neuheiten

Vorwärtsstrategie im Grünland

Fendt: Vorwärtsstrategie im Grünland

Die Isobus-Funktionen sind im Segment der Zweikreisel-Schwader einmalig. Damit kann unter anderem bei diesem Former 960 C Pro die Rechhöhe automatisch dem gefahrenen Tempo angepasst werden.

Von Roman Engeler

Aktualisiert am

Longliner will sich in der Futtererntetechnik weiter etablieren und präsentierte seine neuesten Entwicklungen erstmals im Praxiseinsatz

Seit 2015 ist die Futtererntetechnik fester Bestandteil im Programm von Fendt. Die Maschinen fürs Mähen, Wenden und Schwaden werden im ehemaligen Fella-Werk in Feucht bei Nürnberg produziert – mittlerweile nur noch montiert, die notwendigen Teile werden „auswärts“ gefertigt, teilweise in anderen Werken des Mutterkonzerns Agco. Zusammen mit dem Feldhäcksler Katana und den durch die Übernahme der Grünfutter-Technik von Lely ins Portfolio gekommenen Ladewagen und Rundballenpressen ergibt sich so ein komplettes Maschinenangebot, das sukzessive dem (hohen) Qualitätsanspruch von Fendt gerecht werden soll.

Nun haben die Ingenieure insbesondere bei den Schmetterlingsmähwerken, den Doppelschwadern und den Rundballenpressen an einigen Stellschrauben gedreht und diesen Geräten für die kommende Saison neue Features verpasst.

Pro für mehr Smart-Farming

Maschinen mit der Bezeichnung sind mit allerlei Tools für das Smart-Farming ausgestattet. Dazu gehören in der Regel eine Isobus-Ansteuerung und digitale Funktionen.

So gibt es die neueste Generation der Mähwerkskombinationen Slicer in zwei Arbeitsbreiten (9,6 und 10,1 Meter) mit Zinken oder Rollenaufbereiter, wahlweise mit Förderband zur Schwadzusammenführung und eben in Ausführung Pro mit Isobus-Funktion. Total sind es zwölf verschiedene Modelle, bei denen der vollverschweißte Stirnrad-Mähbalken Streamline verbaut ist. Die Mähwerke können alle mit einer reduzierten Zapfwellendrehzahl von 850 gefahren werden.

Der Auflagedruck lässt sich per Knopfdruck am Display automatisch entsprechend dem gefahrenen Tempo anpassen. Dieses System ergänzt die bekannte hydropneumatische Mähbalkenentlastung. Weiter kann man auch die Aufbereiter-Intensität in der Kabine einstellen. Als zusätzliche Erleichterung erfolgt eine automatische Einstellung des Gegenkamms, entweder mithilfe eines am Dach der Traktorkabine angebrachten Biomasse-Sensors von Fritzmeier-Isaria in Echtzeit oder durch den Einsatz von Satellitendaten via daraus abgeleiteter Applikationskarten. Damit soll eine homogene Trocknung des Futters erreicht werden.

Verfügbar ist auch Section-Control, sodass die Mäheinheiten selbsttätig ausgehoben werden, wenn bereits gemähte Flächen überfahren werden.

Ist ein entsprechendes Frontmähwerk angebaut, beispielsweise das Slicer 310 FQ KC, so lässt sich dieses per Knopfdruck bei Kurvenfahrten über zwei verbaute Hydraulikzylinder mitlenken, sodass keine „Bärte“ entstehen.

Für den Messerwechsel hat Fendt einen speziellen Schlüssel konstruiert, der die Mähscheibe eigenständig in geöffneter Position hält, sodass der Messerwechsel beidhändig erfolgen kann. Schwenken wegen eines Hindernisses die Mäheinheiten nach hinten oben aus, wird nun auch der Leuchtenträger automatisch mitgeschwenkt. Und letztlich wird es zu diesem Mähwerk optional ein Stützrad geben, das beim Strassentransport die Hinterachse des Traktors entlasten kann.

Fendt: Vorwärtsstrategie im Grünland

Die Press-Wickelkombinationen vom Typ Rotana Combi sind künftig mit Profi-Features wie Wiege- funktion oder Feuchtemessung über die an der Innenwand der Presskammer angebrachten Sensoren erhältlich.

Fendt: Vorwärtsstrategie im Grünland

Die neuen Schmetterlingsmähwerke Slicer können die Aufbereitungsintensität den Gegebenheiten über Sensoren oder Applikationskarten anpassen.

Smarter Zweikreisler

Auch die sechs neuen Zweikreisel-Mittelschwader vom Typ Former C mit Arbeitsbreiten von 6,9 bis 10 Metern haben in den Ausführungen Pro einige smarte Funktionen bekommen. So ist die Isobus-Steuerung dieser Modelle voll ins Traktor- respektive FendtOne-Terminal integriert. Zu diesen Isobus-Funktionen gehören Section-Control mit Einzelaushebung oder -absenkung der Kreisel, das automatische Einstellen einer tempoabhängigen Rechhöhe sowie die Arbeits- und Schwadbreiten-Verstellung. Weiter können einmal gemachte Einstellungen gespeichert und beim nächsten Einsatz wieder abgerufen werden.

Die Kurvenbahn kann wie bisher werkzeuglos verändert werden, um die Schwadformen an unterschiedliche Erntebedingungen anzupassen. Auf Wunsch ist optional auch ein automatisch klappendes Schwadtuch verfügbar.

Die Transporthöhe mit allen aufgesteckten Zinkenarmen liegt mit Ausnahme des Modells mit 10 Metern Arbeitsbreite unter 4 Metern. Es können aber drei oder vier Zinkenarme über Schnellverschlüsse demontiert werden. Die anderen Zinkenarme sind verschraubt.

Lenkbare Tandemachsen bei den Kreiseln steigern die Manövrierfähigkeit des Gespanns und sind optional verfügbar.

Updates bei den Press-Wickel- Kombinationen

Profi-Features hat Fendt auch den Rundballen-Press-Wickel-Kombinationen Rotana Combi spendiert – beispielsweise beim variablen Modell Rotana 160 V Combi. So gibt es neu eine Wiegefunktion mit im Wickeltisch verbauten Messzellen und eine Feuchtigkeitsanalyse mit zwei an der Innenwand der Presskammer platzierten Sensoren.

Dank integriertem Tractor-Implement-Management stoppt der Traktor automatisch beim Bindevorgang. Auch der Ballenauswurf und die Reinigung der Messerschlitze sind automatisiert.

Die Folienbindung ist jetzt auch für die variablen Pressen verfügbar – und zwar nach dem Prinzip der Schachtbindung, welche die Folie vor Schäden schützt. Eine elektromagnetische Bremse steuert die Vorstreckung der Folie entsprechend dem Rollendurchmesser.

Weiter kann eine Zielgröße und Zieldichte der Ballen definiert werden, auf dass der Traktor automatisch stoppt und der Bindevorgang eingeleitet wird, wenn diese Werte erreicht sind.

Fendt

25.000 Futtererntemaschinen aus Feucht

Seit 2015 bietet Fendt Futtererntetechnik aus dem Werk für Futtertechnik in Feucht an. In diesem Jahr wurde mit dem Zweikreisel-Mittelschwader Former 920 C Pro das 25.000ste Fendt Produkt in Feucht gebaut. Ab Oktober 2024 können Besuchergruppen dieses Werk nach Anmeldung besichtigen.


Mehr zu Hersteller Fendt

Fendt

Weitere Artikel zum Thema

weitere aktuelle Meldungen lesen