Magazin Wirtschaft

Europas Traktorenmärkte 2019 :

Auf und ab bei Marken und Märkten

Zahlreiche wirtschafts- und agrarpolitische Herausforderungen warfen 2019 Licht und Schatten auf Märkte, Hersteller und Handel – Der eilbote präsentiert die europäischen Statistiken

Europas Traktorenmärkte 2019: Auf und ab bei Marken und Märkten

Die Massey Ferguson Montage im französischen Werk Beauvais.

Nachdem sich der von der EU-Mother-Regulation verursachte „Wellenschlag“ wieder beruhigt hat, entwickelten sich Europas Traktorenmärkte 2019 uneinheitlich. Laut einer Presseinformation der CEMA wurden 2019 europaweit 154.321 landwirtschaftliche Traktoren verkauft und damit etwa 5 % mehr als im Vorjahr. Im langjährigen Vergleich allerdings hielten sich die Schwankungen auf dem europäischen Markt in Grenzen. Bis auf die Kategorie oberhalb von 221 kW (-4 %) konnten alle Leistungsklassen von den Zulassungen her leicht zulegen. 52 % der verkauften Maschinen waren mit weniger als 75 kW Leistung ausgestattet und nur 24 % der Traktoren hatten mehr als 110 kW unter der Haube.

Den Knoten der Ursachen für individuelle Marktbewegungen zu entwirren, bleibt eine ebenso undankbare wie schwierige Aufgabe: drohende Restriktionen bei Düngung und Pflanzenschutz und der Druck auf die Erzeugerpreise sorgten vielfach für Kaufzurückhaltung. Änderungen bei den Vertriebsstrukturen der großen Anbieter und attraktive Angebote aus Fernost sorgten zusätzlich für Positionswechel in den Statistiken. Dabei kristallisieren sich drei unterschiedliche Strategie-Ansätze heraus: 1. Fokussierung auf das Wohl der Aktionäre, 2. zunehmende Marktdurchdringung durch Mehrmarkenstrategie und 3. über den Preis um jeden Preis Fuß fassen und wachsen. Offenbar setzen die Mehrmarken-Anbieter ihr Konzept erfolgreicher um, wenn es ihnen gelingt, einerseits Synergien zwischen ihren Produktreihen zu nutzen, andererseits aber die Differenzierung zwischen den Marken aufrecht zu erhalten, auch wenn das auf Kosten der Profitabilität geht.

Deutschland

Nach einem infolge vorgezogener Verkäufe schwachen Jahr 2018 legte der deutsche Traktorenmarkt 2019 um nur 4,8 % auf 29.011 zu. Nicht nur drückten rund 2.000 Tagesanmeldungen auf das Ergebnis, auch die wirtschaftspolitische Stimmung veranlasste Kunden zur Kaufzurückhaltung, ebenso wie die abwartende Haltung vor der Agritechnica. Am stärksten zu spüren bekamen diese Zurückhaltung die Verkäufe von New Holland (-30,4 %), Case/Steyr (-15,6 %), John Deere (-4,4 %) und Claas (-2,2 %). Dagegen profitierten vor allem Kubota (+60,2 %), die Marken der Same-Deutz-Gruppe (S-L-H +55,9 % und Deutz-Fahr (+41,0 %) vom aktiven Marktgeschehen im mittleren Preissegment. Boden gut machen konnten dabei auch Fendt (+6,0 %), Massey Ferguson (+15,4 %) und Valtra (+20,2 %). 2019 war auch ein Jahr der „Exoten“, der ARGO-Gruppe und von Marken im Kompakttraktorenbereich. Dass Kubota erstmals die 2.000 Stück-Marke knackte, führte zu einem Stühlerücken unter den Anbietern auf den Plätzen hinter dem John Deere/Fendt-Duett: Case IH/Steyr fiel von Platz 3 im Vorjahr auf Platz 5 zurück, Kubota sprang von Platz 7 auf Platz 4 vor und Deutz-Fahr erkämpfte sich von Rang 6 wieder einen Platz auf dem Treppchen.

