Magazin Landwirtschaft

Deutsche Agrarforschungsallianz :

Nachhaltige Landwirtschaft im Jahr 2049

Strategisches Forum entwickelt Zielbilder für eine künftige Landwirtschaft

Deutsche Agrarforschungsallianz: Nachhaltige Landwirtschaft im Jahr 2049

Die heutige Landwirtschaft wird von vielen Seiten kritisiert. Dabei wird oft nur gesagt, was Landwirtschaft nicht (mehr) tun soll. Orientierung für Landwirte, Politik und Gesellschaft hingegen können Bilder liefern, die eine wünschenswerte Landwirtschaft beschreiben. Die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) hat daher ihr diesjähriges Strategisches Forum am 18. und. 19. November genutzt, um Zielbilder mit der Perspektive 2049 zu entwickeln. Dabei gab es vorwiegend Übereinstimmung unter den gut einhundert Teilnehmenden aus Politik, Forschung und Verbänden: Die Landwirtschaft der Zukunft arbeitet mit geschlossenen Stoffkreisläufen, hat einen engen regionalen Bezug, hält weniger Tiere ohne Antibiotika und in viel besseren Ställen, schützt die Biodiversität und das Klima und erhält dafür angemessene Preise. Das alles setzt ein Umdenken bei der Ernährung und eine andere Agrarpolitik voraus. Fleisch aus ethischer Produktion und mehr Regionalität müssen von den Verbrauchern honoriert und politisch unterstützt werden. Hierzu Hubert Wiggering, der Sprecher des DAFA-Vorstands: „Die Lebensmittelpreise an der Ladentheke müssen die wahren Kosten der Produktion widerspiegeln“.

Die Akzeptanz solch tiefgreifender Veränderungen setzt aber voraus, dass die Bürger ausreichend die Vorteile eines neuen Ernährungssystems und einer neuen, die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzenden Landwirtschaft kennen und erleben. Die landwirtschaftlichen Betriebe der Zukunft werden Einkommen nicht nur aus der Produktion, sondern auch aus der Erbringung von gesellschaftlichen Leistungen (Naturschutz, Landschaftspflege, Klimaschutz, Tierwohl, Gesundheit) erzielen.

Die Teilnehmer des Strategischen Forums 2019 mahnten an, im nächsten Schritt die landwirtschaftliche Praxis, die Lebensmittelverarbeitung und den Handel einzubeziehen, denn eine hohe Wertschätzung der Produkte passt nicht zum Wettbewerb um den niedrigsten Preis. Lebensmittelverluste müssen deutlich vermindert und Ernährungsstile an Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.


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