Magazin Landwirtschaft

Forschung :

Welcher Betriebstyp für welche Region?

Forschungsprojekt für nachhaltigere und effizientere Landwirtschaft gestartet

Effizientere und zugleich nachhaltigere Anbausysteme sind das Ziel des vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) koordinierten Projekts „Digitales Wissens- und Informationssystem für die Landwirtschaft-DAKIS“, das vom Bundesforschungsministerium in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 7,4 Mio. Euro gefördert wird.

Nach Angaben des Leibniz-Zentrums soll im Rahmen des kürzlich gestarteten Vorhabens ein digitales Entscheidungssystem für die Praxis entwickelt werden, das Produktionsoptimierung mit Anforderungen aus dem Umwelt- und Naturschutz in neuen Anbausystemen verbindet. „Um langfristig mehr Lebensmittel zu produzieren, müssen wir einen Mittelweg finden zwischen der Intensivierung der Produktion einerseits und Nachhaltigkeitsaspekten andererseits“, erklärte Projektleiterin Prof. Sonoko Bellingrath-Kimura vom ZALF. Ihr zufolge liefert die Digitalisierung die notwendigen Instrumente, um eine ganzheitliche Lösung zu den Problemfeldern Klimawandel, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu finden. Das System solle gemeinsam mit neun weiteren Forschungseinrichtungen im bayerischen Passau und in der Uckermark entwickelt und erprobt werden. Dazu werde in beiden Testregionen ein drahtloses Sensornetzwerk aus statischen Sensoren und aus zum Teil autonom agierenden Robotern aufgebaut. Das System erfasse kontinuierlich wichtige Landschaftsparameter, etwa zur Bodenbeschaffenheit, zum Pflanzenbestand oder zu meteorologischen Daten und verknüpfe es mit satellitengestützter Beobachtung.

So könnten Veränderungen in der Landschaft kontinuierlich beobachtet und in das Entscheidungssystem rückgekoppelt werden, erläuterte das ZALF. Mit Hilfe dieser Daten sowie den gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft würden dann Computermodelle den auf die Region angepassten „idealen landwirtschaftlichen Betrieb“ berechnen, der das Spannungsverhältnis zwischen Produktionsmaximierung, Ökosystemleistungen und technischer Umsetzbarkeit „perfekt ausbalanciert“.


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