Frankreich

Nach einem mit 24.000 Einheiten schwachen Jahr 2018 hat der französische Markt 2019 mächtig zugelegt und sich mit knappem Vorsprung wieder an die Spitze der europäischen Traktorenmärkte gesetzt. Von dem 25,9 %igen Plus auf 30.305 Einheiten profitierten vor allem die Anbieter von Wein- und Obstbautraktoren. Größte Profiteure von der Aufwärtsentwicklung waren die ARGO-Gruppe (+87,3 %), die Same-Deutz-Gruppe (+54,5 %, Deutz-Fahr +49,6 %, S-L-H +66,6 %) und Kubota (+43,4 %). Weit überproportinal waren auch die Zuwächse der kleineren Anbieter Carraro, Landini und McCormick. Während die Maschinenverkäufe von John Deere (+27,9 %) und AGCO (+25,9 %) etwa gleich stark anwuchsen wie der gesamte Markt, konnten CNH (+17,9 %) und Claas (+17,2 %) nicht ganz mithalten. John Deere vergrößerte seinen Abstand als Marktführer gegenüber dem Zweitplatzierten New Holland von 0,5 % im Vorjahr auf 2,4 % in 2019. Auf Rang drei in Frankreich rangiert Fendt.

Südeuropa

Europas drittgrößter Traktorenmarkt Italien stagnierte 2019 und verzeichnete mit 18.579 Zulassungen lediglich 136 Einheiten (+0,7 %) mehr als im Vorjahr. Dabei lagen Licht und Schatten unmittelbar nebeneinander, egal ob das Maschinen aus heimischer Produktion oder importierte Fahrzeuge betraf. Während die Same-Deutz-Gruppe (+22,0 %) mehr in Italien produzierte Produkte verkaufte (Same +14,9 % bzw. Lamborghini +26,4 %) als im Vorjahr, brachen Argo-Traktoren (-38,5 %) von Landini (-34,3 %) und McCormick-Schlepper (-26,5 %) massiv ein. Auch eine Reihe anderer Anbieter mussten schwächere Nachfrage hinnehmen, so etwa Valpadana (-40,3 %) und Steyr (-29,9 %). Dagegen konnten sich Carraro (+22,8 %) und Goldoni (+15,7 %) gut behaupten. Überproportional zulegen konnten auch Claas (+18,3 %) und die AGCO-Marken Massey Ferguson (+35,7 %) und Valtra (+23,2 %), während Fendt nur +2,4 % mehr Premium Maschinen verkaufte und John Deere mit +0,5 % kaum zulegen konnte.

Eher verhalten verlief das Traktorengeschäft in Spanien, das 2019 mit 12.156 Einheiten nur um 7,5 % gegenüber dem Vorjahr anwuchs. Vom Wachstum profitierten dabei in erster Linie die Anbieter von Standardtraktoren im mittleren Preissegment, mit Claas (+24,5 %) zusammen das ambitionierte Unternehmen Kubota (+22,7 %), gefolgt von den AGCO-Marken (+13,7 %), wobei Fendt (+23,0 %) gegenüber Massey Ferguson (+6,6 %) und Valtra (+7,1 %) herausstach.

Auf und ab gab es bei der Same-Deutz-Gruppe (+11,3 %) mit Deutz-Fahr (+30,5 %), aber schwächerem Absatz von Same Traktoren (-12,1 %) und Lamborghini-Maschinen (-10,5 %). Rückgänge im Standardtraktorenbereich mussten auch CNH-Produkte (-5,4 %) hinnehmen: bei Case IH waren das -7,4 % bzw. -4,4 % bei New Holland. Auch andere Marken schwächelten im abgelaufenen Jahr, allen voran die kleineren italienischen Marken Goldoni (-74,4 %), Carraro (-12,1 %) und Ferrari (-6,6  %) – offenbar zugunsten anderer Mitbewerber wie Arbos (+194,1 %) und Pasquali (+27,0 %). Nicht zu vergessen, dass sich Änderungen im Bereich niedriger Stückzahlen prozentual stärker niederschlagen.

Eine deutliche Belebung des Geschäftes konnte der portugiesische Markt verzeichnen, der 2019 gegenüber dem Vorjahr um +15,8 % auf 6.705 Einheiten anwuchs. Dieser von Sonderkulturen und kleineren Flächen geprägte Markt war in den vergangenen Jahren ein rasch wachsendes Absatzgebiet für Kompakttraktoren aus Fernost und Italien und damit auch entsprechend volatil.

Das zeigen die Rückgänge bei den „Exoten“, deren Verkäufe sich teilweise mehr als halbierten mit Ausnahme von Branson (+46,6 %). Aus der Phalanx der traditionellen Anbieter heraus ragten Massey Ferguson (+35,9 %), Kubota (+32,1 %) und Claas (+25,9 %). Mit dem Strom schwammen die Produkte der Same-Deutz-Gruppe (+8,5 %), wobei Hürlimann (+18,0 %), Same (+10,3 %) und Lamborghini (+9,6 %) zulegen konnten, aber nur +3,2 % mehr Deutz Traktoren abgesetzt wurden. Während Fendt (+14,3 %) dem Markgeschehen entsprechend zulegte, gaben die Valtra-Verkäufe um 4,3 % nach. Deutliche Einbußen musste die Argo-Gruppe verzeichen mit einem Rückgang der Verkäufe von McCormick  (-26,4 %) und Landini (-19,1 %). Case Traktoren und New Holland Schlepper legten etwa gleich stark zu (+11,0 % bzw. +10,0 %), während John Deere nur 1,7 % mehr Maschinen verkaufen konnte.

