Magazin Technik für Wirtschaftsdünger

DLG-Test :

Verteilqualität steht an erster Stelle

Das DLG-Testzentrum prüfte die Strautmann Stalldungstreuer VS 2005 und PS 2201

DLG-Test: Verteilqualität steht an erster Stelle

Der PS 2201 erreicht die beste Querverteilung bei Arbeitsbreiten von 11 und 12 Metern.

Beim Ausbringen von Festmist und Kompost steigen die Ansprüche an die Technik. Neben größerem Ladevolumen und robuster Bauweise ist beim Einsatz von Stalldungstreuern vor allem eines gefragt: Verteilqualität. Genau diese hatten die DLG-Experten im Blick, als sie im September 2018 zwei Universalstreuer der Firma Strautmann im praktischen Einsatz testeten. Die Maschinen der VS- beziehungsweise PS-Baureihe konnten auf einer abgeernteten Stoppelfläche in Greven, Nordrhein-Westfalen, ihr „Streuvermögen” unter Beweis stellen.

Um die Breitverteilung zu bewerten, haben die DLG-Experten Auffangbehälter quer zur Fahrtrichtung positioniert.

Verteilung des Streuguts quer und längs untersucht

Anhand der darin erfassten Streugutmengen wurde das Grundstreubild ermittelt. Mittels Variationskoeffizient (VK) ließ sich nachfolgend verdeutlichen, wie stark die Streumengen prozentual vom erreichten Mittelwert abgewichen sind. Überlappungen nach Anschlussfahrten waren in die Berechnung eingeschlossen.

In punkto Längsverteilung stand der Massenstrom im Fokus. Ihn zu ermitteln gelang durch fortlaufendes Messen der Achs- und Stützlasten, während jeweils eine komplette Ladung im Stand entleert wurde. Aus den gewonnenen Daten leiteten die DLG-Experten wichtige Aspekte zur Qualitätsbewertung ab: charakteristische Dunggabe während des Entladens, Streckung innerhalb der Toleranzzone, optimale Überlappung der Anschlussfahrt und den Variationskoeffizienten bei optimaler Überlappung. Unter der „Streckung innerhalb der Toleranzzone” ist dabei der prozentuale Anteil der Entladedauer zu verstehen, während der der Ausbringmenge innerhalb der zulässigen Toleranz liegt.

So haben die Streuer abgeschnitten

Der Strautmann PS 2201 erreichte die beste Querverteilung (VK unter 20 Prozent) bei Arbeitsbreiten von 11 und 12 Metern (Grafik). Je Versuch waren zwei Optimierungsschritte nötig. Die vorgegebenen Ausbringmengen von 10 t/ha beziehungsweise 30 t/ha konnten die Prüfer bei Fahrgeschwindigkeiten von 9,5 beziehungsweise 3,2 km/h gut einhalten. Auch in der Länge streute der PS 2201 genau. Der Test ergab einen sehr guten VK-Wert von 13,5 Prozent. Die Streckung in der Toleranz lag bei 58,9 Prozent, was ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis darstellt.

Beim Strautmann VS 2005 wiesen die DLG-Experten für Arbeitsbreiten von 12 und 14 Metern die beste Querverteilung für Stallmist nach. Im Vergleich zum PS 2201 war ein Optimierungsschritt pro Versuch weniger erforderlich. Die vorgegebenen Ausbringmengen ließen sich bei Fahrgeschwindigkeiten von 9,5 beziehungsweise 3,2 km/h gut umsetzen. Bei Kompost streute der VS 2005 bei 11 Metern Arbeitsbreite besonders genau − und das bereits mit den empfohlenen Grundeinstellungen. Die vorgegebenen Ausbringmengen konnten die Prüfer bei Fahrgeschwindigkeiten von 7,0 km/h beziehungsweise 1,8 km/h gut auf die Fläche bringen. In der Länge schnitt der Streuer bei Kompost mit einem VK-Wert von 13,3 Prozent sehr gut, bei Stallmist mit 20,3 Prozent gut ab.

Fazit der DLG-Experten

Beim Strautmann Stalldungstreuer VS 2005 lagen alle − im Praxistest ermittelten − Variationskoeffizienten unter 20 Prozent. Die Streuleistung der Maschine wird somit für Stallmist und Kompost sowie für beide Ausbringmengen mit sehr gut bis gut bewertet. Auch in der Längsverteilung erreicht der VS 2005 sehr gute bis gute Werte.

Auch der Strautmann Stalldungstreuer PS 2201 hat sich im Test bewährt. Die Querverteilung wird für eine Ausbringmenge von 10 t/ha mit gut eingestuft. Bei 30 t/ha erreicht der Streuer sehr gute bis gute Werte. Und in der Längsverteilung schnitt der PS 2201 jeweils mit sehr gut ab.

Nach der Prüfung stand somit fest: Beide Strautmann-Stalldungstreuer erhalten aufgrund der nachweislichen Verteilqualität das Gütesiegel „DLG-Anerkannt“ für die geprüften Streugüter. Die Prüfberichte mit den Detailergebnissen sind auf der DLG-Webseite kostenfrei abrufbar.

Technik – PS 2201 und VS 2005 − aufs Streuwerk geschaut

Kurz zur Technik der Strautmann-Stalldungstreuer: Die zapfwellengetriebenen Streuwerke sind − sowohl beim PS 2001 als auch beim VS 2005 − mit zwei waagerecht angebrachten Fräswalzen ausgestattet. Zwei Streuteller mit je vier manuell verstellbaren Schaufeln werfen den organischen Feststoffdünger aus. Die Streumenge lässt sich durch den Vorschub des hydraulisch betriebenen Kratzbodens und die Fahrtgeschwindigkeit des Traktors anpassen. Vorschub ebenso wie die Öffnung zwischen Laderaum und Streuwerk sind stufenlos über das mitgelieferte Bedienterminal regelbar. Beim Praxistest brachten die Prüfer mit beiden Maschinen Stallmist in Mengen von 10 und 30 t/ha aus. Beim VS 2005 wurde zusätzlich die Verteilgenauigkeit für Kompost geprüft − bei Ausbringmengen von 5 und 25 t/ha.

Bedienterminal: Logischer und einfacher Aufbau.

Bedienterminal: Logischer und einfacher Aufbau.

Beide Streuer besitzen an der Vorderwand eine Anzeige für die Öffnungsweite des Stauschiebers (links: PS 2201, rechts: VS 2005)

Beide Streuer besitzen an der Vorderwand eine Anzeige für die Öffnungsweite des Stauschiebers (links: PS 2201, rechts: VS 2005)


Diesen Artikel bewerten

Diskutieren Sie mit

blog comments powered by Disqus