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Magazin Landtechnik

Wartung :

Startklar für die Saison – Spezialmaschine Ladewagen

Der Ladewagen stellt in der professionellen Grünfutterernte nach wie vor eine interessante Alternative zum selbstfahrenden Häcksler dar. Die in den letzten Jahren immer weiter gestiegene Leistungsfähigkeit macht die Maschinen zu effizienten Spezialisten in der Grünfutterbergung. Um die volle Leistungsfähigkeit über die gesamte Erntekampagne abrufen zu können, gibt es einige Punkte, auf die vor Saisonbeginn geachtet werden sollte. Bernhard Schoppmann, Produktspezialist für die Fahrzeugtechnik im Hause Strautmann, erklärt, worauf es ankommt.

Wartung: Startklar für die Saison – Spezialmaschine Ladewagen

Bei den Stahlzinken sollte auf den Verschleißgrad im Bereich der Abstreifer geachtet werden. Ladewagen warten auf ihren ersten Einsatz in dieser Saison.

Bernhard Schoppmann.

Bernhard Schoppmann.

Tipp 1: Verschleiß der Pick-up-Zinken

Die Pick-up ist die erste wichtige Komponente des Ladeaggregates. Um eine saubere und schlagkräftige Materialaufnahme sicherzustellen, ist der Zustand der Pick-up-Zinken besonders wichtig. Durch Kontakt des Zinkens zum Abstreifer entsteht Verschleiß, sodass die Zinken mit der Zeit dünner werden. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Zinkenbruch deutlich. Brechen die Zinken schließlich ab, hat dies zwei negative Effekte: Zum einen wird das Material nicht mehr sauber vom Boden aufgenommen. Besonders in Beständen mit wenig Aufwuchs kommt es dann zu Rechverlusten. Des Weiteren kann das gebrochene Metallstück durch das Ladeaggregat in den Laderaum und somit ins Futter gelangen. Dort kann es zu lebensgefährlichen Verletzungen bei den Tieren führen, die später die Silage verfüttert bekommen.

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Ein Stahlzinken sollte gewechselt werden, wenn er im oberen Bereich um circa die Hälfte dünner geworden ist. Eine pauschale Lebensdauer in Fuhren oder Jahren kann nicht benannt werden, da der Verschleiß maßgeblich von Faktoren wie der Beanspruchung in Kurvenfahrt, der Bodenbeschaffenheit oder der Arbeitstiefe beeinflusst wird. Ein verstärkter Verschleiß der Stahlzinken ist bei Pick-ups mit Stahlabstreifern zu finden. Daher sind in den letzten Jahren mehr und mehr Pick-ups mit Kunststoffabstreifern im Einsatz.

Eine Besonderheit bei Strautmann: Die auf der Agritechnica 2019 neu vorgestellte Flex-Load Pick-up ist mit besonderen Kunststoffzinken ausgestattet. Mit diesen Zinken wird eine deutlich höhere Verschleißfestigkeit erzielt. Die flexiblen Zinken sind in vertikaler Richtung hart genug, um das Material aus dem Schwad sicher aufzunehmen, aber dennoch in horizontaler Richtung ausreichend elastisch, um sich dem Boden anzupassen. Jeder einzelne Zinken ist mit einer Klemmplatte verschraubt, die sich schnell lösen lässt. So ist ein einzelner Zinken in circa 30 Sekunden gewechselt!

Pick-up mit neuen Zinken und Kunststoffabstreifern: Die Kunststoff-Abstreifer reduzieren den Zinkenverschleiß maßgeblich.

Pick-up mit neuen Zinken und Kunststoffabstreifern: Die Kunststoff-Abstreifer reduzieren den Zinkenverschleiß maßgeblich.

Die von Strautmann entwickelte Flex-Load Pick-up ist mit Kunststoffzinken ausgerüstet. Diese verschleißen deutlich weniger als herkömmliche Stahlzinken und verbessern gleichzeitig die Bodenanpassung.

Die von Strautmann entwickelte Flex-Load Pick-up ist mit Kunststoffzinken ausgerüstet. Diese verschleißen deutlich weniger als herkömmliche Stahlzinken und verbessern gleichzeitig die Bodenanpassung.

Der Guttfluss im Strautmann Ladewagen: 1) Pick-up, 2) Continuous Flow System Rolle, 3) Förderrotor und 4) Messerbalken.

Der Guttfluss im Strautmann Ladewagen: 1) Pick-up, 2) Continuous Flow System Rolle, 3) Förderrotor und 4) Messerbalken.

Ladewagen warten auf ihren ersten Einsatz in dieser Saison.

Ladewagen warten auf ihren ersten Einsatz in dieser Saison.

