Magazin Landtechnik

Deutsch-chinesisches Projekt :

Reststoffe besser verwerten

Die Arbeitsgruppe „ChinaRes“ forscht zur energetischen Verwertung von landwirtschaftlichen Reststoffen. Ziel ist es, ungenutzte Potenziale von Stroh und Gülle zu erschließen und Emissionen zu reduzieren.

Das bis Januar 2021 laufende Projekt „ChinaRes“ wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert und vom Deutschen Biomasseforschungszentrum koordiniert. Dabei wird das Wissen über die energetische Verwertung landwirtschaftlicher Reststoffe zusammengeführt. Ziele sind dabei, Barrieren für die Nutzung von Reststoffen aus der Tier- und Pflanzenproduktion zu identifizieren und Vorschläge für eine bessere Gestaltung und den koordinierten Betrieb von Ställen und Biogasanlagen zu entwickeln. So soll das Projekt helfen, ungenutzte Potenziale von Reststoffen wie Stroh und Gülle zu erschließen und Emissionen, die bei der Lagerung von Gülle entstehen, zu reduzieren. Während der Laufzeit werden deutsch-chinesische Workshops durchgeführt, damit sich die Teilnehmer über den Stand von Technik und Forschung austauschen können. Weiterhin werden Beispielanlagen in beiden Ländern besichtigt.

Auf einer Projekt-Website finden sich alle bisher gesammelten Informationen und Ergebnisse. Das deutsch-englische Portal informiert über Biogaspotenziale, rechtliche Rahmenbedingungen, Tierhaltung und Technologien in China bzw. Deutschland. Darüber hinaus gibt es Beispiele zu erfolgreichen Betrieben, wie die Anlage Deqingyuan in Peking, China. Dort finden sich auch die Ergebnisse einer Befragung von deutschen Biogasanlagenbetreibern und Tierhaltern ohne eigene Biogasanlage. Ziel der Umfrage war es zu ergründen, warum verfügbare Substrate derzeit nicht genutzt oder dies auch in naher Zukunft nicht in Betracht gezogen wird.

Haupthindernis sind rechtliche Gründe

Mit 46,1 % nennen knapp die Hälfte der 232 Befragten rechtliche Gründe als Haupthindernis. Gefolgt von Gründen ökonomischen Ursprungs mit 41,8 %, Sonstigen mit 27,2 % und Transportentfernung mit 18,1 %. Die geringste Hürde mit 14,7 % sehen die Befragten im technischen Bereich. Des Weiteren sollten die Biogasanlagenbetreiber ihren eigenen Betrieb hinsichtlich des Güllemanagements und der Emissionsminderung bewerten. Mit 78 % schätzt die Mehrheit der deutschen Betreiber ihre Anlage in diesem Bereich als vorbildlich ein. Nur vier Prozent ordnen ihren Betrieb als nicht vorbildlich ein und 18 Prozent der 336 Befragten sind sich unsicher bei der Einschätzung.

Das deutsche Biomasseforschungszentrum hat als Ziel, Anwendungsfelder für Bioenergie zu identifizieren, Best Cases zu präsentieren und für Unternehmen nutzbar zu machen. Dabei ist ein Kernthema wie die begrenzt verfügbaren Biomasseressourcen nachhaltig zum bestehenden und zukünftigen Energiesystem beitragen können.