Alpenländer

Nach den durch die EU Mother Regulation provozierten Schockwellen hat sich der österreichische Traktorenmarkt 2019 normalisiert und ist um 11,6 % auf 4.840 Einheiten angewachsen. Dabei konnten sich vor allem die klassischen Anbieter im mittleren Preissegment profilieren sowie die in Österreich und im Umfeld der Alpenrepublik angesiedelten Hersteller, z.B. Landini (+120 %), Same (+73,7 %), Lindner (+37,6 %) und Lamborghini (+35,0 %), während Steyr Traktoren (-12,0 %) ebenso weniger gefragt waren wie John Deere Maschinen (-22,3 %). Außergewöhnliche Zuwächse konnte die ansonsten weniger nachgefragte Marke Arbos (+355,6 %) vezeichnen, die sich in chinesischem Besitz befindet. Die bei CNH (+6,5 %) durch Steyr gerissene Lücke konnten Case IH (+43,4 %) und New Holland (+30,8 %) weitestgehend stopfen. Auf Augenhöhe mit der Same-Deutz-Gruppe (+23,7 %) blieben auch die AGCO-Marken Massey Ferguson (+36,7 %), Valtra (+24,4 %) und Fendt (+17,0 %). Über einen guten Absatz konnte sich auch Claas (+45,3 %) freuen, während Deutz-Fahr und Kubota mit +8,4,% bzw. +4,4 % am Wachstum des österreichischen Marktes nur teilweise partizipieren konnten.

Eher auf Stagnation standen die Zeichen dagegen in der Schweiz, wo der Markt gegenüber dem Vorjahr lediglich um 3,1 % auf 2.265 Einheiten zulegte. Auch hier profitierten die Hersteller aus alpenländischem Umfeld vom Zuwachs, allen voran Rigitrac (+69,2 %), Lindner (+42,2 %) und Hürlimann (+40,6 %). Zu den Gewinnern gehören auch die Marken der AGCO-Gruppe (+18,2 %), wobei vor allem Valtra (+79,3 %), Fendt (+11,6 %) und Massey-Ferguson (+7,4 %) überdurchschnittlich gut abschlossen. Die Same-Deutz-Gruppe musste in der Schweiz Federn lassen, weil Same und Lamborghini zwar mehr Traktoren verkauften, damit aber den Stückzahlenrückgang von Deutz-Fahr nicht ausgleichen konnte. Zudem schwächelten Claas (-18,2 %), Kubota (-11,9 %), New Holland (-7,6 %) und John Deere (-5,7 %). Weil New Holland (-7,6 %) 2019 deutlich weniger Traktoren verkaufte als im Vorjahr und Steyr mit +5,1 % nur unwesentlich zulegte, setzte CNH insgesamt -3,4 % weniger Maschinen ab als 2018.

Kaufzurückhaltung übten auch die Kunden in Slowenien, die mit 1.350 Stück 9,3 % weniger Traktoren erwarben als noch 2018. Hier gab es außer bei der AGCO-Gruppe (+11,7 %) mit Massey Ferguson (+25,0 %) und Fendt (+18,4 %) nur eine überschaubare Zahl an Gewinnern: so etwa Claas (+70,3 %), New Holland (+18,2 %) und Hürlimann (+18,2 %) sowie Solis (+7,1 %), dafür gab es aber etliche Abstürze, so etwa bei Goldoni (-53,3 %), Kubota (-46,2 %), Steyr (-43,1 %), Lamborghini (-42,6 %), Deutz-Fahr (-33,0 %), Zetor (-29,4 %) und etlichen fernöstlichen Anbietern. Noch vergleichsweise glimpflich davon kamen Lindner (-9,5 %), Valtra (-8,7 %), Same (-8,1 %), McCormick (-6,5 %) und Case IH (-3,4 %). John Deere konnte dabei seinen Vorjahresanteil halten.

