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Die neuen ATV-Modelle der Baureihe CForce Touring von CF Moto haben jetzt ABS und dürfen daher ungedrosselt gefahren werden.
Bei CF Moto heißen die ATV-Modelle CForce. Die größte Baureihe des chinesischen Herstellers – mit V2-Motor – gibt es seit 2011. Diese kommt nun in der dritten Generation auf den Markt. In Deutschland sind die drei Modelle CForce Touring 850, 1000 und 1000 Pro erhältlich. Der Zusatz Touring bedeutet, dass auch ein vollwertiger Sitzplatz für einen Beifahrer vorhanden ist. Als „Spielwiese“ für die Europa-Premiere der neuen ATV wählte CF Moto das Automotodrom in Brünn, Tschechien. Dort konnten wir die Fahrzeuge in anspruchsvollem Gelände, auf einem Trial-Rundkurs sowie auf Asphalt ausgiebig probefahren.
Motor mit mehr Leistung
Der Motor hat im Vergleich zum Vorgänger um 16 Prozent mehr Leistung. So sind es 86 PS aus 963 cm³ in der CForce 1000 und 71 PS aus 800 cm³ in der CForce 850. Der Unterschied klingt nicht nach viel, ist aber sehr deutlich im Ansprechverhalten zu spüren: Während der 850er ohnehin schon ordentlich beschleunigt, ist die abrufbare Fahrleistung beim 1000er einfach gewaltig – aber trotzdem jederzeit beherrschbar. Die spürbare Mehrleistung der CForce 1000 wird vor allem für jene nützlich sein, die mit dem Fahrzeug häufig schwere Arbeiten auch im Gelände erledigen wollen – etwa, wenn man die Anhängelast von 800 kg (gebremst) voll ausschöpfen möchte. Die drei wählbaren Modi Sport, Normal und Work für das Motormanagement der elektronischen Einspritzanlage sorgen dafür, dass der Fahrer immer Herr der Lage bleibt. Nicht nur bei der Elektronik, auch technisch hat CF Moto dem V2-Einspritzmotor viele Optimierungen verpasst.
ABS-Bremsen für 105 km/h
Wie der Motor stammt auch das stufenlose CVT-Automatikgetriebe aus eigener Fertigung von CF Moto. Es wurde ebenfalls überarbeitet. Die CForce-ATV verfügen über Front- oder Allradantrieb und Differentialsperre (beides elektrisch zuschaltbar) sowie einen Rückwärts- und einen Untersetzungsgang.
Eine der wichtigsten Neuerungen an den ATV-Flaggschiffen von CF Moto betrifft das Bremssystem. Alle CForce-ATV sind mit hydraulisch betätigten Scheibenbremsen an allen Rädern ausgestattet – die neuen Modelle allerdings (anders als die Vorgänger) erstmals mit einem elektronisch gesteuerten ABS-Bremssystem. Daher dürfen sie „offen“ gefahren werden, also ungedrosselt bis zur maximalen Höchstgeschwindigkeit, die CF Moto mit 105 km/h angibt. Möglich macht das die Zulassung der Fahrzeuge laut der EU-Traktor-Klasse T3b. Dafür reicht der PKW-Führerschein aus – was übrigens für alle ATV von CF Moto gilt.

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Blick auf die Kommandozentrale: Beim 1000er Modell ist ein acht Zoll großes Touchdisplay verbaut, beim 850er ein sieben Zoll großes TFT-Farbdisplay (Bild).
Zwei Federsysteme
Das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung an beiden Achsen hat CF Moto auch hinsichtlich Federung optimiert. Dieses bietet nun einen um 35 Prozent größeren Federweg und eine überarbeitete Dämpfung. Die beiden Motorisierungsvarianten 850 und 1000 unterscheiden sich auch bei der Federung. So sind im Modell 850 Gasdruckdämpfer verbaut, die sich in fünf Stufen einstellen lassen. Für eine noch exaktere Einstellbarkeit und ein besseres Federverhalten sind die beiden 1000er Modelle mit Gasdruckdämpfern ausgerüstet, die mit einem Ausgleichsbehälter versehen sind. Diese sind separat in der Zug- und Druckstufe stufenlos über ein Gewinde einstellbar. Dieses Federsystem empfiehlt CF Moto vor allem für den häufigen bzw. harten Gelände-Einsatz. Serienmäßig sind alle ATV von CF Moto mit einer Servolenkung ausgestattet. Auch diese lässt sich bei den 850er/1000er Modellen in drei Modi (Min, Mid und Max) einstellen, passend zu den oben genannten Fahrmodi des Motors. Dabei wird der Grad der Lenkunterstützung verändert.
Vom Schalten und Walten
Um die Ergonomie zu verbessern, ist der Ganghebel von der linken Seite beim Vorgänger auf die rechte Seite des Tanks gewandert. Unter anderem deshalb, weil CF Moto die Vorderradbremse ebenfalls getauscht und auf die linke Lenkerseite verlegt hat. Somit ist die rechte Hand nur mehr zuständig für das Schalten oder für das Gasgeben per Daumenhebel.
Reichliche Ausstattung
Auch das Äußere der großen CForce-ATV hat CF Moto aufgefrischt. Je nach Modell können potenzielle Käufer aus bis zu vier Farbvarianten wählen. In Deutschland werden die ATV-Modelle CForce 850/1000 Touring ABS mit einer üppigen Serienausstattung ausgeliefert. Dazu gehören Seilwinde, Anhängerkupplung, Rückenlehne, Handprotektoren, Staufach, Gepäckträger vorne und hinten, eine 100 Liter große Heck-Gepäckbox, etc.. Das sieben Zoll große TFT-Farbdisplay informiert über alle wichtigen Fahrzeugdaten und Funktionen. Die Version CForce 1000 Touring Pro verfügt sogar über einen acht Zoll großen MMI-Touchscreen und einen erweiterten Serienumfang wie Unterbodenschutz. Beide Displays waren bei unseren Fahrten ausreichend gut ablesbar, selbst bei Staub und starkem Sonnenschein. Im Zubehörkatalog sind überdies noch weitere Optionen wählbar.
Das Modell CForce 850 Touring ABS steht mit einem Preis von 11.999 Euro in der Liste (alle Preise inkl. MwSt.). Für die größer motorisierte CForce 1000 Touring ABS sind 13.499 Euro zu berappen. Und das 1000er Topmodell mit dem Zusatz „Pro“ kommt auf 14.999 Euro. Zu einem ruhigen Schlaf des Besitzers trägt die Herstellergarantie von vier Jahren oder 25.000 Kilometer bei.







