Magazin Wirtschaft

Fachverband NRW :

Fachkräfte in der Werkstatt sichern

Mitgliederversammlung bei Zeppelin in Köln – Digitalisierung und Fachkräftesicherung beschäftigen die Händler

Fachverband NRW: Fachkräfte in der Werkstatt sichern
Der Vorstand von Landbautechnik NRW (v.l.): Geschäftsführer Marcus Büttner, Ehrenpräsident Walter Peiffer, Jan Linden, Ehrenpräsident Franz-Josef Borgmann, Walter Blank, Präsident Heinz-Georg Mors, Vizepräsident Ferdinand Limberg und Josef Wirtz (nicht im Bild: Vizepräsident Georg Kersten).

Der Vorstand von Landbautechnik NRW (v.l.): Geschäftsführer Marcus Büttner, Ehrenpräsident Walter Peiffer, Jan Linden, Ehrenpräsident Franz-Josef Borgmann, Walter Blank, Präsident Heinz-Georg Mors, Vizepräsident Ferdinand Limberg und Josef Wirtz (nicht im Bild: Vizepräsident Georg Kersten).

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Tagungsraum der Zeppelin Niederlassung in Köln. Etwa 50 Teilnehmer waren anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des Fachverbandes Land- und Baumaschinentechnik NRW in die rheinische Domstadt gekommen.

Begrüßt wurden sie von Heinz-Georg Mors, der in den turnusmäßigen Vorstandswahlen als Präsident des Fachverbandes Land- und Baumaschinentechnik NRW für weitere drei Jahre bestätigt wurde. Die Delegierten votierten einstimmig für den Geschäftsführer der Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH mit Sitz in Olfen, der den Fachverband seit 2012 anführt. Georg Kersten und Ferdinand Limberg wurden als Vizepräsidenten bestätigt. Das Vorstandsteam komplettieren Josef Wirtz, Jan Linden und Walter Blank.

Lange Tradition

„Das Geschäft brummt“, freute sich Stefan Lanio, Niederlassungsleiter der Zeppelin Baumaschinen GmbH in der Graf-Zeppelin-Straße in Köln, über gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Seit 1954 ist das Unternehmen in Deutschland der exklusive Vertriebs- und Servicepartner des Baumaschinenherstellers Caterpillar.

Wie Lanio berichtete, erwirtschaftete die Firma Zeppelin Baumaschinen allein im vergangenen Jahr mit 1.614 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro. Damit ist sie die größte Gesellschaft des Zeppelin Konzerns, dessen Grundstein Luftschiffbauer Ferdinand Graf von Zeppelin vor mehr als hundert Jahren legte. 2017 erzielte der Zeppelin Konzern einen Rekordumsatz von über 2,75 Milliarden Euro und beschäftigte mehr als 8.000 Mitarbeiter. Er gehört, ebenso wie der Autozulieferer ZF Friedrichshafen AG und die Luftschiffbau Zeppelin GmbH, zur Zeppelin-Stiftung.

Wie Stefan Lanio ausführte, profitieren die Kunden von Zeppelin Baumaschinen von einem breiten Produktportfolio mit über 200 verschiedenen Caterpillar Maschinentypen. Mit einem umfangreichen Programm an gebrauchten Bau- und Industriemaschinen bietet Zeppelin auch Alternativen zum Neukauf. Dabei soll ein bundesweites, dichtes Niederlassungsnetz kurze Reaktionszeiten beim Service garantieren. Zudem könne Zeppelin über das zentrale Ersatzteillager in Köln sowie die nachgeschalteten Lager von Cat im belgischen Grimbergen und Morton, USA, 98 Prozent aller Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden bei seinen Kunden ausliefern.

Beim Rundgang durch die Hallen erfuhren die Fachhändler, dass in dem ET-Lager auf 11.000 Quadratmeter Fläche etwa 70.000 Komponenten sowie Ersatz- und Verschleißteile lagern. Täglich gehen hier knapp 1.700 Kundenbestellungen ein und mehr als 7.000 Positionen mit einem Transportvolumen von über 160 Tonnen wieder hinaus.

Stark im Service

Die Zeppelin Niederlassung in Köln zeichnet sich außerdem durch ihre Spezialisierung im Bereich Kundendienst aus. Das Dienstleistungsspektrum umfasst die Überholung von Dieselmotoren, Getrieben, Kettenlaufwerken, Hydraulikpumpen und -zylindern ebenso, wie auch Öldiagnosen. Mit dem Instandsetzungsprogramm Cat Certified Rebuild bietet Zeppelin zudem die Generalüberholung älterer Baumaschinen an.

