Magazin Landwirtschaft

DBV :

Ernteerwartung deutlich nach unten korrigiert

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken: Schäden in Höhe von zwei Milliarden „plus X“

DBV: Ernteerwartung deutlich nach unten korrigiert

Selbst im sonst niederschlagsreichen Norden Deutschlands leidet das Grünland unter der Trockenheit.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Ernteprognose noch einmal deutlich nach unten korrigiert. Statt der zuletzt geschätzten 41 Mio. t Getreide rechnet der DBV nur noch mit einer Erntemenge von rund 36 Mio. t. Angesichts dieser Entwicklung forderte der DBV-Präsident Joachim Rukwied die Bundesländer zum zügigen Handeln auf; der Bund müsse dann folgen. „Die aus unserer Sicht eindeutigen Zahlen lassen eine grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen schon jetzt zu“, sagte Rukwied. Nach den vorliegenden Meldungen aus den Landesbauernverbänden seien die Voraussetzungen für Finanzhilfen durch die Länder in den besonders betroffenen Regionen klar erfüllt.

Beim Winterweizen lassen die Druschergebnisse im Bundesdurchschnitt laut DBV auf einen Ertrag von 60 dt/ha schließen; das wären 20 % weniger als im Vorjahr. Insgesamt würde sich dann eine Winterweizenernte in Höhe von knapp 18 Mio. t ergeben; im Vorjahr waren es 24,1 Mio t. Bei Winterroggen sollen die Erträge laut Schätzung des Bauernverbandes auf 37 dt/ha fallen, was gegenüber 2017 einem Minus von 28 % entspräche. Die gesamte Roggenernte wird auf knapp 2 Mio. t beziffert und dürfte damit um rund 700.000 t kleiner ausfallen als im Vorjahr. Den Ertrag beim Winterraps schätzt der DBV aktuell auf knapp 2,6 t/ha; das wäre gut ein Fünftel weniger als bei der Ernte 2017. Das diesjährige Rapsaufkommen soll sich auf knapp 3,3 Mio. t belaufen; dies würde ein Minus von 24 % bedeuten.

Die Getreide- und Rapsernte ist nach Angaben des DBV in den vergangenen Wochen zügig vorangeschritten. Selbst in den norddeutschen Regionen sei die Ernte ungewöhnlich weit fortgeschritten und zeige „das katastrophale Ausmaß“ der Dürreschäden, erklärte Rukwied. Die tatsächlichen Erntemengen blieben deutlich hinter den ohnehin geringen Erwartungen zurück.

Der Bauernpräsident wies darauf hin, dass die niedrigen Ertragserwartungen und die Sorge um eine ausreichende Futterversorgung einige Betriebe veranlasst hätten, ihre Getreidebestände vorzeitig zu häckseln. Hinzu komme, dass die Maisbestände wegen der anhaltenden Trockenheit keine Kolben ausbildeten. Das werde die Körnermaisernte erheblich schmälern und habe auch bei der Verwendung als Silomais Auswirkungen auf die Qualität des Futters.

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken hatte in einem Interview mit der Tagesschau von Schäden in Höhe von zwei Milliarden „plus X“ gesprochen. Von der Dürre seien ökologisch wie konventionell wirtschaftende Betriebe gleichermaßen betroffen. Krüsken warnte davor, die Forderungen nach einer finanziellen Unterstützung der Landwirte „pauschal abzuqualifizieren“. Er äußerte sich auch kritisch zu einer „Kehret-um-Diskussion“, die derzeit von verschiedenen Grünen-Politikern angestoßen werde. Die Landwirtschaft passe sich fortlaufend an, so Krüsken.

Matif-Weizen sehr fest

Der an der Pariser Terminbörse gehandelte Future auf Weizen zur Lieferung im Dezember 2018 hat sich in den vergangenen Tagen von der psychologisch wichtige Marke von 200 Euro-Marke weiter nach oben abgesetzt. So wurde der betreffende Matif-Future letzte Woche für 212 Euro/t gehandelt. Auf diesem Niveau hatte sich das Derivat zuletzt im April 2014 bewegt. Bezogen auf den Eröffnungskurs vom Juli 2018 legte der Future unter dem Strich um 16 % zu.

Für Auftrieb sorgte zuletzt der Deutsche Bauernverband mit seiner nach unten korrigierten Ernteprognose. Außerdem verschlechterten sich die Ernteaussichten in der Schwarzmeerregion durch Trockenheit, aber teils auch durch starken Regen. Darunter dürfte nach Einschätzung der Russischen Getreideunion (RZS) vor allem die Qualität der Ware leiden, so dass mit einem kleineren Backweizenangebot am Weltmarkt zu rechnen sei.


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