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Eschlböck :

Neuheitenparade beim sechsten Biberfest

Vom Hacker mit Zapfwellenantrieb bis zur Lkw-Aufbaumaschine mit 750 PS

Eschlböck: Neuheitenparade beim sechsten Biberfest

Rund 1.100 Interessierte kamen zum Biberfest nach Prambachkirchen.

Das 6. Biberfest der Maschinenfabrik Eschlböck im oberösterreichischen Prambachkirchen war wieder eine Parade von neuen und bekannten Hackern aller Größen und Systeme. Rund 1.100 Kunden und Händler verfolgten die Maschinenvorführung, besichtigten die modernen Werksanlagen und trafen sich zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Wie Mitgesellschafterin Dipl.-Ing. Maria Eschlböck im Rahmen der Pressekonferenz erklärte, wurde die Firma 1956 vom Schwiegervater Rudolf Eschlböck gegründet, der ein begabter Erfinder war und mit dem Bau eines Muldenboden-Düngerstreuers auf dem elterlichen Bauernhof begann. Bald wurden auch Ladewagen und Häcksler produziert.

85 % Exportanteil

Die Spezialisierung auf Hackmaschinen trieb der heutige Hauptgesellschafter und Geschäftsführer Ing. Rudolf Eschlböck voran. Mit der Produktion von Holzhackern wurde 1978 gestartet. 1984 wurde der erste Scheibenradhacker präsentiert und 1992 der erste Trommelhacker ausgeliefert. Inzwischen bietet das Familienunternehmen nach eigener Angabe das breiteste Hackerprogramm zumindest europaweit, nämlich Hacker mit Zapfwellenantrieb und Aufbaumotor ebenso wie Großhacker, die auf MAN und Volvo Lkw aufgebaut werden.

Derzeit arbeiten in drei Werken auf rund 19.000 m² verbauter Fläche 130 Mitarbeiter. 85 % der Produktion werden exportiert. Die Hauptmärkte sind Österreich, Deutschland, Schweden, Frankreich und Spanien. Umsatzzahlen werden nicht veröffentlicht.

Für die Zukunft ist man trotz oder gerade wegen des zunehmenden Schadholzanfalles durch Käferbefall und Windwurf optimistisch. Man rechnet, dass der Fichtenanteil in unseren Wäldern sinken und der Laubholzanteil steigen wird. Mit steigenden Laubholzanteilen steigt zwangsläufig der Brennholzanfall, der durch vermehrte Umrüstung der Ölheizungen auf Hackschnitzelbetrieb und zur Verstromung auch benötigt wird. Der Biomasse kommt dabei zugute, dass sie – anders als die Wind- und Solarenergie – lagerfähig ist. Sie liefert dann Energie, wenn sie benötigt wird und eignet sich auch besonders zur Abdeckung von Stromverbrauchsspitzen.

Zahlreiche Neuheiten

Beim diesjährigen Biberfest wurden wieder drei neue Maschinen vorgestellt, u. a. ein neuer Biber 7, der für den Zapfwellenbetrieb ausgelegt ist und Holz bis zu einem Durchmesser von 40 cm verarbeitet. Dabei wurde die Bedienungssicherheit erhöht durch Installierung von drei Abschaltbügeln. Ein neuer Hackrotor mit acht Klingen sorgt für ruhigen Lauf und eine aggressivere Einzugswalze für noch störungsfreieren Beschickung. Ein größeres Gebläse, größere Siebflächen und besser zugängliche Schmierstellen komplettieren die Weiterentwicklungen.

Der Biber 60 löst nun den Biber Plus ab. Es handelt sich dabei um den kleinsten Hacker mit Kranbeschickung für mittlere und kleinere Traktoren. Er verfügt über den gleichen Rotor wie der Biber 7. Ein größeres Gebläse sitzt direkt auf der Hauptwelle und erhöht so die Schwungmasse. Weitere Verbesserungen ermöglichen höhere Wurfweiten und erleichtern das Befüllen von großen Transportanhängern und den Wartungsdienst.

Eine wesentliche Überarbeitung erfuhr auch das Topmodell Biber 110. Der Neue soll das 92-Modell ablösen und repräsentiert dann den größten Hacker der Biber-Serie mit einer Einzugsöffnung von 95 x 122 cm. Das Hackaggregat wird auf einem Volvo Lkw des Typs FH 16 8 x 4 aufgebaut. Die Motorleistung beträgt 750 PS. Das Getriebe von Eschlböck ermöglicht ein Umsetzen des Großhackers vom Hackerbedienplatz aus, und das sogar ohne Auskuppeln des Hackrotors. Eine Neuheit beim Hackaggregat stellt das hydraulische Frontgebläse dar, das die Containerbefüllung auch über die Lkw-Kabine erlaubt, was vor allem an Rändern von Autobahnen gefragt ist. Die Wippe kann zusammen mit dem Trommelkasten für einen komfortablen Servicezugang aufgeklappt werden. Ebenfalls neu ist der Z-Rotor, dessen Messerhalter wahlweise mit zehn oder zwanzig Hackmessern bestückt werden kann.


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