Magazin Landtechnik

Forschung :

Zwei Sieger beim „Amazone Innovation Award 2017“

Amazone-Stiftung verleiht Award für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten im Bereich Landtechnik

Forschung: Zwei Sieger beim „Amazone Innovation Award 2017“

Die Preisträger Felix Naß (4.v.li.) mit Ehefrau Linda Mutz (2.v.li.) und Jörg Ortmaier (5.v.li.) erhielten die Auszeichnungen aus den Händen von DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer (4.v.re.) und Amazone-Geschäftsführer Christian Dreyer (2.v.re.). Die weiteren Teilnehmer der Preisübergabe waren Carola Schneider-Suppelt (Assistentin der Amazone-Geschäftsleitung, 1.v.li.), Dr. Rainer Resch (Leiter Amazone Forschung und Entwicklung, 3.v.li.), Frau Bettina Dreyer (3.v.re.) und René Hüggelmeier (Amazone Personalleiter, 1.v.re.).

Amazone hat während der Agritechnica zwei Preise für die beste Bachelor- sowie die beste Masterarbeit verliehen. Ausgezeichnet wurden Jörg Ortmaier für seine Masterarbeit im Studiengang Agribusiness an der Universität Hohenheim sowie Felix Naß für seine Bachelorarbeit an der Hochschule Osnabrück. Sie erhielten für ihre Arbeiten einen Gutschein im Wert von 2.000 Euro bzw. 3.000 Euro.

Im Vorfeld der Preisverleihung hatte eine Fachjury alle fristgemäß eingegangenen Arbeiten bewertet und die beiden Preisträger bestimmt. Bewerben konnten sich alle Absolventen mit Abschlussarbeiten zu innovativen Themen aus den Bereichen Verfahrens- oder Maschinentechnik, Produktion von Landmaschinen oder Vertrieb.

Jörg Ortmaier hat in seiner Masterarbeit „Entwicklung und Einordnung neuer Technologien und Verfahren im Ackerbau“ verschiedene Betriebsbewirtschaftungssysteme wie Controlled Traffic Farming und Direktsaat in verschiedenen großen Agrarregionen der Welt untersucht. Die Arbeit entstand im Masterstudiengang Agribusiness an der Universität Hohenheim.

„Die eigenen Ansätze eines betriebsindividuellen und flexiblen Bewirtschaftungssystems sind besonders interessant. Das eigens erdachte Geschäftsmodell, bei dem der Berater zum Beteiligten gemacht wird und so an Gewinn und Verlust des beratenen Betriebes beteiligt wird, hat beeindruckt. Eigene alternative Ernteverfahrensansätze, wie die Verwendung eines Stripper-Headers in verschiedensten Maschinenkombinationen und eines Bunkerwagens, eröffnen neue – auch ungewöhnliche – Wege, um die Ernte zu optimieren“, heißt es in der Laudatio.

Der zweite Preisträger Felix Naß hat mit seiner Bachelorarbeit „Entwicklung von Algorithmen zur Detektion von Düsendefekten an Feldspritzen basierend auf Radarsensorik“ an der Hochschule Osnabrück einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung von Feldspritzen geleistet.

Naß beschäftigte sich mit dem Einfluss verschiedener Defekte von Spritzdüsen auf das Frequenzspektrum des Dopplersignals eines Radarsensors. Dabei generalisierte er die verschiedenen Einflüsse und hatte so die Möglichkeit, umfassendere Aussagen mit einer deutlich geringeren Anzahl an Versuchen tätigen zu können. Mit den Erkenntnissen aus den Versuchen entwickelte er einen Algorithmus, der automatisiert – anhand eines Vergleichs von Spektren – defekte Düsen erkennt. Hierbei charakterisierte er verschiedene Abstandmaße und entwickelte den Algorithmus so weiter, dass mit deutlich weniger Vor- und Nachbereitung der Daten eine Aussage über den Zustand einer Spritzdüse getroffen werden kann. Zusätzlich entwickelte er ein Verfahren, das Fehlmessungen erkennt und den Nutzer so effektiv vor Fehlwarnungen schützt. Den gesamten Algorithmus prüfte er anhand von Feldmessungen.

Durch den von Felix Naß entwickelten neuartigen Ansatz ist es möglich, fast alle denkbaren Defekte einzelner Düsen zu erkennen. Bisher ist eine solche weitreichende Überwachung der Spritzqualität einer Pflanzenschutzspritze nicht möglich gewesen.

Zweck der Amazone-Stiftung, die 2008 anlässlich des Unternehmensjubiläums „125 Jahre Amazone“ gegründet wurde, ist die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie der Aus- und Weiterbildung auf den Gebieten der Landwirtschaft und Landtechnik. Mit dem „Innovation-Award“ sollen alle zwei Jahre zur Agritechnica jeweils zwei junge Nachwuchskräfte aus dem Bereich der Landtechnik für ihre herausragenden Abschlussarbeiten belohnt werden.


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