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Europäische Union :

Wichtige EU-Zuckerrübenanbauer wollen Produktion drosseln

Kleinere Anbauflächen in Frankreich und Großbritannien – Laut Wirtschaftlicher Vereinigung Zucker keine derartigen Pläne in Deutschland

Europäische Union: Wichtige EU-Zuckerrübenanbauer wollen Produktion drosseln

In Deutschland gehen Marktbeobachter von einer weiterhin stabilen Anbaufläche für Zuckerrüben aus.

Aufgrund der gegenwärtig angespannten Marktlage wollen Zuckerrübenproduzenten in wichtigen Anbauländern der Europäischen Union ihre Erzeugung drosseln. Darauf hat ein Vertreter der Generaldirektion Landwirtschaft bei einer Anhörung im EU-Landwirtschaftsausschuss in Straßburg hingewiesen. Nach seinen Angaben wollen Anbauer in den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und Belgien im Wirtschaftsjahr 2019/20 ihre Zuckerrübenflächen zwischen 5 % und 15 % verkleinern. Dies wird von der Brüsseler Behörde unter anderem als Argument gegen eine Zuckerintervention zur Marktentlastung angeführt. In Deutschland, wo nach Frankreich der meiste Zucker in der Gemeinschaft erzeugt wird, wird es allerdings trotz der insgesamt schwierigen Marktlage offenbar keine Empfehlung für eine Verkleinerung der Zuckerrübenflächen geben. Der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), Günter Tissen, erklärte, dass man als Branchenverband nicht ohne weiteres in den Wettbewerb eingreifen und unternehmerische Empfehlungen geben könne. Entscheidungen über Anbauflächen sehe man nach eigener Rechtsauffassung als einen solchen Sachverhalt an. Tissen hob hervor, dass die WVZ aus deutscher Sicht in erster Linie die Politik unter „großem Handlungsdruck“ für den Zuckersektor sehe. Gerade die durch politische Entscheidungen verursachten Wettbewerbsverzerrungen würden sich zu einer zunehmenden Bedrohung für die deutsche Zuckerwirtschaft auswachsen. Ganz besonders kritisierte der Hauptgeschäftsführer die gekoppelten Zahlungen für den Rübenanbau in anderen Mitgliedstaaten, ungleiche Zulassungen im Pflanzenschutz, eine weitere Marktöffnung für Importe sowie eine mangelnde Durchschlagskraft gegen das Preisdumping durch Drittländer.

Der Franzose Eric Andrieu warf der EU-Kommission vor, die gegenwärtige Krise des Zuckersektors „durch eine ausreichende Zahl an Pleiten der Landwirte“ zu managen. In ähnlicher Weise sei die Brüsseler Behörde bereits bei der Milchkrise vorgegangen. Dringend notwendig seien stattdessen Gegenmaßnahmen wie die Förderung der privaten Lagerhaltung, schlug der Sozialist vor.


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