Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Einstreu ist in vielen Ställen ein Thema und ein wichtiger Baustein für das Tierwohl. Verschiedene Arten von Einstreugeräten und -systemen helfen, die optimale Liegefläche fürs Tier zu bereiten. Jan Sloot von BvL stellt drei Systeme vor.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Anbaugeräte sind begrenzt auch zum Füttern geeignet. Durch Anbau an den Teleskoplader lassen sich auch Hindernisse im Stall überwinden.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Jan Sloot ist Mitarbeiter in „Versuch und Entwicklung“ beim Landmaschinenhersteller BvL in Emsbüren.

Einstreuen gehört in vielen landwirtschaftlichen Betrieben zum Arbeitsalltag, ob im Strohstall oder in Liegeboxen. Eine optimale Einstreu ist die Voraussetzung für den Liegekomfort der Tiere. Insbesondere für die Klauen- und Gelenkgesundheit sowie für die Eutergesundheit beim Milchvieh ist eine hygienische und gute Einstreu essentiell. Dabei können eine Vielzahl von Einstreugeräten unterstützen: selbstfahrende Maschinen, automatisierte Systeme, an Frontlader angehängte oder auch an Futtermischwagen fest angebaute Geräte. Diese sind jeweils für unterschiedliche Anforderungen und Betriebsgrößen konzipiert. Welche davon ist die passende Wahl für den jeweiligen Betrieb? Laut Jan Sloot, Mitarbeiter in „Versuch und Entwicklung“ beim Landmaschinenhersteller BvL in Emsbüren, sind dabei zwei Fragen entscheidend: „Welches Material möchte ich einstreuen? Und: Wie weit bzw. wohin möchte ich einstreuen?“ Er gibt Antwort anhand von drei Typen von angehängten bzw. angebauten Einstreugeräten:

  • am Futtermischwagen angebautes Einstreugebläse,
  • Einstreuschaufel oder-gerät zum Anhängen an Rad-, Teleskop- oder Frontlader,
  • Einstreuwalze für den Anbau am Querförderband des Futtermischwagens.

Jedes der vorgestellten Geräte hat besondere Eigenschaften und kann abhängig von den Anforderungen des Betriebs, dem Einstreumaterial, der maschinellen Ausstattung sowie der Stallart und -größe eingesetzt werden. Auf angehängte Systeme mit Ballenauflösern, zum Beispiel Trommelmühlen, gehen wir in diesem Beitrag nicht ein.

Für Flächen-Einstreu: Strohgebläse am Futtermischwagen

Ein Strohgebläse mit Strohauswurf wird direkt am Futtermischwagen montiert. Es ermöglicht eine präzise Verteilung leichter Einstreu, beispielsweise Stroh, durch einen Austragearm beziehungsweise Turm. Dabei wird per Drehung der Mischschnecken im Mischwagen und einen durch Turbine aufgebauten Luftstrom im Gebläse die Einstreu aus dem Futtermischwagen in den Stall ausgeworfen. Zusatzfunktionen wie Schwenkung oder Drehung des Turms, ermöglichen die Änderung der Auswurfrichtung. Auch die Wurfweite lässt sich durch eine verstellbare Endklappe während der Arbeit einstellen.

Einsatzbereiche und Charakteristika

  • Auswurf – je nach Ausstattung – sowohl in Weite als auch Richtung flexibel einstellbar, sodass das Gerät an diverse Gegebenheiten im Stall angepasst werden kann;
  • gesamte Kapazität des Futtermischwagens nutzbar und hohe Austragleistung, deshalb sehr effizient;
  • bessere Auslastung des Futtermischwagens durch Einstreuen als Zusatzfunktion;
  • sehr hohe Wurfweiten von 20 m und mehr möglich;
  • Zudosieren von kleinen Mengen Wasser zur Staubbindung möglich;
  • kein Kleckern bei der Übergabe von Mischbehälter zu Einstreugebläse durch geschlossene Bauweise;
  • Wird Stroh eingestreut, reinigt dies die Mischbehälterwand durch das Auflösen des Strohs, was vorteilhaft ist für die Langlebigkeit des Behälters;
  • deutlich weniger Strohverbrauch als durch das Einstreuen per Hand durch bessere Aufbereitung des Strohs.

