DBV-Ernteschätzung - Weizen erfüllt Erwartungen nicht

Juni-Schätzung um zwei Millionen Tonnen nach unten revidiert

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Ertragserwartungen beim Getreide nach unten korrigiert. Wie der Verband am 4. August in seiner zweiten Erntemeldung berichtet, lassen die Rückmeldungen aus den Landesverbänden bei der wichtigsten Körnerfrucht Weizen, ungeachtet der regional großen Spannweite, bis zu 15 Prozent weniger Ertrag erwarten, als noch im Juni geschätzt wurde. Hochgerechnet auf die gesamte Anbaufläche von Winterweizen würde dies bedeuten, dass statt der erhofften knapp 23 Mio. t nur wenig mehr als 21 Mio. t von den Feldern geholt werden. Damit würde sich die Weizenernte zwar noch auf dem Niveau von 2020 bewegen, aber erneut deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der bei 22,3 Mio. t liegt.

Auch Roggen und die meisten Sommergetreidearten scheinen die ursprünglichen Ertragserwartungen nicht erfüllen zu können, wie erste Zahlen vermuten lassen. Hier sind jedoch nach Angaben des DBV bisher nur wenige Flächen geerntet, so dass es für eine präzise Hochrechnung noch zu früh ist. Die bis auf wenige Restbestände abgeerntete Wintergerste bewegt sich nach den Erhebungen des Bauernverbandes zwar mit einem Durchschnittsertrag von 71 dt/ha und einer geschätzten gesamten Erntemenge von knapp 9,0 Mio. t geringfügig über dem fünfjährigen Mittelwert, aber deutlich unter der vor Beginn der Ernte geschätzten Größenordnung von 9,3 Mio. t. Die Gründe hierfür seien vielfältig; in jedem Fall scheine die Wintergerste nach dem verzögerten und kühlen Frühjahr mehr in den Halm und weniger in die Körner eingelagert zu haben, erläuterte der Verband.

Den bundesweiten Durchschnittsertrag beim Winterraps sieht der DBV derzeit bei gut 35 dt/ha, nach 34,5 dt/ha im Vorjahr. Auch hier ist es nach Einschätzung des Verbandes höchst unwahrscheinlich, dass die zuvor prognostizierten 3,7 Mio. t noch erreicht werden. Realistischer dürfte ihm zufolge eine Zahl von etwa 3,4 Mio. t sein.

DBV-Präsident Joachim Rukwied wies ergänzend darauf hin, dass die Ernte der Druschfrüchte in Deutschland aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse noch immer nur stockend vorankomme. „In vielen Regionen kämpfen die Landwirte mit den anhaltenden Regenschauern und ‚stehlen‘ gewissermaßen das Getreide von den Feldern“, so der Bauernpräsident.

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