Magazin Landwirtschaft

FH Südwestfalen :

Getreidestroh-Silagen für Biogasanlagen?

Silagen, zur Hälfte aus Maisstroh und aus Zuckerrübenschnitzeln, erreichten Gaserträge nahe der Maissilage

Getreidestroh fällt in großen Mengen an. Hiervon könnten jährlich rund zehn Mio. Tonnen energetisch genutzt werden, ohne die Humusbilanzen der landwirtschaftlichen Flächen und den Bedarf an Einstreu zu beeinträchtigen. Die Gaserträge von Stroh reichen zwar nicht an Silomais heran, allerdings bindet Stroh auch keine zusätzlichen landwirtschaftlichen Flächen und kann zudem einzelbetrieblich helfen, den im EEG eingeführten Maisdeckel einzuhalten. Für Biogasanlagen ist Stroh zunächst jedoch nur bedingt geeignet: Seine lignocellulosereichen Komponenten und die wasserabweisenden Oberflächen der Halme erschweren und verlangsamen die Abbau- und Gasbildungsprozesse, was vorgeschaltete Aufschlussverfahren jedoch teilweise kompensieren können. So lässt sich Stroh neben chemischem oder physikalischem Aufschluss auch durch Silierung so vorbehandeln, dass eine Umsetzung im Biogasreaktor zügig erfolgt. Das konnten die Forscher von der FH Südwestfalen ausführlich und mit verschiedenen Stroharten belegen, berichtet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Um die Gaserträge der Strohsilagen zu verbessern, führten sie auch Versuche zur Mischsilierung von Stroh mit Zuckerrübenschnitzeln sowie nassen Koppelprodukten wie Zwischenfrüchten und Rübenblatt durch. Hier zeigt sich, dass Stroh die gemeinsame Silage mit Rohstoffen mit niedrigen Trockensubstanz-Gehalten ermöglicht und dabei deren Lagerverluste minimiert. Silagen, die etwa zur Hälfte aus Maisstroh und aus Zuckerrübenschnitzeln bestanden, erreichten bei den Gaserträgen etwa das Niveau von Maissilage. Die Ergebnisse sind vor allem für Biogasanlagen-Betreiber relevant, die verstärkt auf Koppelprodukte im Substratmix setzen. Übertragbar ist das Verfahren zudem auch auf Reststoffe wie Pferdemist, für die sich in Abhängigkeit von den regionalen Aufkommen durchaus auch eine wirtschaftliche Attraktivität darstellen lässt. Der Abschlussbericht zum Projekt „Biomasseaufwertung und Silierung lignocellulosereicher Koppelprodukte zur Optimierung der Methanausbeute“ steht in der Projektdatenbank der FNR unter dem Förderkennzeichen 22400715 zur Verfügung.


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