Magazin Landwirtschaft

DLG-Unternehmertage :

Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Nulltarif

Paetow: Richtung des Fortschritts muss immer wieder neu einjustiert werden

DLG-Präsident Hubertus Paetow.

DLG-Präsident Hubertus Paetow.

Der Fortschritt in der Landwirtschaft wird zunehmend von Nachhaltigkeitsaspekten bestimmt und dafür braucht es ein umfangreiches Portfolio an Innovationen. Das machte jetzt der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, bei den DLG-Unternehmertagen in Kassel vor rund 600 Teilnehmern klar. „Anpassung und Weiterentwicklung sind dauerhafte Aufgaben der Landwirtschaft, dabei muss die Richtung des Fortschritts immer wieder neu einjustiert werden“, erklärte Paetow. Für diese Aufgabe werde ein „gut gefüllter Werkzeugkasten des Fortschritts“ mit technischen und organisatorischen Innovationen, aber auch eine Rückbesinnung auf lang erprobte Verfahren benötigt. „Mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gibt es aber nicht zum Nulltarif, denn sie erfordert Investitionen in neue Verfahren, in Wissen und Organisation“, betonte der DLG-Präsident. Rationalisierung heiße in Zukunft nicht nur, Arbeit durch Kapital zu ersetzen, sondern auch die Nachhaltigkeit der Produktion durch Kapitaleinsatz zu verbessern. Paetow wies dabei darauf hin, dass auch der Fortschritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit, wie jeder andere Fortschritt, die Professionalisierung und Spezialisierung fördern und damit den Strukturwandel weiter vorantreiben werde.

Das aufgrund der Dürre angekündigte Hilfspaket von Bund und Ländern begrüßte Paetow als akute Hilfemaßnahme für die betroffenen Betriebe. Er warnte jedoch die Landwirte davor, sich in jeder Markt- oder Wetterkrise auf Hilfen des Staates zu verlassen. Langfristig besser als solche Notmaßnahmen seien steuerliche Erleichterungen für die Risikovorsorge oder für Mehrgefahrenversicherungen. „Risikovorsorge ist die ureigenste Unternehmeraufgabe und sollte es auch bleiben“, so der DLG-Präsident.

Im Hinblick auf den Klimawandel die Landwirtschaft mit ihrem Anteil von nur 7 % an den Emissionen von Treibhausgasen in den Mittelpunkt der Diskussionen zu stellen, nannte Paetow „fragwürdig“. Es müsse genauer betrachtet werden, welche Branchen als Verursacher in welchem Umfang dafür in die Verantwortung genommen werden könnten. Schließlich gebe es doch einen Unterschied in der gesellschaftlichen Bedeutung zwischen einer Milchkuh und einem Ferienflieger.


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