzklasse IP54 spritzwassergeschützt. Pellenc hat diesen Akku entwickelt, weil viele neue Geräte leistungsfähiger geworden sind und mehr Strom benötigen. Mit dem neuen Rückenakku soll der Anwender wieder einen ganzen Tag arbeiten können.

Der Hersteller hat aber noch weitere Details verbessert. Neben einem komplett neuen Tragesystem hat der Akku auch eine neue LED-Anzeige, die nicht nur den aktuellen Verbrauch des angeschlossenen Gerätes, sondern auch z.B. den nächsten Wartungstermin anzeigt. Das Modell soll lieferbar sein im zweiten Quartal 2017. Neu bei Pellenc ist auch das Rasenmähermodell „Rasion Easy“. Es erweitert die Rasenmäherpalette und steht zwischen den Modellen Basic und Smart, hat aber genau wie diese 60 cm Schnittbreite mit einem synchron laufenden Doppelmesser. Ein Infrarot-Grasdichte-Sensor misst die Höhe und Dichte des Rasens und passt die Messergeschwindigkeit automatisch zwischen 3000 und 5000 Umdrehungen pro Minute an. Das soll Strom sparen und damit die Akku-Laufzeit verlängern. Ohne Akku und Fangsack wiegt das Gerät aus Aluminiumguss 28,5 kg.

Neu bei allen drei Modellen sind die Radfixierung sowie die Reifenprofile, die jetzt mehr Griffigkeit auf dem Rasen versprechen. Mit dem jetzigen Akku ULiB 1100 können die Mäher mindestens 3600 m2 mit einer Akku-Ladung mähen, mit dem neuen Akku ULiB 1500 sollen es 6000 m2 sein.

Für Kommunen und Dienstleister bietet Pellenc zudem neuerdings ein Akkumanagementsystem an. Dabei handelt es sich um einen modular erweiterbaren Ladeschrank, in dem man bis zu 10 Akkus gleichzeitig laden kann. Insgesamt lassen sich bis zu fünf Ladeschränke zusammenschließen. Die Ladezeiten kann der Besitzer über ein Display so steuern und programmieren, dass die Akkus nur zu bestimmten Tageszeiten oder an bestimmten Tagen geladen werden.

Neue Akkufamilien mit 50 und 82 Volt

Auch beim Motorgeräteanbieter Echo stand in diesem Jahr die Akku-Technologie für professionelle Dienstleister im Fokus der Messe. Echo hat seit diesem Jahr eine eigene 50 Volt-Akkufamilie im Programm. Darin gibt es zwei Akkus mit 2 Ah oder 4 Ah. Zur Familie gehören folgende Geräte:

■ Das Blasgerät DPB-600 mit stufenlos regulierbarer Drehzahl, 3,2 kg Gewicht und einem Volumenstrom von 650 m3/h und 72,5 m/s Luft- geschwindigkeit,

■ die Heckenschere DHC-200 mit 3,3 kg, 62,4 cm Schnittlänge und 30 mm Zahnabstand,

■ die Motorsense DSRM-200 mit 3,6 kg Gewicht und bis zu 60 Minuten Laufzeit mit 4 Ah Akku.

Auf der GaLaBau präsentierte auch der Hersteller Greenworks Tools Europe Akku-Geräte der Marke „Powerworks“ für die professionelle Landschaftspflege. Die deutsche Greenworks-Vertretung hat ihren Sitz in Köln. Greenworks gehört zu der chinesischen Globe Tools Unternehmensgruppe, die weltweit 4000 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich acht Millionen Akku- und Elektroprodukte herstellt. Auf der Messe stellte die Greenworks die neue Akku-Serie mit 82 Volt und 5 Ah vor, die 360 Wattstunden (Wh) Energie bereitstellen können.

Zu der Serie gehören:

■ zwei Rasenmäher mit 46 oder 51 cm Schnittbreite mit und ohne Antrieb sowie einem Gewicht von 26,5 kg (ohne Akku) und 80 Minuten Laufzeit,

■ ein Rasentrimmer mit 5,5 kg Gewicht und 85 Minuten Laufzeit,

■ eine Kettensäge (11,2 m/s Kettengeschwindigkeit, 4,9 kg Gewicht und 46 cm Schnittlänge und einer Akku-Laufzeit von 70 Minuten),

■ eine Heckenschere (2,9 kg Gewicht und 66 cm lange Klinge),

■ ein Laubgebläse (200 km/h Luftgeschwindigkeit und einem Volumenstrom von 850 m3 pro Stunde)

■ ein Hochleistungsgebläse mit 230 km/h Luftgeschwindigkeit und einem Volumenstrom von 1014 m3 pro Stunde.

