Magazin Landtechnik

Europäische Union :

Förderung von Smart-Farming-Technologien

Richtlinien veröffentlicht – Ziel ist die schnellere Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis

Die Einbeziehung der Landwirte in die Entwicklung digitaler Lösungen für die Landwirtschaft und die Errichtung von Demonstrationsbetrieben zur Veranschaulichung dieser Technologien empfiehlt das Europäische Netzwerk zur Verbreitung von Smart-Farming-Technologien (Smart-AKIS).

In den jetzt veröffentlichten politischen Richtlinien zur Förderung der Digitalisierung im Agrarsektor rufen die Betreiber des EU-Horizon 2020-Projekts auch zum Austausch der Landwirte untereinander auf, was durch häufigere Feldbesichtigungen gefördert werden könne. Das Ziel sei die schnellere Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis. Um die hier noch bestehenden Lücken zu schließen, bedürfe eines Ausbaus an Beratungsstellen und leicht zugänglichen Ausbildungsmöglichkeiten.

Der Europäische Dachverband der Landmaschinenindustrie (CEMA) stellt sich als Partner des Projekts hinter die Leitlinien. Wenn Smart-Farming in der Landwirtschaft noch populärer werden solle, müsse der Entwicklungsfokus klar auf dem Landwirt liegen, so der Verband. Die Netzwerkbetreiber von Smart-AKIS identifizierten außerdem Handlungsbedarf bei der Nutzung von Pflanzen- und Bodendaten. Betriebe könnten die Daten oft nicht in praktische Entscheidungen umsetzen; deshalb gelte es, die Messinstrumente stärker auf die Anbausysteme zuzuschneiden.

Neben den „3-K-Problemen“, nämlich der Komplexität, der Konnektivität und der Kompatibilität, identifizierten die Projektbetreiber vergleichsweise hohe Investitionskosten bei ungewissem Mehrwert für die Landwirte als Hürde. Bauern und Berater bräuchten mehr empirische Beweise für die ökonomischen Vorteile neuer Technologien hinsichtlich der Ertragsleistung, betonte der Dachverband. Darüber hinaus müssen die Verträge auf Seiten der Agrarindustrie und der Einzelhändler nach Einschätzung der Netzwerker transparenter gestaltet werden. Von der CEMA ausdrücklich begrüßt wurde in dem Zusammenhang die Empfehlung, den EU-Verhaltenskodex zur Nutzung von Agrardaten in vertragliche Vereinbarungen zu gießen. Das sei im Vorfeld sowohl schon von der Industrie als auch vom Berufsstand gewünscht worden.


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