Skandinavien

Als größter der skandinavischen Festlandsmärkte stagnierte der norwegische Traktorenmarkt und schloss 2019 mit 3.287 Einheiten (+2,3 %) gegenüber dem Vorjahr ab. Während AGCO (+12,2 %) mit allen drei Marken (Fendt +15,8 %, Massey Ferguson +14,7 % und Valtra +8,8 %) sowie Deutz-Fahr deutliche Zuwächse erzielen konnten, verzeichneten Case (-40,0 %), McCormick (-31,6 %), Zetor (-14,3 %) John Deere (-12,7 %), Claas (-4,7 %) und New Holland (-3,2 %) eine teilweise deutlich geringere Nachfrage nach ihren Maschinen. Dafür war 2019 im Land der Stabkirchen das Jahr der ‚Kompakten und Produkte aus Fernost‘, wie die Zuwächse von Iseki (+112,5 %), Lovol (+95,8 %) und Kubota (+30,3 %) erkennen lassen – ganz zu schweigen von den Marken mit einstelligen Verkaufszahlen wie Landini, Kioti und Carraro.

Den Rückwärtsgang legte Schweden mit -6,2 % gegenüber dem Vorjahr ein und registrierte 2019 insgesamt 2.821 Maschinen. Im Gegensatz zu Norwegen spielten die Produkte aus Fernost keine nenneswerte Rolle in Schweden, dessen Kunden in erster Linie auf die Anschaffung von Maschinen im mittleren Preissegment setzten. Davon profitierten vor allem Massey Ferguson (+20 %), Zetor (+18,8 %), Case IH (+5,1 %) und Claas (+2,9 %), vor allem auf Kosten von Deutz-Fahr (-38,3 %), Valtra (-23,3 %), New Holland (-3,2 %) und Kubota (-2,8 %). Auch die Premium-Anbieter John Deere (-15,6 %) und Fendt (-7,2 %) ließen in Schweden Federn.

„Nichts faul war im Staate Dänemark“ (Hamlet), der als Markt 2019 auf einen um +23,9 % gestiegenen Traktorenabsatz verweisen konnte. Hauptgewinner waren dabei AGCO (+36,0 %) mit der Marke Massey Ferguson (+138,8 %) und CNH (+31,9 %) dank des Erfolges von Case IH Traktoren (+66,1 %), während New Holland (+9,8 %), John Deere (+6,5 %) und Claas (+1,8 %) nur unterdurchschnittlich zulegen konnten. Marktober- dorfer Fendt Traktoren waren um +17,7 % stärker gefragt als im Vorjahr, dagegen wurden 22,5 % weniger Deutz-Fahr Maschinen gekauft. Dänische Kunden scheinen eine Affinität zu kräftigem Orange zu besitzen, denn mit +140 % konnte Kubota seine Verkäufe mehr als verdoppeln.

Verdreifachen, wenngleich bei vorher einstelliger Stückzahl, konnten die Japaner den Absatz ihrer orangefarbenen Maschinen auf dem finnischen Markt, der 2019 mit 1.432 Traktoren um +10,2 % nur leicht anwuchs. Neben Kubota (+300 %) konnten vor allem Massey Ferguson (+65,8 %), Claas und JCB (beide +28,6 %) und Case IH (+16,7 %) überdurchschnittlich mehr Maschinen verkaufen, während die Premiumanbieter Fendt (+10,7 %) und John Deere (+10,1 %) mit dem Marktwachstum Schritt hielten. Während Valtra (+4,5 %) noch ein paar Einheiten zulegen konnte, blieben Deutz-Fahr Maschinen schwach nachgefragt (+/- 0,0 %). Lediglich New Holland musste einen leichten Nachfragerückgang (-2,4 %) hinnehmen.

Mittel- und Osteuropa

Als sechstgrößter Europas gab der polnische Traktorenmarkt 2019 nur unwesentlich um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr nach und beschloss das Jahr mit 8.771 Einheiten. Dabei mussten einige traditionell starke Marken erheblich Federn lassen. Am stärksten galt das für den heimischen Anbieter Ursus (-41,8 %) sowie für Landini (-35,4 %), aber auch für Case IH (-22,6 %), New Holland (-21,5 %), Steyr (-31,7 %), John Deere (-13,6 %). Auf deren Kosten brummte das Geschäft einer Reihe von Marken aus dem mittleren Preissegment, aber auch jenes der fernöstlichen Anbieter. So konnte McCormick (+111,8  %) seine Verkäufe mehr als verdoppeln bzw. Massey Ferguson (+71,9 %), Claas (+36,2 %), Deutz-Fahr (+22,9 %) und Kubota (+13,2 %) deutlich mehr Traktoren verkaufen als im Vorjahr. Ebenso heraus ragte Fendt mit einem Zuwachs von +55,7 %. Nicht zu vernachlässigen die Zuwächse der Marken auf den hinteren Rängen der polnischen Zulassungsstatistik: Lovol Arbos (+78,4 %), Farmtrac (+29,6  %), Tym (+29,0 %) und Solis (+27,9 %).