Deutlich wurde, dass der digitale Wandel auch bei Zeppelin Einzug hält. „Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Baumaschinen warten“, so Lanio. Zeppelin hat deswegen fünf verschiedene Service-Pakete für seine Baumaschinen-Kunden geschnürrt, die vom Auslesen relevanter Maschinendaten per Computer bis hin zum kompletten „Rundum-Sorglos-Paket“ reichen. Und auch bei der Disposition der Servicetechniker ist Zeppelin längst digital unterwegs: Über ein Dispotool wird den Disponenten der aktuelle Arbeitsstatus der Servicetechniker angezeigt, sodass sie deren Einsatz besser planen können. Zudem erhält der Servicetechniker alle Daten zur betroffenen Baumaschine samt Einsatzhistorie und genauer Standortinformationen.

Stefan Lanio leitet die Zeppelin Niederlassungen Köln und Eschweiler.
Norbert Bäßgen berichtet über die Lehrlingsausbildung bei Zeppelin.

Stefan Lanio leitet die Zeppelin Niederlassungen Köln und Eschweiler. Norbert Bäßgen berichtet über die Lehrlingsausbildung bei Zeppelin.

Norbert Bäßgen berichtet über die Lehrlingsausbildung bei Zeppelin.

Norbert Bäßgen berichtet über die Lehrlingsausbildung bei Zeppelin.

Zwischen den Stühlen

Fachverbandpräsident Mors informierte über die aktuellen Entwicklungen in Landwirtschaft und Handwerk. Hitze und Trockenheit, aber auch politische und wirtschaftliche Herausforderungen hätten den landwirtschaftlichen Kunden zu schaffen gemacht. Die Auslastung in den Fachwerkstätten beschrieb er dennoch als gut. Um allerdings für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, empfahl er den Kollegen, den Fokus verstärkt auf die Gewinnung, Entwicklung und Sicherung von jungen Fachkräften zu legen.

Diesem wichtigen Thema widmete sich auch eine Gesprächsrunde, in der Kundendienstleiter Thomas Daniels und Werkstattleiter Jan Fuchs, beide von Zeppelin, sowie Andreas Ameling, Werkstattleiter Landtechnik bei der Agravis Technik Münsterland-Ems in Borken, aus ihrem Arbeitsalltag berichteten. Als „Sandwich-Meister“ sitzen sie häufig zwischen mehren Stühlen. Immer wieder müssen sie sich im sozialen Spannungsfeld zwischen den Kunden, den Chefs und Herstellern sowie den Gesellen und deren Eigenheiten und Stimmungen bewähren. Letztlich sei aber das Betriebsklima entscheidend für den Erfolg, waren sich die drei jungen Führungskräfte einig. Ameling erzählte in diesem Zusammenhang von Motivationsveranstaltungen, die das Wir-Gefühl fördern. Durchaus beliebt seien Aktionen wie ein gemeinsamer Grillabend oder eine Fahrt zur Agritechnica. Auch für Fuchs ist Team- geist besonders wichtig, „schließlich müssen Spezialwerkzeuge geteilt werden“, gab er zu bedenken.

Die Arbeitstage seien zwar oft lang und mitunter stressig. „Aber jeder Tag ist anders – und das macht Spaß“, bekannte Daniels. Außerdem seien die Aufstiegschancen im Berufsfeld Land- und Baumaschinentechnik gut. Er würde – genauso wie seine beiden Meisterkollegen – den Beruf auf jeden Fall wieder ergreifen.

Einen umfangreichen Einblick in die Ausbildung bei Zeppelin gab Norbert Bäßgen den Händlern und berichtete von den Unternehmensstrategien zur Sicherung von Fachkräften. Demnach bildet Zeppelin jedes Jahr bundesweit rund 40 junge Menschen zum Land- und Baumaschinenmechatroniker aus; zurzeit befinden sich 155 Azubis in der Ausbildung.

Azubis motivieren

Die theoretische Ausbildung findet für alle Lehrlinge aus ganz Deutschland in einer Berufsschule in Hürth bei Köln statt. Das Unternehmen organisiert die Unterbringung der jungen Zeppeliner in einem separaten Wohnheim und übernimmt die Unterbringungs- und Reisekosten.

Laut Bäßgen haben die Auszubildenden nach einer erfolgreichen 3,5-jährigen Ausbildung sehr gute Chancen, in die Zeppelin Servicemannschaft übernommen zu werden. Für weitere Motivation sorgen seiner Meinung nach auch kontinuierliche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen.


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