FAO:

Weltmarktpreise für Agrarprodukte über Vorjahresniveau

Im September waren die Pflanzlichen Öle und Getreide die Treiber

Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind im September zum vierten Mal in Folge im Mittel gestiegen; das Vorjahresniveau wurde deutlich übertroffen. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mitteilte, erhöhte sich der von ihr berechnete Preisindex über alle betrachteten Warengruppen hinweg gegenüber August 2020 um 2,1 % auf 97,9 Punkte, womit der Vorjahrsmonatswert um 5,0 % übertroffen wurde. Höher war der Index zuletzt im Februar ausgefallen.

Treiber waren die Pflanzlichen Öle und Getreide. Der Subindex für Pflanzenöle legte im Monatsvergleich um 6,0 % auf 104,6 Punkte zu, wofür der nachfragebedingte Anstieg der Sonnenblumen- und Sojaölpreise maßgeblich war. Der Getreidepreisindex stieg um 5,1 %; der Vorjahreswert wurde hier um 13,6 % übertroffen. Vor allem die Weizennotierungen zogen an. Grund waren verschlechterte Ernteaussichten für die südliche Halbkugel sowie ungünstige Bedingungen für die Winterweizenaussaat in Teilen Europas. Auch die Maispreise stiegen, bedingt durch die schlechter als zuvor erwartet ausgefallene Ernte in der EU und geringere Bestände in den USA. Nach der zuletzt stetigen Erholung gab der Subindex für Zucker dagegen um 2,6 % auf 79,0 Punkte nach. Laut den FAO-Experten waren dafür die besseren Produktionsaussichten 2020/21 in Indien und Brasilien verantwortlich. Relativ wenig Bewegung zeigten die Weltmarktpreise für Fleisch. Der betreffende FAO-Preisindex sank um 0,9 % auf 91,6 Punkte; verglichen mit September 2019 betrug das Minus 9,4 %. Die Notierungen für Schweinefleisch tendierten schwächer, teilweise beeinflusst durch die Entscheidung Chinas, ein Importverbot für Ware aus Deutschland zu verhängen. Die Preise für Schaffleisch standen aufgrund hoher saisonaler Lieferungen aus Australien unter Druck. Hingegen zogen die Notierungen für Geflügelfleisch an, wobei das knappe Angebot Brasiliens eine Rolle spielte. Die Preise für Rindfleisch blieben stabil. Der FAO-Milchpreisindex lag im September bei 102,2 Punkten, fast unverändert gegenüber August und 2,5 % höher als im Vorjahresmonat. Moderat höheren Notierungen für Butter, Käse und Magermilchpulver stand ein Rückgang bei Vollmilchpulver gegenüber. Die Butter- und Käsepreise stiegen dank einer höheren Nachfrage; beim Milchfett kam ein geringeres Angebot in Europa dazu. Ein knapperes Angebot der EU ließ auch Magermilchpulver teurer werden. Dagegen gaben die Vollmilchpulverpreise aufgrund einer schwächeren Importnachfrage bei gleichzeitig saisonaler Produktionsspitze in Ozeanien nach.

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