Ebenfalls von Stagnation gekennzeichnet war der Markt in der tschechischen Republik im Jahr 2019 mit einem leichten Rückgang der Traktorenzulassungen um 0,6 % auf 2.297 Einheiten. Dass es offenbar den kaufkräftigeren Kunden wirtschaftlich besser ging, zeigt der gegen den Trend gewachsene Anteil an höherwertigen Maschinen. Davon profitierten in erster Linie die AGCO Traktoren (+20,7 %) mit Fendt (+37,7 %) und John Deere (+7,0 %), während sich das Mittelklassesegment in Gewinner und Verlierer teilt: auf der einen Seite stehen Kioti (+17,7 %), Massey Ferguson (+17,1 %), Steyr (+12,5 %), Same-Lamborghini (+10,4 %) und Valtra (+3,0 %), auf der anderen Claas (-22,4 %), New Holland (-18,4 %) und Deutz-Fahr (-2,2 %). Dass Stagnation oft massiv zu Lasten kleinerer Anbieter geht, zeigen hier die Rückgänge McCormick (-47,8 %), Goldoni (-40 %) und Landini (-37,9 %).

Dagegen deutlich rückläufige Tendenz wies der bulgarische Markt auf, der 2019 mit 1.124 Einheiten um 14,2 % gegenüber dem Vorjahr nachgab. Ungeachtet ihres Preisniveaus oder ihrer Herkunft gehörten die Marken „kunterbunt“ zu den Gewinnern oder jenen, die das Nachsehen hatten. Hauptgewinner waren McCormick (+109,1 %), Fendt (+37,9 %), Valtra (+28,6 %), LS (+28,2 %) und Steyr (+24,1 %). Einige Traktoren mehr verkaufen konnten auch Case IH (+6,0 %) und Lamborghini (+3,6 %). Zu jenen, die Abstriche bei ihren Verkäufen machen mussten, zählten Same (-50,0 %), Deutz-Fahr (-35,8 %), Massey Ferguson (-26,2 %) sowie New Holland (-24,9 %), Landini (-23,9 %), Claas (-16,2 %) und John Deere (-12,7 %).

Im Nordwesten wenig Neues

Bleiben uns noch die Märkte im Nordwesten Europas, teilweise nach wie vor eine „statistische Problemzone“, weil in Großbritannien, Irland und den Niederlanden die Marktanteile von Herstellern erst mit Abstand von einem Jahr veröffentlicht werden dürfen. Laut AEA-Statistik lag der Traktorenmarkt im Vereinigten Königreich 2019 bei 12.333 Einheiten und damit nur geringfügig über dem Vorjahreswert. Laut neu bereinigter Statistik waren es 2019 nur noch 12.040 Einheiten. Vielleicht ermöglicht ja der Brexit eine Loslösung von dem unseligen EU-Urteil, das Briten, Iren und Niederländern seit Mitte der 1980er Jahre die zeitnahe Veröffentlichung von Marktanteilen der Hersteller untersagt. Die aktuelle Markenentwicklung lässt sich so kaum sinnvoll diskutieren. Gleiches gilt für Irland, wo laut CEMA-Statistik 2019 3.027 Traktoren verkauft wurden und damit 3,9 % mehr als im Jahr zuvor. Ebenso schwierig zu beurteilen ist die aktuelle Entwicklung der Marken in den Niederlanden, wo 2019 mit 3.121 Maschinen -7,4 % weniger Traktoren verkauft wurden als im Vorjahr. Einzig aktuell sind die Daten aus Belgien, wo die Zulassungen 2019 gegenüber dem Vorjahr um -11,8 % auf 2.110 zurückgingen. Entgegen dem Trend konnten hier Claas (+19,8 %), Deutz-Fahr (+18,7 %), Fendt (+8,5 %) und Kubota (+7,3 %) zulegen, alle anderen Marken mussten mit teilweise erheblichen Nachfragerückgängen leben, so etwa Steyr (-25,4 %), McCormick (-25,0 %), John Deere (-24,5 %) und New Holland (-22,6 %). Ebenso schwächelten Massey Ferguson (-15,9 %), Valtra (-14,4 %) und Case IH (-10,5 %). Bei den „Kleinen“ traf es vor allem Same (-75 %), Lamborghini (-75 %) und Zetor (-33,3 %).

Bleibt zu hoffen, dass 2020 bei ständig wechselnder Nachrichtenlage und angesichts von Brexit, Corona und Umweltrestriktionen nicht ein „annus horribilis“ (schlimmes Jahr) wird.


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