Investition: je nach Ausstattung etwa 15.000 bis 20.000 Euro; Futtermischwagen muss vorhanden/geplant sein;

Fazit: Das Strohgebläse am Futtermischwagen ist ideal für Betriebe mit hohem Materialbedarf, wo ein Rangieren des Maschinengespanns möglich ist. Es ist vor allem geeignet, um Flächen (Abkalbestall, Tretmist, etc.) einzustreuen, weniger zum Einstreuen von Boxen. Es bietet eine hohe Einstreumenge und eine flexible Anpassung der Streuweite und -richtung.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Strohgebläse am Futtermischwagen: Das Einstreuen schafft eine bessere Auslastung für den Mischwagen.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät
Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Das Wendige: Einstreugerät, angehängt an Rad-, Teleskop- oder Frontlader

Das kompakte Einstreugerät wird an einen Radlader, Teleskoplader oder Frontlader des Schleppers angebaut. Das Gerät besteht aus einem Behälter, an dem unten ein Querförderband zum Austrag verbaut ist. Es hat ein kleineres Fassungsvermögen als ein Mischwagen mit Strohgebläse, ist jedoch flexibel und einfach zu handhaben. Die Bandgeschwindigkeit lässt sich über das Trägerfahrzeug steuern, die Geschwindigkeit der Walze optional per Handrad. Die Einstellungen sind je nach Material wählbar. Über Höhe des Frontladers und Bandgeschwindigkeit lässt sich die Wurfweite regeln. Verschiedene Einstellmöglichkeiten wie Schieberverstellung, Einsatz von Messern an den Walzen oder Blechen von Innen (siehe Service, Seite  11), machen das Einstreugerät für vielfältiges Material nutzbar.

Einsatzbereiche und Charakteristika

  • kompakte Größe – auch in Kombination mit einem Lader – deshalb sehr gut manövrierbar;
  • Die Wurfhöhe lässt sich über den Frontlader regeln und so können auch Hindernisse überworfen werden;
  • sehr vielfältige, vor allem kurze Materialien nutzbar: kurzes Stroh, Sägemehl, Pellets, Torf, Kompost, Güllefeststoffe oder Stroh-Kalkgemisch - Auflösen von Rundballen allerdings nicht möglich.

Investition: je nach Größe und Ausstattung ca. 5.000 bis 8.000 Euro;

Fazit: Das Einstreugerät ist sehr gut geeignet zum Einstreuen von Liegebuchten und kleine Abteile. Begrenzt ist damit auch das Füttern einer TMR möglich. Es ist besonders vorteilhaft, wenn eine kompakte und mobile Lösung benötigt wird.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät
Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Die Kompakte: Einstreuwalze am Querförderband des Futtermischwagens

Die Einstreuwalze ist ein Zubehör für den Futtermischwagen, das sich an ein Querförderband am Futtermischwagen montieren lässt. Das Gerät hat eine extrem kompakte Bauform und ist eine der günstigsten Varianten von Einstreugeräten. Die Wurfweiten lassen sich über die Geschwindigkeit der Walze einstellen.

Einsatzbereiche und Charakteristika

  • sehr einfach zu bedienen, keine umfangreiche Bedientechnik nötig;
  • vor allem geeignet zum Einstreuen von Liegeboxen, auch Doppelboxen;
  • auch Füttern bzw. Futterablage unter niedrigen Bedachungen möglich;
  • verschiedene Einstreumaterialien wie Stroh, Sägemehl, separierte Gülle oder Holzpellets einsetzbar;
  • Kombinationsvorteil, zum Beispiel Mischen von Stroh-Kalkgemisch und Ablage mit einer Maschine mög- lich;
  • großes Fassungsvermögen durch Mischbehälter.

Investition: mit 2.000 bis 3.000 Euro eine preisgünstige Variante;

Fazit: Die Einstreuwalze ist für alle Betriebe eine gute Ergänzung des Futtermischwagens, die eine kostengünstige und einfache Lösung für das Einstreuen benötigen. Die Gerätekombi ist für Ställe geeignet, in denen die begrenzte Einstreuhöhe ausreicht und Rangierbarkeit gegeben ist.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Eine preisgünstige Variante ist die Einstreuwalze am Querförderband.

Einstreutechnik: Wie man sich bettet – mit passendem Einstreugerät

Weitere Artikel zum Thema

weitere aktuelle Meldungen lesen