Magazin Wirtschaft

DIHK: :

„Nicht nur handeln, sondern auch verhandeln!“

Zugespitzte Lage mit den USA bietet „auch eine Chance“, meint der Präsident des DIHK, Eric Schweitzer

DIHK:: „Nicht nur handeln, sondern auch verhandeln!“

Eine Brammenstranggussanlage bei HKM Duisburg.

Dass die Europäische Union auf die US-Strafzölle nicht nur entschlossen reagieren, sondern auch einen neuen Anlauf für ein gemeinsames Freihandelsabkommen mit den USA nehmen sollte, wünscht sich Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Schweitzer: „Eine entschlossene Reaktion der Europäischen Union auf die US–Strafzölle ist ratsam. Gleichzeitig brauchen wir aber auch Besonnenheit. Niemandem hilft es, wenn die Auseinandersetzung eskaliert. Denn mit nationalen Maßnahmen aus dem 19. Jahrhundert werden wir den globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gerecht werden.

Die USA schaden sich mit dem Untergraben des Welthandelssystems WTO vor allem selbst. Das ist tragisch, denn dieses System für faire Spielregeln auf den Märkten haben sie einst selbst mit auf den Weg gebracht.

Deshalb muss jetzt nicht nur entschlossen gehandelt, sondern auch verhandelt werden. Hätten wir bereits ein Freihandelsabkommen wie TTIP, wären die aktuellen Strafzölle ausgeschlossen. Der US-Präsident müsste sich außerdem nicht über bestimmte Zölle in der Europäischen Union beklagen.

Deshalb sehe ich in der aktuell zugespitzten Lage auch eine Chance: Die USA und die EU sollten einen neuen Anlauf unternehmen, ein gemeinsames Freihandelsabkommen auszuhandeln. Selbst Freihandelsgegner auf beiden Seiten des Atlantik dürften nun erkennen, wie wichtig das ist. Wir brauchen weltweit weniger Zölle und Handelsbarrieren – und nicht mehr.“


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