Magazin Agritechnica 2019

DLG-Testzentrum :

Neue Zahlen im PowerMix dichter an der Praxis

Bisher wurden die Ergebnisse der Verbrauchsmessungen im DLG-PowerMix in der Regel als spezifischer Verbrauch, d. h. in Gramm pro geleisteter Arbeit (g/kWh), angegeben. Mit der aktuellen Prüfung eines New Holland T6.180 Dynamic Command legt das DLG-Testzentrum hier für mehr Praxisnähe nach.

DLG-Testzentrum: Neue Zahlen im PowerMix dichter an der Praxis

Im PowerMix-Test der DLG: New Holland T6.180 Dynamic Command.

Der zuletzt in der T6-Baureihe vorgestellte T6.180 Dynamic Command rundet diese ab und ergänzt den einzigen 6-Zylinder-Traktor der Serie um das 8-stufige Teillastschaltgetriebe Dynamic Command-Getriebe mit Doppelkupplungstechnik. Damit sind nun – mit Ausnahme des T6.125 – alle Modelle der Baureihe mit den drei Getriebe-Optionen Electro Command, Dynamic Command und Auto Command erhältlich. Angetrieben wird der Traktor durch einen NEF 6,7-l-Motor, der durch HI-eSCR ohne Abgasrückführung die Abgasstufe IV erfüllt. Im Dynamic Command-Getriebe befinden sich die vier geraden und die vier ungeraden Gänge jeweils auf einer Welle mit Kupplung. Beim Schalten öffnet sich die eine Kupplung, während sich die andere schließt. Dadurch laufen die Gangwechsel ruckfrei und sehr effizient ab. Auch der Gruppenwechsel der drei Ganggruppen erfolgt automatisch.

Ergebnis im PowerMix

129 kW/175 PS, gemessen nach UNECE R 120-Standard, gibt New Holland für den Traktor als Maximalleistung im „Boost“-Modus an. Nach dieser Norm wird die Leistung auf einem Motorenprüfstand an der Schwungscheibe abgegriffen. Wasserkühler, Lüfter und andere Zusatzaggregate wie Klima- oder Hydraulikanlage werden nicht angetrieben. Davon kommen bei der Messung nach OECD Code 2, d. h. vor allem inklusive aller Nebenaggregate, noch 120 kW/163 PS am Zapfwellenstummel an. Diese Zapfwellenleistung wiederum ist für den DLG-PowerMix von großer Wichtigkeit, denn die zugrundeliegenden, aus der Praxis abgeleiteten Belastungszyklen werden auf diese Leistung skaliert. Konkret heißt das am Beispiel der Bodenbearbeitung mit Pflug oder Grubber, dass die Arbeitsbreite stufenlos so angepasst wird, dass dem Traktor 100 % bzw. 70 % seiner Leistung als Zugleistung auf der Rolle abverlangt wird. Im Energieeffizienz-Wert genehmigte sich der T6.180 DC über alle Feldzyklen 267 g/kWh Diesel und 25 g/kWh AdBlue, beim Transport 464 g/kWh Diesel bzw. 33 g/kWh AdBlue.

In der Praxis jedoch sind nicht die Energieeffizienz-Werte, sondern eher praxisorientierte Ergebnisse gefragt, die man aber berechnen kann. So ergibt sich aus dem Mittelwert der vorher skalierten Arbeitsbreiten der Feldzyklen und der mittleren gefahrenen Geschwindigkeit die Flächenleistung. Der New Holland erreicht hier 5,7 Hektar pro Stunde und analog eine Transportleistung von 690 Tonnenkilometer pro Stunde. Zurückgerechnet in den Verbrauch pro Hektar bzw. Tonnenkilometer sind dies 6,0 l/ha Diesel und 0,4 l/ha AdBlue im Feld bzw. 4,3 l/100km/t Diesel und 0,3 l/100km*t AdBlue beim Transport. Mit diesen Werten steht den Landwirten eine neue Ergebnispräsentation aus dem DLG-PowerMix mit hoher Praxisrelevanz zur Verfügung.

DLG-PowerMix

Das Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT PowerMix“ zeichnet Traktoren aus, die einen Leistungs- und Verbrauchstest entsprechend den Bestimmungen des DLG-PowerMix absolviert haben: Auf der Basis 14 typischer Lastprofile aus der Praxis werden der Kraftstoff- und AdBlue-Verbrauch, die Leistungsfähigkeit und die Energieeffizienz des Gesamtfahrzeugs bestimmt. Die Lastprofile spiegeln typische Feld- und Transportarbeiten sowohl im Teil- als auch Volllastbereich wider.

Die PowerMix-Zyklen.

Die PowerMix-Zyklen.


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