Globe Tools selbst hat im Mai 2016 in Deutschland für Aufsehen gesorgt, weil sie eine Minderheitsbeteiligung an die Stihl-Unternehmensgruppe verkauft hat. Stihl will mit der Beteiligung Synergieeffekte bei der Entwicklung und Fertigung von Akku-Produkten nutzen. Denn auch Stihl will das Akku-Produktspektrum im Einstiegssegment zügig erweitern und hochwertige Produkte in Stihl-Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Dabei helfen sollen die günstigen Produktionskosten von Globe Tools am Standort China. Globe Tools wiederum will von der jahrzehntelangen Erfahrung der Stihl-Gruppe profitieren und kann nach eigenen Angaben mit neuen finanziellen Mitteln den dynamischen Wachstumskurs fortsetzen.

Neue Produkte mit 120 Volt

Ein völlig neues Akku-Programm hat auf der Messe GaLaBau der Hersteller Sumec unter der Marke G-Force vorgestellt. Sumec ist nach eigenen Angaben der größte Gartenmaschinenhersteller in China und weltweit einer der größten Produzenten von Elektrowerkzeugen. In Deutschland beliefert Sumec u.a. verschiedene Baumärkte oder Discounter wie Aldi, die die Geräte meist unter dem eigenen Label anbieten. Jetzt soll die Marke G-Force stärker in Europa eingeführt werden. Als Generalimporteur für Deutschland und Österreich ist Telsnig Forst- und Gartentechnik aus Fuldatal bei Kassel zuständig. Bislang hatte Telsnig nur die G-Force-Rasenmähroboter im Programm.

Sumec kommt jetzt mit einem eigenen Akku-System unter der Marke „G-Force“ auf den Markt. Es unterscheidet sich von anderen Systemen dadurch, dass die Akkus 120 Volt haben, die Kapazität (Ladungsmenge) liegt bei 2,5 Amperestunden (Ah). Sie bestehen aus Lithium-Ionen-Zellen von Samsung und sind mit Batteriemanagementsystem ausgestattet. Dabei überwacht ein Sensor den Ladezustand jeder einzelnen Zelle.

Sumec hat den Anspruch, mit dem Akku-Antrieb Benzinmotoren ersetzen zu wollen. Die Spannung von 120 Volt soll dazu dienen, dass z.B. ein Akku-Rasenmäher das gleiche Drehmoment liefert wie ein Benzingerät. Auch hat sich Sumec beim Design bemüht, dass der Akku-Mäher auch äußerlich wirkt wie einer mit Benzinmotor.

Sumec hat die beiden G-Force-Modelle XR120 SP (mit Radantrieb) und XR120 SP Push (ohne Radantrieb) im Programm. Sie sind mit zwei Akkus ausgestattet und können bis 1700 m2 pro Akkuladung mähen. Der Radantrieb soll eine Geschwindigkeit von 3,5 bis 5 km/h möglich machen. Die Mäher mit Stahlgehäuse haben 53 cm Schnittbreite.

Wie bei einem Benzinrasenmäher soll der starke Luftstrom dafür sorgen, dass der 70 l fassende Fangsack gut gefüllt wird. Die Modelle sollen im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen. Als weiteres Gerät in der Akku-Familie hat Sumec den Rasentrimmer G-Force XR120 und den Laubbläser XR120 Blower. Weitere Geräte sind in Planung, wie z.B. eine Motorsense mit Blatt, eine Akku-Säge, ein Akku-Hochdruckreiniger, Beleuchtungssysteme und eine Schneefräse für den privaten Hausbesitzer. Für 2017 ist auch ein rückentragbarer Akku geplant.

Die Beispiele zeigen, dass die Hersteller von Akku-Geräten in immer neue Dimensionen vorstoßen. Neben einer Optimierung der Kosten haben die Anbieter ganz klar den Anspruch, auch in höheren Leistungsklassen den Verbrennungsmotor zu ersetzen. Das zeigen Aussagen in mehreren Werbebroschüren. Heute ist der Akku aus der professionellen Garten- und Landschaftspflege nicht mehr wegzudenken.

Die Internetadressen der Firmen

Aebi Schmidt: www.aebi-schmidt.com

Cramer: www.cramer.eu

Echo: www.echo-akkusystem.de

Greenworks: www.greenworkstools.de

Matador: www.matadorbv.com

Pellenc: www.pellenc.com

Stihl: www.stihl.de

Sumec: en.sumec.com

Tielbürger: www.tielbuerger.de



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