Tipp 2: Verschleiß der Rotorzinken

Der Rotor ist das Herz des Ladewagens. Die spiralförmig angeordneten Zinkenreihen befördern das Ladegut durch das Schneidwerk in den Laderaum, weshalb der Rotor unmittelbar auch für die Schnittleistung des Ladewagens mitverantwortlich ist. Beim Rotor sollte man vor allem die Zinkenspitzen im Auge behalten. Die Strautmann Rotorladewagen sind im oberen Bereich der Zinkenplatten zusätzlich mit einer Auftragsschweißung versehen. Diese erhöht die Lebensdauer des Rotors und senkt vor allem den Verschleiß.

Die Zinkenspitzen sind besonders wichtig für eine hohe Leistungsfähigkeit des Wagens: Verschleißen sie mit der Zeit, verschlechtert sich die Förderleistung des Rotors. Dies hat eine schlechtere Materialübergabe von der Pick-up zum Rotor und damit eine verminderte Ladeleistung zur Folge. Ebenso verschlechtert sich die Schnittqualität, da mehr Material ungeschnitten zwischen Messer und Zinkenplatte hindurchrutschen kann. So wird der Anteil an ungeschnittenem Material in der Silage größer.

Ist die Zinkenspitze des Rotors verschlissen, sollte diese mit Hilfe einer speziellen Schablone (über den Strautmann Handelspartner erhältlich) wieder aufgeschweißt werden. Dadurch wird eine neue, harte Verschleißschicht erzeugt. Dazu müssen lediglich die Abstreifer demontiert werden. Dann kann vom Laderaum aus mit einem Verschleißdraht eine neue Schicht aufgeschweißt werden. Zum Schluss wird der aufgeschweißte Teil mit Hilfe eines Winkelschleifers in Form gebracht und glattgeschliffen.

Mit einer Schablone können die Rotorspitzen der Strautmann Rotoren wieder aufgeschweißt werden. So wird die Lebensdauer verlängert und die perfekte Schnittqualität langfristig gewahrt.

Mit einer Schablone können die Rotorspitzen der Strautmann Rotoren wieder aufgeschweißt werden. So wird die Lebensdauer verlängert und die perfekte Schnittqualität langfristig gewahrt.

Tipp 3: Wartung des Schneidwerks

Neben dem Laden des Erntegutes ist das Schneiden die zweite Disziplin, die ein Ladewagen in Perfektion beherrschen muss. Grundvoraussetzung ist ein ideal gewartetes Schneidwerk. Dazu gehören selbstverständlich scharfe Messer – ganz besonders steht hier das Schleifverfahren der Messer im Mittelpunkt: Schleifen Sie, wenn möglich, nass! Nur so wird ein Überhitzen des Messerstahls und damit verbundene Materialbrüche zuverlässig verhindert. Stellen Sie sicher, dass immer mit scharfen Messern gearbeitet wird. Stumpfe Messer bedeuten nicht nur eine schlechtere Schnittqualität – sie kosten Kraft, Diesel und somit letzten Endes bares Geld!

Ein Messer kann nicht mehr geschliffen werden und muss ausgetauscht werden, wenn die Schneide im oberen Bereich an der Kerbe angelangt ist. Schleift man über diesen Punkt hinaus, riskiert man Messerbrüche und somit lebensgefährliche Verletzungen der Tiere. Eine weitere Empfehlung: Setzen Sie bei elementar wichtigen Komponenten – in diesem Beispiel bei den Messern – auf Original-Ersatzteile. Diese weisen eine deutlich längere Lebensdauer auf und verursachen weniger Probleme mit Messerbrüchen!

Neben dem Schleifen der Messer gehört auch die Wartung des Schneidwerks zu den wichtigen und regelmäßigen Serviceaufgaben am Ladewagen. Nach jedem Arbeitstag sollte das Schneidwerk mit Druckluft von grobem Schmutz befreit werden. Beim Strautmann Double-Cut Schneidwerk sollten außerdem in regelmäßigen Abständen (drei bis vier Male pro Jahr) die Rollen und Lagerungen des Hebels der Messersicherung von beiden Seiten geölt werden. Als Faustregel kann man sich diesen Wartungspunkt nach jedem Schnitt merken. Zum Ölen empfehlen sich Haftsprays, da diese eine hohe Kriechfähigkeit aufweisen, besonders haftfähig sind und Feuchtigkeit verdrängen. So bleibt die Zuverlässigkeit des Auslösemechanismus für die Punktauslösung langfristig gesichert, die Messer werden sicher geschützt und die Schnittqualität bleibt dauerhaft erhalten. Bei dem neuen Exact-Cut Schneidwerk aus dem Hause Strautmann entfällt dieser Wartungspunkt. Das Funktionsprinzip basiert auf einem anderen, einfachen Auslösemechanismus nach einem Kniehebelprinzip. Hier ist eine gründliche Reinigung mit Druckluft ausreichend.

Zur Messerkontrolle ausgeschwenkter Messerbalken.

Zur Messerkontrolle ausgeschwenkter Messerbalken.

