Magazin Gülletechnik

Düngeverordung :

Auswirkung für Biogaserzeuger

Die Düngeverordnung stellt Betreiber von Biogasanlagen vor neue Herausforderungen. Denn zahlreiche Regelungen darin verschärfen das Nährstoffproblem bzw. den Flächendruck in Überschussregionen:

■ Künftig wird bei der Obergrenze von 170 kg N/ha auch der organische Stickstoff hinzugezählt, nicht nur wie bislang der tierische. Ebenso ist die Höchstmenge für Phosphat stärker limitiert. Damit benötigt eine Biogasanlage mehr Ausbringfläche, um die Nährstoffe unterbringen zu können.
■ Das ganze wird verschärft durch die Bedarfswertermittlung.
■ Biogasanlagen ohne eigene Flächen müssen ab 1.1.2020 eine Lagerkapazität der Gärreste von 9 Monaten vorhalten. Das können diese nur umgehen, wenn sie entsprechende Ausbringflächen vertraglich abgesichert haben.
■ Neu ist, dass auch das Niederschlagswasser von den Siloplatten und anderen Flächen für zwei bis drei Monate gelagert werden muss.
■ Es gibt neue Sperrfristen für die Ausbringung von Gülle, Mist sowie flüssigem Gärrest oder die abseparierte Festphase. Diese Wirtschaftsdünger dürfen nach Ernte der Hauptfrucht nicht mehr ausgebracht werden.

„Für Anlagenbetreiber mit einer engen Biogasfruchtfolge gibt es kaum noch Möglichkeiten, im Herbst Gülle ausbringen zu können, die größte Menge muss dann im Frühjahr auf die Felder“, erklärt Bastian Lenert, Gülleexperte bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Das erhöht den Lagerraumbedarf, sodass auf vielen Anlagen, selbst mit vertraglicher Absicherung der Ausbringflächen, mindestens neun Monate Lagerkapazität eingehalten werden müssen.


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