Ein stumpfes Messer mit Grat, das geschliffen werden sollte. Die Kerbe dient bei Berührung als Hinweis für ein nicht weiter schleiffähiges Messer.

Ein stumpfes Messer mit Grat, das geschliffen werden sollte. Die Kerbe dient bei Berührung als Hinweis für ein nicht weiter schleiffähiges Messer.

Perfekt geschnitten: Eine gute Wartung des Schneidwerks zahlt sich aus – die typischen Schnittpakete bescheinigen die gewünschte, einwandfreie Schnittqualität.

Perfekt geschnitten: Eine gute Wartung des Schneidwerks zahlt sich aus – die typischen Schnittpakete bescheinigen die gewünschte, einwandfreie Schnittqualität.

Die Rollen (1) sowie die Lagerung (2) des Hebels der Messersicherung beim Double-Cut Schneidwerk sollten regelmäßig geölt werden. Als Faustregel kann man sich diesen Wartungspunkt nach jedem Schnitt merken.

Die Rollen (1) sowie die Lagerung (2) des Hebels der Messersicherung beim Double-Cut Schneidwerk sollten regelmäßig geölt werden. Als Faustregel kann man sich diesen Wartungspunkt nach jedem Schnitt merken.

Tipp 4: Einstellung des Schneidwerks zum Rotor

Durch die wiederholten Messerschleifvorgänge verändert sich die Kontur des Messers. Um das Material im perfekten Winkel zu schneiden, ist es notwendig, den Abstand zwischen Rotorrohr und Messerspitze regelmäßig zu kontrollieren. Nur wenn das Messer ideal im Kanal steht, bleibt die Leichtzügigkeit sowie ein präziser Schnitt erhalten. Wird diese Einstellung nicht vorgenommen, erhöht sich der Kraftbedarf spürbar und der Anteil an ungeschnittenem Material im Laderaum erhöht sich. Zur Hilfe bei der korrekten Einstellung spielt die in Tipp 3 genannte Kerbe im Messer wieder eine wichtige Rolle. Vom Laderaum aus kann man in der Mitte des Schneidwerks den Abstand der Messer zum Rotor überprüfen: Dieser ist korrekt eingestellt, wenn sich die Kerbe des Messers auf Höhe des Rotorzinkenrings befindet. Der Abstand kann über den Oberlenker des Schneidwerks eingestellt wer- den.

Korrekt eingestellter Abstand zwischen Messer und Rotorrohr beim Exact-Cut Schneidwerk. Die Kerbe steht auf Höhe des Rotorzinkenrings (siehe blauer Kreis).

Korrekt eingestellter Abstand zwischen Messer und Rotorrohr beim Exact-Cut Schneidwerk. Die Kerbe steht auf Höhe des Rotorzinkenrings (siehe blauer Kreis).

Tipp 5: Kratzbodenspannung kontrollieren

Der Kratzboden am Ladewagen ist ein wichtiges Funktionsteil. Er transportiert beim Ladevorgang das geladene Material im Wagen nach hinten, bis dieser vollständig ausgeladen ist. Am Silo wird so das Futter auch wieder entladen. Um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten, ist es daher wichtig, die Kratzbodenspannung regelmäßig zu kontrollieren. Bei unzureichender Kettenspannung kann die Kratzbodenkette am Kettenrad überspringen und die Kratzbodenleisten verbiegen. Eine zu straffe Kettenspannung führt zu erhöhtem Verschleiß und kann Schäden bis hin zum Reißen der Kratzbodenkette zur Folge haben.

Die Spannung des Kratzbodens kann am besten im vorderen Bereich unter dem Laderaum zwischen Förderaggregat und Fahrwerk kontrolliert werden. Dort befinden sich auch die Kratzbodenspanner, mit denen die korrekte Spannung eingestellt werden kann. Der Kratzboden ist dann korrekt gespannt, wenn er sich 10 bis 20 mm pro Meter freihängender Kette von Hand auf- und abbewegen lässt.

Ist nach einiger Zeit die volle Einschraubtiefe der Spannschrauben erreicht, müssen die Ketten gekürzt werden. Dieses ist am einfachsten in der Mitte des Laderaums möglich. Dazu muss die Kette am Kettenschloss geöffnet werden, um hier die entsprechend nötige Anzahl an Bindegliedern mit einem Winkelschleifer herauszutrennen. Wichtig zu beachten: Trennen Sie immer eine gerade Anzahl an Kettengliedern aus der Kratzbodenkette (2, 4, 6…), um ein Verdrehen in der Kette zu verhindern. Anschließend kann der Kratzboden mit neuen Kettenschlössern wieder verschlossen werden.

Ein korrekt gespannter Kratzboden lässt sich circa 10 bis 20 mm pro Meter freihängender Kette von Hand auf- und abbewegen.

Ein korrekt gespannter Kratzboden lässt sich circa 10 bis 20 mm pro Meter freihängender Kette von Hand auf- und abbewegen.


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